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30.01.14Kommentieren

Mobilität

Carsharing läuft und läuft und läuft

Die junge Branche boomt weiter. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Nutzer von Autos auf Zeit verdoppelt. Dazu streichen Carsharing Start-Ups besonders im P2P-Bereich regelmäßig Preise und Förderungen ein. Gleichzeitig besteht noch viel Potential – nicht nur in Ballungsräumen.

Bild: © mario_vender - Fotolia.com

Die Zahlen sprechen für sich: Laut Autonetzer wurden 2013 Carsharing-Angebote von rund einer Million Deutschen genutzt – doppelt so vielen wie in 2012. So konnte z. B der Free-Floating-Anbieter DriveNow von BMW und Sixt pünktlich zum Jahreswechsel 2013/2014 den 200.000sten Kunden begrüßen und hat damit innerhalb eines Jahres die Zahl der Kunden fast verdreifacht. Glänzend verlief auch der Start in Hamburg. Dort haben sich seit dem Launch im November 2013 mehr als 25.000 Kunden angemeldet. Das ist der bisher erfolgreichste Start in einer deutschen Stadt für das Unternehmen.

„Flexibles Carsharing hat sich fest im Mobilitätsangebot der deutschen Metropolen etabliert. Mittlerweile nutzen über 215.000 Kunden bundesweit unsere vielseitige Fahrzeugflotte für immer mehr private und geschäftliche Fahrten. Dieser Trend wird sich aus unserer Sicht fortsetzen. Der Markt ist gerade erst im Entstehen und bei Weitem noch nicht ausgeschöpft“, erklärt Andreas Schaaf, Geschäftsführer bei DriveNow.

Aber auch kleinere Start-Ups, die sich auf Carsharing spezialisiert haben, können große Erfolge verbuchen. Allein Autonetzer sorgt mit mehr als 35.000 Nutzern pro Jahr und bislang 4.500 Gefährten deutschlandweit für satte 1,5 Million Carsharing Kilometer – ungeachtet der laufenden Klage des Bundesverbandes der Autovermieter (BAV) gegen privates Vermieten fahrbarer Untersätze. Die neue App MeMobility ist ein weiterer Beleg für die Beliebtheit nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Die App sucht anbieterübergreifende Carsharing-Angebote in der Nähe – bis dato nur von car2go, DriveNow, Flinkster und Multicity. In den kommenden Monaten ist aber die Implementierung weiterer Carsharing-Anbieter (z.B. Citeecar), neuer Funktionen, Fahrradverleihsysteme (Call a Bike und nextbike) und der öffentlichen Verkehrsmittel geplant.

Warum ein Auto besitzen, wenn man alle fahren kann?

Laut Autonetzer sind in Deutschland 40 Million Autos gemeldet, die im Schnitt 23 Stunden des Tages ungenutzt herumstehen, dabei dem Besitzer aber immer noch Geld kosten. Mittels privater Vermietung können diese bis zu 30 Prozent der Kosten wieder reinholen. Und Nicht-Autobesitzer können bei vollem Ausreizen des Angebots bis zu 50 Prozent ihrer Mobilitätskosten sparen.

Gerade für frisch gebackene Gründer kann Carsharing viele Vorteile bieten. Sofern man nicht einen eigenen Firmenwagen anschaffen möchte, bietet sich ein zeitweises Ausleihen an. Oder aber man vermietet das eigene Unternehmensfahrzeug hin und wieder mal privat.

Ganz nebenbei darf sich unser modernes Umweltgewissen, das sich mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken plagt, infolge der Nutzung von privatem Carsharing tatsächlich beruhigen. Denn je mehr Autos privat geteilt werden, umso besser sind sie ausgelastet und umso weniger Leute müssen sich ein eigenes Auto anschaffen. Das schont Ressourcen und unsere Umwelt. Und weniger Autos heißt: Weniger Verkehr, weniger Lärm und Schmutz und mehr Raum für Mensch und Natur. Laut Autonetzer bedeuten 1,5 Million Carsharing Kilometer 200 Autos weniger auf deutschen Straßen. Berechnet man für die Produktion eines Autos einen Gesamt-CO2-Ausstoß von 5 Tonnen gerieten in 2013 somit 1.000 Tonnen CO2 weniger in die Luft.

Preise für nachhaltige Mobilität

Das Engagement der Autonetzer wird belohnt. Das Start-Up erhielt eine Nominierung für den GreenTecAward in der Kategorie Automobilität. Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden einmal jährlich für Umweltengagement und grüne Umwelttechnologien verliehen. Es sind aber auch noch andere Bewerber im Rennen, das Online-Voting läuft noch bis zum 13. Februar Bereits im Mai 2011 belegte tamyca beim Aachener Businessplan-Wettbewerb AC² den dritten Platz und kassierte 5.000 Euro.

Ausblick

Doch nicht nur für Ballungsräume wird nachhaltigen Mobilitätskonzepten eine große Zukunft prognostiziert. Im Interview mit umwelthauptstadt.de erläutert Michael Minis, Gründer der Carsharing-Platform Tamyca, das Potential für ländliche Regionen.

„Oft führen lange Wege und nicht optimal ausgebauter ÖPNV in den ländlichen Regionen zu einer Prägung des Mobilitätsverhaltens. Für viele Wege sind die Bewohner dieser Regionen daher auf ein Auto angewiesen und schaffen als logische Konsequenz ein eigens Fahrzeug an. Privates Carsharing kann gerade in diesen Regionen helfen, die bereits angeschafften Fahrzeuge besser zu nutzen und eine Alternative zur Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs darstellen. Wir sind überzeugt davon, dass die wachsende Bekanntheit von Carsharing und die damit verbundene Veränderung das Mobilitätsverhaltens auch in ländlichen Regionen verändern wird. Durch privates Carsharing ist dies einfach und sicher möglich.“

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