<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

19.12.11Kommentieren

Recht

Besondere Verjährung am 31.12.2011: Sie könnten wertvolle Ansprüche verlieren

Vielleicht haben Sie schon von der so genannten Verjährungsfrist gehört? Klingt dringlich. Und kann es auch sein. Denn wer bei gewissen Forderungen nicht bis zum 31. Dezember tätig wird, schaut in die Röhre. Das Jahr 2011 ist diesbezüglich ein besonderes Jahr. Wir sagen Ihnen, worum es geht. Dann können Sie prüfen, ob Sie betroffen sind.

Wer einen Vertrag unterzeichnet, für den ist der Verjährungszeitpunkt entscheidend. Nur bis zu diesem Zeitpunkt können Ansprüche gegenüber dem anderen Vertragspartner geltend gemacht werden. Anders gesagt: Nach dem Ablauf dieser Frist ist man zwar immer noch im Recht, kann dieses dann aber gerichtlich nicht mehr durchsetzen – sofern sich der Schuldner auf die Verjährung beruft (§ 214 BGB). Man kennt ja den Ausspruch, "aus formalen Gründen" wurde ein Verfahren eingestellt. Das ist ein Beispiel dafür. Und das gilt übrigens in allen Rechtsbereichen. Schauen Sie mal, ob Sie bereits betroffen sind. Wenn nicht, gut so – aber trotzdem unbedingt im Hinterkopf behalten, die nächste Verjährungsfrist kommt bestimmt.

Ein Szenario am Silvesterabend:

Max Mustermann ist am 01. Januar 2012 um 0.01 Uhr besonders in Feierlaune: Er hätte noch eine Handwerkerrechnung und den Kaufpreis eines DVD-Players aus dem Jahr 2008 begleichen müssen. Wenn diese Frist, also der 31. Dezember 2011, verstrichen ist, dann können ihm Handwerksbetrieb und Technikmarkt nichts mehr anhaben. Das gilt auch für Rechnungen von Freiberuflern, z.B. Arztrechnungen. Auch ausstehende Lohn - oder Gehaltsforderungen aus 2008 verjähren am 31. Dezember 2011, ebenso übrigens Mietzahlungen, Unterhaltsleistungen und Beiträge an Vereine. Auf der anderen Seite ist es für viele Unternehmen lohnend, offene Forderungen erneut durchzuschauen und tätig zu werden.

Wichtig: Eine einfache Mahnung reicht hier nicht. Man muss vielmehr dafür sorgen, dass sein Schuldner die Forderung jetzt schriftlich anerkennt. Formaljuristisch sagt man dann, die Verjährung wird "unterbrochen". Das Resultat: Die Verjährungsfrist läuft nicht zum Ende des Jahres 2011 ab, sondern beginnt erneut. Die "drei Jahre" setzen dann aber nicht erst am Jahresende, sondern unmittelbar am Tag der Unterbrechung der Verjährungsfrist ein. Es gibt noch weitere Verjährungsfristen, z. B. eine 30-jährige Verjährungsfrist. Die ist für Sie als Unternehmer aber nicht so entscheidend.

Die Besonderheit in diesem Jahr:

Auch alle Ansprüche, die zehn Jahre her sind, also vor dem 01.01.2002 entstanden sind, verjähren, wenn nicht entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, zum 31.12. dieses Jahres. Diese zehnjährige Verjährungsfrist greift zum ersten Mal am Ende des Jahres 2011. Danach verjähren alle Ansprüche spätestens mit dem Ablauf von zehn Jahren und zwar unabhängig davon, ob der Inhaber des Anspruchs von seinem Anspruch Kenntnis hat oder nicht.

Unterm Strich ist die Verjährung ein wirklich komplexes Thema. Denn der Einzelfall kann extrem von den genannten Beispielen abweichen. Wenn Sie also offene Forderungen haben (auch als Privatperson), ist es wirklich empfehlenswert, sich an einen entsprechenden Rechtsanwalt zu wenden und zu prüfen, ob er für Sie in diesem Jahr nicht noch tätig werden sollte.

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer