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14.04.10Leser-Kommentar

Kolumne von Werner Arndt, MBPW

Businessplan reloaded

Wenn erst mal alles auf Papier bzw. auf die Festplatte gebannt ist, dann wird es schon laufen, glauben viele Gründer wenn sie sich daran machen, den Businessplan zu schreiben. Und weil gerade unternehmerischen Persönlichkeiten das Theoretische oft nicht liegt, hoffen viele, dass sie dann mit dem Thema durch sind. Nach etwas mehr Erfahrung wird aber klar, dass es noch nicht damit getan ist, den Businessplan bei einem Wettbewerb einzureichen oder an einen Investor zu schicken. Weiterhin an seinem Businessplan zu arbeiten, bedeutet zwar zusätzliche Arbeit, lohnt sich aber.

Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.

Immer auf dem neuesten Stand

Im Falle des Businessplans sollte Papier nicht nur geduldig, sondern vor allem flexibel sein. Ob der Businessplan zur internen Planung verwendet oder wenn er an externe Adressaten verschickt wird – Aktualität ist Voraussetzung, um einen kompetenten Eindruck zu machen. Worauf sollte man dabei besonders achten? Wenig ändert sich meistens bei der Beschreibung des Kapitels "Produkt oder Dienstleistung" und der Beschreibung bei "Unternehmerteam", solange keine neuen Mitglieder hinzukommen. Auf veränderte Rahmenbedingungen gilt es bei "Markt und Wettbewerb" und "Chancen und Risiken" einzugehen. Wie darauf regiert wird, sollten Leser aktuell unter "Marketing und Vertrieb", "Geschäftssystem/Organisation" und "Realisierungsfahrplan" finden. Mit allen Kapiteln im Zusammenhang steht natürlich "Finanzierung", mit der Finanzplanung und dem Finanzbedarf.

Was noch?

Außerdem ist es sogar sinnvoll, verschiedene Businesspläne zu entwickeln, gerade am Anfang wenn noch ganz unterschiedliche Szenarien denkbar sind. Wer sich bei einem Venture Capital Geber bewirbt, wird natürlich die Strategie für eine VC-finanzierte Unternehmensentwicklung vorstellen. Dabei kann bzw. muss er zum Beispiel größere Märkte mit einer breiter aufgestellten Organisation angehen als ein Gründerteam, das von einer Kredit- oder Eigenmittel-Finanzierung ausgeht.

Überarbeitet und aktualisiert werden muss außerdem das Executive Summary, das die wichtigsten Informationen zusammenfasst und dazu dient, einen ersten und schnellen Eindruck des Unternehmens zu vermitteln. Da es am häufigsten von Interessenten nachgefragt wird und die Lieferung am schnellsten erwartet wird, sollte zumindest das Executive Summary immer auf dem aktuellsten Stand zur Hand sein.

Das klingt irgendwie nach Sisyphos Arbeit? Sicher muss man immer wieder dieselben Themen bearbeiten, allerdings mit ungleich größeren Erfolgsaussichten als in dem tragischen Mythos. Und nicht zuletzt gibt es ja auch oft freudige Anlässe zur Aktualisierung, zum Beispiel wenn Meilensteine erreicht wurden oder das Kapital aufgestockt werden konnte.

Kommentare

  • Business Plan-Kritiker

    22.04.10 (08:25:47)

    Ich habe den Eindruck, dass davon ausgegangen wird, dass zu einer erfolgreichen Existenzgr?ndung ein Venture Capital Geber notwendig ist. In der Realit?t sind aber wahrscheinlich mehr als 95 % aller Existenzgr?ndungen ohne Venture Capital. Nicht immer wird ?berhaupt Fremdkapital ben?tigt mit den bekannten Problemen - Abh?ngigkeiten, Kapitalgeber will im Gesch?ft mitsprechen usw.
    Ein Business Plan wird aber in erster Linie daf?r ben?tigt, dass ein Kapitalgeber liest, bei welchem Gesch?ft er sich beteiligt, vergleichbar mit einem Expose bei einem Immobilienkauf. Und dass dieser Plan dann nat?rlich aktuell sein sollte, ist selbstverst?ndlich.
    F?r mein Gesch?ft gibt es keinen Business Plan. Die Zeit f?r die Erstellung kann ich effektiver in die Entwicklung meines Unternehmens stecken. Und welche Alternativen am vielversprechendsten sind, l?sst sich nicht ?ber einen BP oder eine Marketinganalyse herausfinden, sondern in der Realit?t durch Try and Error und die Bereitschaft, sich permanent auf den Markt und die Kunden einzustellen. Und vor allem durch viel Arbeit!

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