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17.08.09Leser-Kommentare

Trend

Business Angels sehen Ende des Abschwungs

Für die Business Angels in Deutschland ist das Jammertal durchschritten. Sie beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr und sind bereit für neue Deals. Besonders Gründer im Bereich Umwelttechnologien haben laut des Business Angels Panels für das 2. Quartal 2009 gute Chancen.

Für Georg Marekwica ist die Wirtschaftskrise kein Thema mehr. Der erfahrene Business Angel aus Witten erklärt: "Es wurde lange genug lamentiert. Wir müssen endlich die Ärmel hochkrempeln und anpacken." Die Zeit dafür sei günstig. "Gründer, die in den letzten Monaten an mich herangetreten sind, hatten realistische Erwartungen. Niemand verlangt mehr Millionensummen für einen winzigen Bruchteil eines noch gar nicht existenten Unternehmens." Die jungen Entrepreneure in Deutschland seien außerdem verstärkt bereit, mit ihren Finanzierern zu kooperieren. "Neben meinem Kapital wird inzwischen auch mein Know-how und mein Netzwerk gerne in Anspruch genommen." So mache die Arbeit als Business Angel wieder richtig Spaß.

Geschäftslage so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr

Ähnlich wie Marekwica sehen das laut des des jüngsten Business Angels Panels – einer Initiative der Wochenzeitung VDI nachrichten in Kooperation mit der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), Vallendar, dem Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), Aachen – offensichtlich viele private Gründungsförderer in Deutschland: Die 23 Teilnehmer bewerten ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) vergaben sie durchschnittlich 5,22 Punkte. Bei den Geschäftsaussichten reichte es gar für 5,39 Punkte. Ein höherer Wert wurde zuletzt im ersten Quartal 2007 markiert.

Erfreulich ist auch, dass der Gründerelan wieder deutlich zugenommen hat, denn jeder Panel-Teilnehmer fand zwischen April und Juni durchschnittlich knapp 14 Businesspläne in seinem Postkasten. Die Adressaten baten daraufhin durchschnittlich 2,8 mal zum Beteiligungsgespräch – so oft wie seit knapp vier Jahren nicht mehr. Und auch das Ergebnis der Gespräche kann sich durchaus sehen lassen: Mehr als jeder dritte Business Angel (35 Prozent) hat sich in ein Start-up eingekauft. Allerdings investierte jeder der Befragten dabei durchschnittlich nur knapp 49.000 € .

Erneuerbare Energien in der Angels-Szene auf dem Vormarsch

Beste Chancen auf frisches Kapital haben aktuell Gründer aus dem Bereich Umwelttechnologien. Satte 71 Prozent der Panel-Teilnehmer halten erneuerbare Energien, neue Verfahren zur Verminderung der Luftverschmutzung sowie innovative Maßnahmen zum Gewässer-, Boden-, Lärm- und Strahlenschutz für attraktiv. Noch nie in der Geschichte des Panels waren sich die Befragten hinsichtlich einer einzelnen Branche so einig. Ebenfalls gute Karten haben Medizintechniker (57 Prozent) und Anbieter neuer Materialien (55 Prozent).

Und Geld für neue Deals in diesen Branchen ist noch reichlich vorhanden: Die Panel- Teilnehmer gaben an, durchschnittlich erst gut 50 Prozent ihrer für Angel-Investments vorgesehenen Mittel ausgegeben zu haben. Mit anderen Worten: Knapp 50 Prozent des Budgets wollen noch in interessante Gründungen investiert werden. Ein so großer Anteil war zuletzt Anfang 2002 verfügbar. 

Kommentare

  • Michael@ONchestra

    17.08.09 (15:38:49)

    Da frage ich mich, wer wirklich bereit ist f?r 50 000 Euro einen Teil seines Unternehmens herzugeben. OK, sollte dieser Teil unter 3% liegen, w?rde ich es noch einsehen. Aber alles andere ist doch wirklich Nonsens, wenn man an die eigene Idee glaubt, oder nicht?!

  • Ch. v. de Laak

    18.08.09 (05:32:07)

    "Niemand gibt mehr Millionensummen f?r einen winzigen Bruchteil eines noch gar nicht existenten Unternehmens"

    Schliesse mich meinem Vorredner an. Wer gibt f?r 50.000 Euro einen Teil seines Unternehmes her? Anders formuliert: "In meinen Augen ist davon abzuraten!"

  • G.Becker

    18.08.09 (08:25:40)

    euer Artikel macht Existenzgr?ndern echt richtig Mut - denn so sehr man von seiner eigenen Idee ?berzeugt sein muss, es ist schon zu h?ren, dass auch andere Experten die wirtschaftliche Situation wieder anziehen sehen.
    Ob man sich auf Venture Capital als Existenzgr?nder einl?sst, bleibt jedem selbst ?berlassen. Dazu kommt noch, dass nicht jede Idee Biz Angels auch interessiert.

