<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

29.01.16Kommentieren

Bestens integriert

Bildung und Jobs sind nachhaltige Hilfe für Flüchtlinge

Aktuell sind es noch die großen, die schrecklichen Bilder, die beim Thema Flüchtlinge durch die Medien wandeln. Wenn das Chaos abebbt und diejenigen, die bei uns bleiben dürfen, sich in ihr neues Leben eingelebt, die Kinder zur Schule geschickt und vielleicht sogar einen Job aufgenommen haben, richten die großen Meldungen ihren Scheinwerfer wieder auf andere Themen. Doch die Herausforderung der Integration wird Migranten und Gesellschaft noch länger beschäftigen.

Noch lange nachdem über den Asylantrag entschieden ist, werden die Geflohenen in zahlreichen Telefonaten und Terminen auf deutschen Ämtern warten. Sie werden versuchen, dass ihre Ausbildung oder ihr Studium auch in unserem Land anerkannt wird, dass sie einen gleichwertigen und -bezahlten Job bekommen wie in der Heimat. Ein harter Kampf, der wohl nicht selten in einer Putzfirma, dem Taxi oder einer nicht-regulären Tätigkeit endet.

Bildung darf kein Privileg der Jugend sein

Dabei lohnt es sich häufig weiterzukämpfen. Der Aushilfsjob kann ein guter Start sein, um zu Beginn im neuen Land überhaupt über die Runden zu kommen. Man lernt die Sprache, kommt in der Gesellschaft an. Aber Schule, Ausbildung und Studium sollten nichts sein, was nur als Grundlage für die Zukunft der Kinder abgetan wird. Sie sind auch Grundlage der Zukunft der Eltern. Heute absolvieren viele Tausend Menschen Weiterbildungen und selbst ein Studium neben dem Beruf. Die Bildungsanbieter haben sich auf die Ansprüche dieser besonderen Zielgruppe eingestellt und wissen um die Flexibilität, die diese für einen solchen Bildungsbalanceakt benötigt. Sie digitalisieren die Lernangebote, legen Präsenzseminare und Prüfungen auf das Wochenende. Anders als in unserer eigenen letzten Nachkriegssituation muss es heute nicht mehr heißen: „Unsere Kinder sollen studieren, damit sie es einmal besser haben.“ Die Eltern können selbst noch studieren – auch wenn sie schon über 40 und seit zwei Jahrzehnten im Job sind.

Geringqualifizierte müssen mutiger werden

Traurig ist, dass die Weiterbildungschancen in Deutschland nicht gerecht verteilt sind. Gerade Geringqualifizierte, die am meisten von einer Weiterbildung profitieren würden, nehmen diese Chance oft nicht wahr. Dies zeigte vor einigen Tagen auch eine neue Bertelsmann-Studie: Wer schon eine Ausbildung oder ein Hochschulstudium abgeschlossen hat, macht dreimal öfter eine Weiterbildung als Geringqualifizierte.

Umso wichtiger ist es für Politik und Bildungseinrichtungen, Aufklärungsarbeit zu leisten: Dass man auch ohne (Fach-)Hochschulreife studieren kann, dass viele Arbeitgeber Weiterbildungen durchaus wohlwollend fördern, dass es die unterschiedlichsten Stipendienprogramme gibt. Auch unsere Hochschule trägt dazu einen kleinen Teil bei, indem sie Stipendien für Flüchtlinge ausschreibt. Als Zeichen, dass niemand, der hilf- und mittellos in unser Land kommt, dieses Stigma für den Rest seines Lebens tragen muss.

Autor: Prof. Dr. Ronny Fürst

CEO der AKAD University
Website des Autors
Prof. Dr. Ronny Fürst

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer