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22.12.11Kommentieren

Interview mit Matthias Völcker, crossvertise

"Da haben wir es schon geschafft auf die wichtigsten Veranstaltungen zu kommen und keiner wollte mit uns reden"

Ein Banner buchen, das geht in Sekunden und kann beinahe von einem Vierjährigen vollführt werden. Doch einen Radiospot, eine Zeitschriftenanzeige oder ein Citylight zu ordern – dafür braucht es auch im Jahr 2011 immer noch E-Mail, Telefon, Geduld und Connections. Damit wollen die Münchener Exist-Gründer von crossvertise nun aufräumen und ihr CEO, Matthias Völcker stellt das Konzept vor!

crossvertisecrossvertise

Guten Tag Herr Völcker! Heute wollen wir ein wenig über Ihr Start-up crossvertise plaudern. Doch zuerst: Wer ist eigentlich alles mit von der Partie? Und wie hat sich das Team gefunden?

Matthias Völcker: Nun ja, das jetzige Gründerteam besteht aus Thomas Masek, unserem COO/CFO, Maximilian Balbach (CTO) und mir in meiner Rolle als CEO. Wir kennen uns seit über sechs Jahren durch unsere Zeit bei studentischen Unternehmensberatungen in München und Stuttgart und haben zusammen auf Beratungsprojekten sowie im Management gearbeitet. Thomas und ich sind seit ca. zweieinhalb Jahren an dem Thema dran und Max ist seit Ende 2010 Vollzeit dabei.

Nun, erzählen Sie unseren Lesern doch bitte kurz, worum es bei crossvertise geht!

Völcker: Im Grunde wird crossvertise die weltweit erste allumfassende Buchungsplattform für Online und Offline-Medien im Werbemarkt sein; zum Angebot zählen Werbemöglichkeiten in TV, Radio, Print, Außenwerbung, Kino, Online und Mobile. Neben umfangreichen Hintergrundinformationen zu den vielen verschiedenen Werbemöglichkeiten haben werbetreibende Unternehmen und Agenturen erstmals einen direkten und zudem kostenlosen Zugang zu den aktuellsten Mediadaten und können ihre, mit Hilfe der Plattform getroffene Auswahl, unkompliziert online buchen. Das Besondere daran ist, dass es so einfach ist wie ein Buch zu kaufen, sodass nicht viel Fachwissen notwendig ist und auch Agenturen Zeit- und Kosten sparen können.

Im Netz offline-Werbeangebote buchen – wie neu ist das Thema und wer ist hier Ihre Konkurrenz?

Völcker: Es hört sich verrückt an, aber es ist tatsächlich noch sehr neu, insbesondere alle Mediengattungen auf einer Plattform vereint zu haben, ist einzigartig. Es gibt zwar in einzelnen Bereichen ähnliche Lösungen, welche aber unserer Meinung nach nicht zufriedenstellend sind, da sie nur eine oder maximal zwei Mediengattung abdecken und in der Regel nur über ein begrenztes Angebot verfügen. So muss man, wenn man crossmedial Werbung machen will, dann doch wieder auf Telefon, Fax und Excel zurückgreifen, was - man glaube es kaum - heutzutage noch oft die Regel ist.

Der richtige Marketing-Mix ist für viele kleinere Unternehmen ohne aufwändige Marketing-Unterstützung eine oft nicht genommene Hürde. Wollen Sie Ihre Kunden dabei unterstützen? Und wer ist überhaupt Ihre Zielgruppe?

Völcker: Unser Kerngeschäft ist ganz klar der Mediaeinkauf. Unsere Hauptzielgruppen sind dabei kleine und mittelständische Unternehmen mit überschaubaren Werbebudgets und kleine und mittelgroße Agenturen, welche nicht über teure Software verfügen und bisher mit erheblichem Aufwand bei Planung und Einkauf zu kämpfen haben. Da sich herausgestellt hat, dass viele unserer Pilotkunden auch weiterführende Unterstützung – u. a. im Bereich Kreation, Planung und Produktion – benötigen, haben wir ein starkes Netzwerk spezialisierter Agenturen aufgebaut, welche wir mit gutem Gewissen unseren Kunden empfehlen können.