    Ich fand den Artikel auf jeden Fall sehr ermutigend!

  • J?rn

    18.08.09 (12:44:58)

    ... werde ich einen guten Teil meines Unternehmens f?r 50 TEUR abgeben, wenn ich damit mein Gesch?ftskonzept ?berhaupt erst umsetzen kann. Ohne Moos nix los, das sollte eigentlich jeder wissen. Es ist auch nicht jeder Gr?nder ein Programmierer und mit einer Summe von 50 TEUR sind die meisten Internetprojekte umsetzbar. Nur an die Idee zu glauben, lieber Michael, reicht nicht aus. Spreche da sehr aus eigenen Erfahrungen...

  • Michael@ONchestra

    18.08.09 (13:00:52)

    Hallo J?rn,

    mittlerweile gibt es beinahe unz?hlige F?rderprogramme. Au?erdem rate ich ohnehin jedem ab, als BWLer/Nicht-Entwickler ein IT-lastiges Thema umzusetzen, ohne einen (oder zwei) engagierte Entwickler im Team zu haben.

    Wer nur eine Webseite als Pr?sentation braucht, muss daf?r jedenfalls keine 50k investieren.

    Wer lange genug sucht, wird auch diese allererste H?rde der Teamgr?ndung nehmen.
    Und wenn ich mein zuk?nftiges Leben auf eine Idee aufbaue, die mich in absehbarer Zeit (3-5 Jahre) sehr gut ern?hren soll, will ich doch nicht gleich zu Anfang 20% davon abgeben, oder?

  • Christoph Ahr

    18.08.09 (15:26:41)

    Also so pauschal kann man das doch auch nicht sagen. Das kommt doch ein bisschen auf den zu erwartenden zuk?nftigen Unternehmenswert an.

    Man kann schon 25% Anteile hergeben, wenn man daf?r 50.000 ? bekommt und das Unternehmen irgendwann mal 500.000 ? wert wird. Immerhin tr?gt der Investor das Risiko eines Totalverlustes.

    Auch macht es einen Unterschied, ob er 50.000 ? investiert und man selber 0 oder 100.000.

    Wenn man nat?rlich fest daran glaubt, das n?chste google zu gr?nden, ja dann w?rde ich mich auch nicht so billig abspeisen lassen.

    Business Angel sind jedenfalls keine Engel.

    Ab wann kann man eigentlich Aktien von ONchestra zeichnen?

    lg

  • Michael@ONchestra

    18.08.09 (15:50:21)

    @Christoph, das w?rde Dein Startup dann zu diesem Zeitpunkt mit 200 000 Euro bewerten, obwohl Du davon ausgehst, dass es in absehbarer Zeit 500 000 Euro Wert ist. Wieso also nicht versuchen, die 50 000 Euro (die wohl haupts?chlich f?r Marketing und die Lebenshaltung der Gr?nder drauf gehen werden) selbst aufzubringen/zu erarbeiten (Stichwort "Nebenjob"), und anschlie?end 500 000 anstatt 375 000 Euro sein Eigen nennen?

    Zeichnung der ONchestra.com-Aktien gerne per Mailanfrage. Die Bookbuilding-Spanne erf?hrst Du dann hinterher ;)

  • Manuel L.

    18.08.09 (17:15:33)

    Es geht bei einer Finanzierung nicht immer nur um das Finanzielle. Wichtiger sind oftmals die Netzwerke, die ein guter Business Angel mitbringt und dadurch wichtige T?ren ?ffnen kann. Es muss nat?rlich passen, die Kontakte sollten schon in der richtigen Branche vorhanden sein.

    Klar kann man alles alleine, bzw. im Gr?nderteam regeln und bspw. Fremdkapital aufnehmen, durch BA's o. VC's kann ggf. aber vieles beschleunigt werden.

    Auch wichtig ist denke ich mal die Sichtweise der Gr?nder, soll gegr?ndet werden weil man sein Gesch?ft noch in 10-20 Jahren betreiben will, soll einem keiner reinreden oder m?chte man gr?nden und nach 2-3 Jahren vllt. nen Exit machen...

    Pauschal zu sagen es ist nicht richtig, sehe ich daher nicht ein.

  • Michael@ONchestra

    19.08.09 (10:23:32)

    @Manuel, Dein erstes Argument muss ich gelten lassen. In der Tat w?rde ich evtl. sogar dr?ber nachdenken, 5% f?r Lau herzugeben, wenn der BA mir auch wirklich viele T?ren/Tore ?ffnen kann.

    Deine zweite Anf?hrung kann ich wiederum nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist eine Gr?ndung, die nur auf einen m?glichst baldigen Exit ausgelegt ist, von vornherein zu 95% zum Scheitern verurteilt, da die Weichen f?r einen schnellen, aber nicht nachhaltigen Profit gestellt werden.

    Gr??e

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