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09.08.10Kommentieren

Interview mit Danijel Ilisin, bedzy.de

"Bedzy ist anders und, trotz frechem und modernem Aussehen, hochprofessionell"

Die drei großen Hotelbuchungsportale bekommen Konkurrenz, und zwar von Bedzy. Bedzy ist aber nicht nur Kaiserlauterns kleiner Teufel, sondern das Gründungsprojekt von Danijel Ilisin, mit dem er "frischen Wind in die Hotelerie" bringen möchte. Wie das vonstatten gehen soll, erzählt er im Interview mit förderland.

Danijel Ilisin, Gründer und GeschäftsführerDanijel Ilisin, Gründer und Geschäftsführer

förderland: Hallo Herr Ilisin, stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Danijel Ilisin: Mein Name ist Danijel Ilisin, ich bin 35 Jahre alt, lebe in Köln, und präsentiere mich an dieser Stelle als Gründer und Geschäftsführer von bedzy.de – dem neuen deutschen Hotelportal. Als gelernter Wirtschaftsinformatiker verbrachte ich die letzten 10 Jahre als Angestellter in diversen Fach- und Führungspositionen, u. a. bei Unternehmen wie SinnerSchrader, Citigroup, BCG/Platinion oder auch dem Hotel Reservation Service (HRS). Seit November 2009 bin ich nun dabei, mein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Mit Ihrem Start-up Bedzy wollen Sie "frischen Wind in die Hotelerie" bringen. Was genau bieten  Sie Ihren Kunden? Und wie verdienen Sie Geld?

Ilisin: Bedzy ist vom Geschäftsmodell ein "klassisches" Hotelbuchungsportal, vergleichbar mit den Klassikern HRS, Hotel.de oder Booking.com. Für jede vermittelte Buchung zahlt das Hotel eine Kommission an Bedzy. Vom Geschäftsmodell also nichts neues, nur präsentiert sich Bedzy mit einem gänzlich anderen, sehr modernen Stil im Vergleich zu den "Big Three".

Zudem bietet Bedzy einen echten Mehrwert: Für jede Buchung gibt es Punkte, die gegen attraktive Prämien (aktuell: Amazon.de-Gutscheine) eingetauscht werden können. Da Bedzy ein Hotelvermittler ist (allerdings kein Re-Seller von HRS, Booking, Hotel.de o. ä.), können wir die Hotelpreise nicht beeinflussen, daher sorgen wir mittels der Punkte-Mechanik für einen gewissen "Rabatt" bei der Hotelbuchung. Ich möchte die Leute animieren, beim Vergleich ihrer Hotelpreise auch mal bei Bedzy vorbei zu schauen. Wenn das Hotel dort genau so viel kostet wie z. B. bei HRS, würde der Kunde bei uns über die Punkte direkt Geld sparen. Bei Frequent Travellern kommt da schon einiges zusammen.

Sie haben ja bereits Erfahrung mit der Hotelerie-Branche – und auf Ihrer Website ist zu lesen, das Sie die "vorhandenen Lücken der großen Portale" mit intelligenten Features und aktuellen Techniken begegnen wollen. Was heißt das konkret? Was genau macht Bedzy besser als die Konkurrenz?

Ilisin: Zum Beispiel gibt es bei Bedzy die "intelligente Suche". Diese innovative Funktionalität erlaubt die Suche von Hotels über die Eingabe von Freitext. So führt zum Beispiel der Text "Berlin Freitag bis Sonntag Design DZ" zu einer Hotelliste in Berlin für 1 DZ, 2 Nächte (Freitag bis Sonntag), gefiltert nach der Hotelkategorie Designhotel. Meine Vision ist es, über die Zeit eine so gute intelligente Suche zu etablieren, dass kein Nutzer mehr den Weg über die "alte" Suche gehen muss, da diese doch sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Zudem gibt es weitere tolle Features wie eine Recommendation Engine, also ein System, was passende Hotels vorschlägt und selbstständig Nutzerpräferenzen erlernt (aktuell noch in Entwicklung), ein sauber integrierter Merklisten-Workflow, ein sinnvoller persönlicher Bereich und natürlich die Bedzy-Punkte, mit deren Hilfe wir einen nicht unerheblichen Teil unseres Umsatzes an den Kunden zurück gegeben.

