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05.04.12Kommentieren

Brandnooz.de

Birchbox für Lebensmittel – ob's funktioniert?

Als "Testportal für neue Lebensmittel" will das Hamburger Start-up brandnooz an den Start gehen. Wie innovativ das Konzept ist und ob das Konzept funktionieren kann, das beleuchten wir hier.

An einem Verkostungsstand ein Produkt aufgeschwatzt bekommen und dafür auch noch bezahlen – im Web funktioniert's! Das US-Start-up Birvhbox kam mit der Idee auf den Markt, Kosmetikprodukte in monatlichen Probierpackungen zu 10 Dollar das Paket zu verschicken und war damit riesig erfolgreich. Nicht nur, dass sich direkt ein deutscher Start-up-Copyshop direkt darauf stürzte und den Klon Glossybox für den deutschen Markt herauskatapultierte, nein – jetzt möchte das Hamburger Start-up brandnooz die Idee für den Bereich "Lebensmittel" recyceln.

Der Ansatz: Jeden Monat wird ein Paket mit neuen Waren aus dem Bereich "Essen und Trinken" an denjenigen verschickt, der 10 Euro dafür bezahlt. Diese Care-Pakete können alles vom Brotaufstrich bis zum Trinktütchen enthalten, doch wie viel Potential hat das Konzept?

Die Nahrungsmittelbranche ist mit viel Kapital für Marketing ausgestattet und das Interesse an innovativen Kundenbindungsformaten ist hoch. Hier hat brandnooz ein enormes Potential ausgemacht und das zu Recht. Doch wie sieht es auf der anderen Seite aus? Bei den Verbrauchern? Nahrungsmittelhersteller wissen, dass niemand so konservativ einkauft, wie Menschen im Supermarkt. Ob Butter, Bier oder Zahncreme – wehe das Falsche landet in der Einkaufstüte, dann hängt der Haussegen schief. Schlechte Voraussetzungen also für einen Service mit Lebensmittelüberrraschungen. Zudem gibt es noch eine ganze Reihe von Allergikern, Vegetariern, Intoleranzlern und ähnlichem. Der zweite Teil des brandnooz-Konzepts besteht aus dem Bewerten der Nahrungsmittel, so dass der Content der Seite als Referenz für Nahrungs-Experimentler dienen kann. Eine schwierige Konstellation, denn das System beruht darauf, dass mehrere Dinge gleichzeitig funktionieren: Bestellen, bewerten, lesen.

Wir sehen, dass das Konzept seine Tücken hat, doch wie steht es um die Umsetzung? Zunächst einmal ist es für den Besucher schwierig auf der Seite seinen Nutzen zu entdecken, die Bestellaufforderung ist den Betreibern wichtiger als das Konzept zu erklären. Und das ist durchaus erklärungsbedürftig. Fragen, die sich jedem potentiellen Nutzer der Seite stellen, wie etwa das Thema Frische und Kühlung werden nicht deutlich geklärt. Auf der vorgeschalteten Teaserseite kommt man nur schwer auf die tatsächlich Hauptseite, auf der das Konzept erklärt wird (Klick auf Logo). Auch die Benutzerführung stimmt noch nicht so recht: In zwei Kategorien: Bio und Normal soll der User wiederum neue Waren entdecken oder recherchieren können, doch leider werden nur neun Produkte auf einmal angezeigt. Diese kann man über eine unattraktive Filterfunktion sortieren. Hier sollte man darüber nachdenken, die Navigation attraktiver zu gestalten. Der Navigationspunkt: Produkttest erfüllt keine spezielle Funktion – die Klarheit für den Benutzer fehlt.

Alles in allem muss man sagen: Hier gibt es noch viel zu tun für die Gründer. Das Konzept muss auch auf kritische Gesichtspunkte untersucht werden und eine fähige Agentur muss das Design- und Benutzerkonzept überarbeiten. Die Social-Media-Anbindung sollte prominenter sein und die überraschend zahlreichen Kommentare besser genutzt werden.

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