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23.10.13Kommentieren

Interview mit Cevahir Ejder, sociopo

„Content war schon immer King und wird es auch bleiben“

Cevahir Ejder ist bekannt als Gründer von rankseller, einem mittlerweile internationalen Marktplatz für Blog-Marketing und Blog-Vermarktung. Im Interview stellt er sein neues Social Seeding Start-up sociopo vor, spricht über die Internationalisierung von rankseller sowie die Trendthemen Content Marketing und Native Advertisting.

Cevahir Ejder, Gründer von rankseller und sociopo

förderland: Hallo Herr Ejder, Ihr neues Start-up hört auf den Namen sociopo. Worum geht’s?

Cevahir Ejder: sociopo ist Spezialist für virales Seeding in Social Networks und sorgt für schnelle, authentische Reichweiten für Videos und Branded Content. Mit sociopo bringen wir Werbetreibende und Publisher (Social Networker) zusammen. Werbetreibende können auf dem Social Seeding Marktplatz eigene Inhalte wie Videos, Bilder, Links und Apps verbreiten. Wie auch auf rankseller können hier werbetreibende Unternehmen eigene Kampagnen einstellen, auf die sich dann unsere Publisher bewerben.

Wie ist die Idee entstanden? Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sie mit rankseller bereits einen ähnlichen Service für Blogs am Start haben?

Ejder: Die Idee zu sociopo existierte bereits, als wir rankseller gegründet haben. Damals haben wir rankseller den Vorzug gegeben, aber die Technologien und der Business Case haben sich so gut entwickelt, dass sociopo jetzt an den Start gehen konnte.

Wer sind ihre Konkurrenten und was haben Sie denen voraus?

Ejder: Einige Mitbewerber haben das Thema Social Seeding in Ihre Blog-Marketing Plattform integriert. Jedoch wollten wir sociopo als eigenständige Plattform positionieren, um ein kleines Team aufzubauen - welches sich auf Social Seeding spezialisiert. Genau das haben wir auch getan. Wir fokussieren uns auf unser Business-Case und möchten unterschiedliche Marketing-Bereiche nicht in einer Plattform vermischen.

Wir haben den Vorteil, dass die technische Handhabung unserer Plattform verständlich und leicht nachvollziehbar ist. Die Buchungsprozesse und Zahlungsabwicklungen erfolgen nach erprobten Mechanismen, die dem Kunden Zeit und Kosten sparen.

Mit rankseller hatten Sie bei Seedmatch eine Investitionsrunde erfolgreich abgeschlossen und das Kapital sollte der Internationalisierung zu gute kommen. Wie ist die fortgeschritten? Was sind die größten Herausforderungen dabei?

Ejder: Wir haben nach Seedmatch eine größere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Ein Verlag aus Münster hat sich bei rankseller beteiligt.

Unser Team hat einiges bei der Internationalisierung gelernt. Es reicht leider nicht aus, einfach nur ein Produkt zu übersetzen. Wir haben uns daher bewusst für Native Speaker entschieden, um auch kulturelle Belange zu berücksichtigen. Alle Country Manager die unsere Sprachversionen bedienen, wurden vor der eigentlichen Übersetzung mit der rankseller Plattform vertraut gemacht.

Aktuell agieren wir in 11 Ländern und bieten rankseller in 9 Sprachen an. Damit haben wir natürlich auch einen technischen und sprachlichen Mehraufwand. Die Internationalisierung von rankseller war gefragt, birgt aber noch einige Hürden, die zu nehmen sind. Advertiser als auch Publisher in den jeweiligen Ländern können wir nicht nach Standard X bedienen. Hier gibt es unterschiedliche Gewichtungen. Auf jeden Fall hat sich unser Wissensschatz für die professionelle Internationalisierung eines Unternehmens erweitert und wird weiter ausgebaut.

Beide Start-ups profitieren vom momentanen Boom rund um Content Marketing. Warum ist das Thema momentan in aller Munde?

Ejder: Gute Inhalte waren schon immer wichtig. Aber die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit wie die Google-Updates Pinguin und Hummingbird unterstützen den Trend zu immer besseren Inhalten mit einem Mehrwert für den Leser. Es reicht einfach nicht mehr aus, nur noch Texte mit der optimalen Keyworddichte zu erstellen, ohne sinnvolle Inhalte zu transportieren. Ich denke das Thema wird auch in Zukunft ein riesen Thema bleiben. Allein in USA gibt es bereits einen neuen Trend im Content Marketing "Native Advertisting", wird sich auch schon bald in Deutschland spürbar machen.

Content Marketing boomt – das „Geschäft“ mit journalistischen Inhalten steckt in der Krise. Wie sehen Sie diese Diskrepanz?

Ejder: Viele Verlage haben sich erst spät oder bis heute nicht dem Medium Internet richtig geöffnet und experimentieren derzeit mit kostenpflichtigen Inhalten und vielem mehr. Content war schon immer King und wird es auch bleiben.

Die Verlage müssen nur umdenken und mit dem Markt wandern. Das große Thema aus den USA "Native Advertising", welches nur ein anderes Wort für Advertorials ist, wird in Deutschland auch viele Verlage erobern. So werden Inhalte die als Werbung gekennzeichnet werden, weiterhin einige Jobs in der Verlagswelt sichern. Ab diesem Zeitpunkt wird es keine Diskrepanz zwischen dem Boom und der Verlagskrise geben. Die Frage ist nur, ziehen alle Verlage mit oder gibt es weiterhin Verlage die sich dem Markt nicht öffnen.

Vielen Dank für das Interview.

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