Optisch hat Bedzy ein sehr modernes Frontend zu bieten. Das ganze auf Basis eines frechen und einprägsamen Designs, technisch mit viel Ajax, Lightbox-Effekten, Layern, Drag and Drop usw. Das führt zu exzellenter Usability und Spaß bei der Nutzung. Das Beispiel Apple zeigt uns doch ganz klar, dass die Leute Spaß beim Nutzen ihrer Anwendungen haben wollen und genau das bietet Bedzy. Try it!

In eurer Datenbank befinden sich derzeit rund 100.000 Hotels. Wie habt ihr die akquiriert?

Ilisin: Nur indirekt. Zum heutigen Tage sind sehr viele Hotels bereits online erreichbar und über zentralisierte Schnittstellen buchbar. Bedzy macht sich diesen Umstand zu Nutze und verwendet einige dieser Schnittstellen. Wir bevorzugen diese indirekte und zentralisierte Kommunikation mit den Hotels, da dadurch manuelle Pflege- und Betreuungs-Aufwände (sowohl auf Seiten des Hotels als auch bei Bedzy) auf ein Minimum reduziert werden können. Unter Einsatz modernster Technologie werden komplexe Kommunikations-Vorgänge automatisiert und vereinfacht, um auf diesem Wege einen nutzerfreundlichen Frontend-Workflow zu erlauben.

Aber natürlich wird Bedzy auch die Möglichkeit bieten, Hotels direkt, also über die klassische Methode des Extranets, anzubinden. Nichts liegt mir ferner, als auch nur einem einzigen Hotel aus technischen Gründen die Teilnahme auf bedzy.de zu verwehren.

Wie viele Menschen nutzen die Plattform bereits? Was tut Ihr, um Eure Plattform bekannt zu machen?

Ilisin: Die Plattform ist jetzt knapp zwei Wochen live und lebte in den ersten Tagen von der Mund-zu-Mund Propaganda und Posts in sozialen Netzwerken und auf befreundeten Plattformen. In der nächsten Phase geht es nun verstärkt in die Werbung, wobei aufgrund Start-up-typischer Budget-Restriktionen mit kostengünstigen Maßnahmen und sehr direkter Zielgruppenansprache gearbeitet werden muss. Bedzy ist smart und kreativ und das wird sich auch in den Werbemaßnahmen bemerkbar machen.

Wie habt Ihr das ganze bisher finanziert?

Ilisin: KfW-Startgeld und ersparte Eigenmittel.

Was gibt es sonst noch aus der Entwicklungsphase zu berichten? Was waren die Herausforderungen? Wie seit Ihr die angegangen?

Ilisin: Das lief ehrlich gesagt alles gar nicht wirklich rund. Programmiert wurde Bedzy durch ein verteiltes Entwicklungsteam (zuständig für Code, Grafik/Design und HTML) und da musste natürlich ständig synchronisiert und vermittelt werden. Da half mir meine langjährige Erfahrung im IT-Projektmanagement. Dann mussten wir leider den ursprünglich für die Plattform angedachten Namen "Bedster" aufgrund einer immer noch andauernden Markenrechtsauseinandersetzung mit einem großen Deutschen Hotelportal in "Bedzy" umändern. Sehr spannend.

Was sind die nächsten Schritte?

Ilisin: Traffic und Buchungen erzeugen und ab in Richtung Break-Even. Außerdem: Das Hotelangebot ausbauen, das Produkt weiter verbessern (gerade die Hotelbeschreibungen sind noch "work in progress", da viele davon nur in Englisch vorliegen), iPhone/iPad App launchen, Kooperationspartner gewinnen und das alles natürlich flankiert von entsprechenden Vermarktungssmaßnahmen.

Bedzy ist anders und, trotz frechem und modernen Aussehen, hochprofessionell. Zudem gibt es für jede Buchung etwas zurück. Aus meiner Sicht eine tolle Sache. Ich glaube fest an die Idee und daran, dass Bedzy seinen Platz neben den etablierten Hotelportalen finden wird. Ist halt die "moderne Alternative".

Vielen Dank für das Interview!

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