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16.02.10Kommentieren

Interview mit Philipp Westermeyer

"Bücher über Marketing gibt es ja genug"

Philipp Westermeyer hat das Online Marketing Camp initiiert, bei der man intensive Einblicke in die Arbeitsweisen, Tools und Tricks der Online Marketing Profis erhält. Vom 24. bis 27. März 2010 dreht sich an der Hamburg Media School alles um Google, Facebook und Konsorten. Im Interview mit förderland stellt Westermeyer die Veranstaltung vor und spricht über den Status Quo von Social Media.

Philipp Westermeyer hat das Online Marketing Camp ins Leben gerufen.Philipp Westermeyer hat das Online Marketing Camp ins Leben gerufen.

förderland: Hallo Herr Westermeyer, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor!

Philipp Westermeyer: Ich bin Unternehmer aus Hamburg. Habe zuvor einige Jahre bei Gruner + Jahr und Bertelsmann gearbeitet. Mein wichtigstes Projekt ist aktuell im Bereich Online Performance Marketing die Firma adyard, die mir zusammen mit Partnern gehört. Banner von uns, auf denen wir für große Unternehmen werben, sieht man derzeit eigentlich auf fast allen hochwertigen Publisher-Websites. Letztes Jahr habe ich zusammen mit den Kollegen von der Hamburg Media School das Online Marketing Camp ins Leben gerufen. Ich erlebe täglich einen großen Bedarf für ein solches Camp.

Sie haben eine Seminarreihe zum Thema „Wie man mit Google, Facebook & Co. erfolgreich ist" konzipiert. Was erwartet die Teilnehmer?

Westermeyer: Die Teilnehmer sehen meist, dass Online Marketing in ihrem jeweiligen Bereich und ganz generell ein riesiges Thema ist. Sie haben Fragen und suchen nach strukturiertem, umfassenden und vor allem schnell umsetzbaren Input von Praktikern. Bücher über Online Marketing gibt es ja genug. Im Online Marketing geht es aktuell vielen Leuten darum, dass Sie wissen möchten, wie man es ganz konkret machen kann, was es kostet, wie lange es dauert, welche Resultate gut sind und welche nicht etc. Nur wenigen geht es um Modelle oder theoretischen Überbau. Mit diesen Eindrücken im Kopf haben wir das Online Marketing Camp gebaut.

"Gewinnen Sie intensive Einblicke in die Arbeitsweisen, Tools und Tricks der Profis", heißt es in Ihrer Ankündigung. Wer sind diese Profis und können Sie uns vielleicht schon vorab einen Trick verraten?

Westermeyer: Die Profis sind Praktiker aus der Branche, die sich meist ganz konkret mit einem Online Marketing Kanal beschäftigen und hier großes Know-how haben. Sie arbeiten etwa bei Google, Digitas, Zanox, Performance Media, Trakken oder sind selber Unternehmer. Eine genaue Liste der Referenten findet sich hier. Insider-Tipps sind ja im Online Marketing viel Wert und manchmal nicht so lange haltbar – deswegen gilt: Lieber zum Online Marketing Camp kommen!

Warum sollten sich gerade Gründer mit dem Themenkomplex Online Marketing/Social Media auseinandersetzen?

Westermeyer: Erstmal ist es ja so, dass es besonders viele Gründer mit webaffinen Projekten versuchen, da ist ohnehin klar, dass man dann häufig wissen möchte, wie man über das Internet bekannter wird, mehr abverkauft oder auch seine Inhalte besser monetarisiert. Für unternehmerische Projekte außerhalb des Internet ist Online Marketing meist auch ein sehr effizienter, gut messbarer und vergleichsweise günstiger Marketing-Kanal. Das ist es doch genau, was Gründern nach meinem Eindruck wichtig ist.

Viele sehen ja mit dem Siegeszug von Social Media einen Paradigmawechsel in der Unternehmenskommunikation/Werbung/Pressearbeit und im Online Marketing verbunden. Viele Experten vertreten die Meinung, dass Unternehmen gezwungen sind, auf Twitter, Facebook, etc. präsent zu sein und sich in die Kommunikation einzuschalten, wollen sie ein Kommunikationsdesaster vermeiden. Denn die Kunden kommunizieren dort nach Belieben. Wie stehen Sie dazu? Kommt kein Unternehmen mehr an Social Media vorbei?

Westermeyer: Klar kommen da Unternehmen auch in Zukunft dran vorbei. Nicht jeder braucht das ganze Instrumentarium und schon gar nicht um jeden Preis sofort, meine ich. Wichtig ist aber zu wissen, was überhaupt geht, was man ausprobieren kann, was wohl in den nächsten Jahren generell wichtig wird, wo man sich vielleicht vom Wettbewerber differenzieren kann. Ein Desaster steht mittelfristig aber wohl eher wenigen bevor – zumindest bezogen auf Social Media. Beim Suchmaschinenmarketing oder aber beim Affiliate Marketing kann das schon anders sein.

Welche Beispiele für gelungen Social Media Aktivitäten von Unternehmen fallen Ihnen ein?

Westermeyer: Ganz spontan fällt mir da das Beispiel von Freunden von mir ein. Die haben sich das Event „Ugly Dance World Cup“ ausgedacht und eigentlich nur über Facebook und Youtube beworben. Innerhalb von wenigen Tagen hatten die weit über tausend Fans bei Facebook. Es haben zahlreiche Medien darunter ARD, RTL; ZDF, ARTE, PRO7 sowie BILD, FTD, SZ, DPA und einige mehr berichtet. Das war unfassbar und zeigt, was Social Media kann. Sicher war aber hier auch das Produkt ganz gut geeignet. Einer der Jungs berät jetzt übrigens z. B. Calvin Klein zum Thema Social Media, vermutlich macht er da auch ganz gute Arbeit.

Welche Unternehmen haben Ihrer Meinung nach Social Media noch gar nicht verstanden?

Westermeyer: Kann ich kaum sagen. Erkennbar ist aber ja generell, dass absolute Premium-Marken aus Mode und Beauty noch sehr ängstlich sind bezogen auf das Internet insgesamt. Ansonsten bin ich manchmal etwas skeptisch, wenn ich von Organisationen höre und lese bei denen Top-Führungskräfte z. B. jede Mail ausgedruckt bekommen.

Vielen Dank für das Interview!

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