Woher kommt überhaupt Ihr Interesse für Werbeträger? Hatten Sie bereits vorher mit der Materie zu tun?

Völcker: Also spannend und beeindruckend fanden wir diese Materie immer schon, aber eigentlich wurde diese Idee aus der Not heraus geboren. Nachdem wir bei eigenen Projekten feststellen mussten, wie schwer es ist, überhaupt an Informationen und Preise zu kommen, geschweige denn gewünschte Werbeträger dann auch noch zu buchen, haben wir entschlossen, uns der Sache anzunehmen. Natürlich waren wir zunächst branchenfremd - was im Nachhinein aber sogar positiv war, weil wir genau wussten, wo die Schwierigkeiten lagen – aber wir konnten uns mit Hilfe von Experten, Kursen, Praktika und reichlich Literatur schnell einarbeiten und sind heute medienübergreifend diskussionsfähig.

Wie einfach oder wie schwierig ist es ins Werbe-Business einzusteigen? Braucht man da nicht viele Kontakte und Vitamin B?

Völcker: Oh ja! Diese Erfahrung mussten wir zu Beginn bitter machen; da haben wir es schon geschafft auf die wichtigsten Fachveranstaltungen und Events zu kommen und keiner wollte mit uns reden. Das hat sich zum Glück entscheidend geändert. Durch unsere Zusammenarbeit mit führenden Medienkonzernen wie z.B. der Weischer.Mediengruppe und über unser Netzwerk, bekommen wir Einladungen zu jeder Menge Veranstaltungen und lernen wichtige Entscheider kennen. Die Medienbranche ist ein eher verschlossener und exklusiver Kreis, in den man nicht ohne Vitamin B reinkommt. In meinen Augen stellt dies auch eines der größten Hindernisse für Nachahmer dar.

Werden Sie Ihre eigenen Strukturen nutzen, um Ihr Start-up zu bewerben?

Völcker: Natürlich! Dank unserer Datenbank wissen wir sehr genau wo und zu welchen Kosten wir unsere Zielgruppe erreichen können. Außerdem erhalten wir zum Teil Sonderkonditionen oder sogar kostenlose Werbeplätze über die wir auf die Plattform aufmerksam machen können. So erfahren Nachfrager wo sie die Werbefläche buchen können und Vermarkter profitieren neben neuen Kunden auch von vereinfachter Buchung und Abwicklung.

Und gibt es schon die ersten Erfolge zu feiern?

Völcker: Neben der Tatsache, dass wir es geschafft haben, einen Großteil aller in Deutschland verfügbaren Werbemedien in unserer Datenbank zu vereinen, konnten wir mit einigen kleineren Pilotprojekten, auch schon Anzeigen in namhaften Titeln, wie Bunte, Vogue, Gala, Instyle platzieren. Somit ist die Henne da, die ersten Eier sind gelegt und wir blicken optimistisch in die Zukunft.

Wie viel Umsatz erwarten Sie im ersten Jahr?

Völcker: Obwohl die Plattform noch gar nicht frei zugänglich ist, haben wir die Planung für dieses Jahr übertroffen. Da wir jetzt schon zahlreiche Anmeldungen haben und von dem übermäßigen Interesse sogar überrascht sind, gehen wir davon aus, die fürs kommende Jahr prognostizierten achtstelligen Media-Umsätze auch zu erreichen.

Haben Sie eine Investition eingefahren oder arbeiten Sie daran? Wenn ja, auf wieviel bewerten Sie Ihr Unternehmen bisher intern?

Völcker: Ich kann leider bisher nur so viel sagen, dass es bald dazu eine offizielle Bekanntmachung geben wird, seien Sie gespannt!

Wenn Sie anderen Start-ups von Ihren wichtigsten Erfahrungen aus der Gründung erzählen sollten – was wäre das wohl?

Völcker: Ein Team auf das man sich verlassen kann und ein ordentliches Durchhaltevermögen ist alles! Man sollte sich nicht von anfänglicher Kritik abschrecken lassen und sich auch ruhig mal ambitionierteren Herausforderungen stellen. Für mich gab es immer einen sehr entscheidenden Spruch von Bertolt Brecht: "Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, der hat schon verloren".

Vielen Dank für das Interview und freilich viel Erfolg!

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