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17.04.13Kommentieren

Interview mit Ralf Syring, Syring Schließsysteme

"Auf dem internationalen Parkett würden wir gerne noch aktiver werden"

Ralf Syring ist selbstständiger Tischlermeister und Geschäftsführer der Syring Schließsysteme GmbH. Mit eco-lock Türandruckbeschlag hat er eine Innovation im Bereich Energieeffizienz für Gebäude entwickelt. Wie das ganze funktioniert, wie er auf die Idee gekommen ist und wie er sie weiterentwickeln möchte, erklärt er im Interview mit förderland.

Tischlermeister Ralf Syring (links) im Gespräch mit Vertriebspartnern

Sie haben eine Innovation im Bereich Energieeffizienz für Gebäude entwickelt, genauer einen Türandruckbeschlag. Wie funktioniert das?

Ralf Syring: Die Einsparung der Energie bewirken die Menschen hierbei selbst, fast unmerklich beim Öffnen von Türen auf den ersten 5 mm der Drehbewegung. Dabei wird eine Federkraft erzeugt, die erst beim Schließen der Türen auf den letzten ca. 4 mm freigesetzt wird und die Türblätter bzw. Türflügel 24 Stunden lang täglich an die Türfutterdichtungen presst. Diese Energieeinsparung (Schallschutz, Schutz vor Zugluft etc.) braucht somit keine Stromkabel, Batterien oder ähnliches, und ist für jedermann bezahlbar. Bei geschlossener Tür ist die Technik nicht sichtbar im Falz versteckt.

Wie ist die Idee entstanden?

Syring: Ich bin seit fast drei Jahrzehnten als Tischler tätig und seit 1995 als Tischlermeister. Im zweiten Lehrjahr habe ich bei meinem damaligen Chef zusammen mit einem Praktikanten in einer Woche etwa 45 Innentüren alleine montieren dürfen. Wir haben uns natürlich sehr viel Mühe gegeben, alle Türen ordentlich zu montieren. Zwei Jahre später haben wir in diesem Haus Schränke eingebaut und ich habe natürlich die Türen näher betrachtet: Sehr viele der Türen waren mehr oder weniger verzogen und ich war damals schon vom Produkt Tür enttäuscht. Denn trotz der Mühe wurden Zugluft, Schall, Kälte oder Rauch nicht mehr erwartungsgemäß abgehalten. Da selbst Discounter schon lang große Mengen an Dichtungsband für verzogene Türen verkaufen, wird deutlich, dass fast jedes Gebäude diesen Mangel hat.

Welche Vorteile bietet das System?

Syring: Es muss nicht immer direkt etwas Neues angeschafft werden. Viele Menschen, deren verzogene Türen häufig nur wenige Jahre alt sind, melden sich bei uns und nehmen unsere einfache und günstige Lösung gerne in Anspruch. Aber auch Kunden, deren Türen schon 15 Jahre alt sind, möchten diese nur ungern ersetzten – besonders, wenn sich die neuen ebenso schnell verziehen wie die alten. Die eco-lock Türandruckfunktion verbessert die Türenqualität sowohl von alten verzogenen als auch von neuen Haus- und Innentüren.

Wie kommen Ihre Türandruckbeschläge bei Ihren Kunden an? Welche Kunden gibt es bereits? Und wie organisieren Sie den Vertrieb bzw. das Marketing?

Syring: Verzogene Türen sind ein weitverbreitetes Problem, daher besteht großer Bedarf an Türandruckbeschlägen. Da Kunden schlecht schließende Türen erst dann reklamieren dürfen, wenn sie mehr als 4 bis 5mm verzogen sind, wird ohne eco-lock Türandruckfunktion lange Zeit unnötig Energie verschwendet. Türenhersteller sträuben sich allerdings noch, unser System in neue Türen zu integrieren. Wir können stattdessen beim Vertrieb der eco-lock Türandruckfunktion auf die Unterstützung zahlreicher Baubeschlaghändler zählen - mittlerweile gibt es mehr als 40 Niederlassungen in drei verschiedenen Ländern (D, CH, Li), die unser Produkt im Angebot haben. Wo diese genau zu finden sind, kann man auf unserer Homepage sehen. Die Nachfrage ist so groß, dass noch keine Lagerhaltung erreicht werden konnte, seit die Produktion im Januar 2013 begonnen hat. Hergestellt werden die eco-lock Türandruckbeschläge komplett in Deutschland.

Sie haben die eco-lock Türandruckbeschläge international zum Patent angemeldet. Welche Vorteile bringt eine Patentanmeldung mit sich? Wie aufwendig ist der Prozess?

Syring: Das Patent war hilfreich, um unsere Idee zu schützen und es Trittbrettfahrern zu erschweren, das Produkt zu kopieren. Da wir selber die eco-lock Türandruckbeschläge im Ausland vertreiben – gerade beispielsweise in Kanada – war eine internationale Patentanmeldung für uns genau das richtige. Um Schutzrechte für Kanada, USA und China zu bekommen, mussten wir einige Übersetzer beschäftigen. In Europa war das weniger aufwendig.

Besonders wertvoll für uns war die Zusammenarbeit mit einer Frankfurter AG, die uns auf finanzieller Seite unter die Arme gegriffen hat.

Was sind die nächsten Meilensteine, die Sie erreichen möchten?

Syring: Gerne würden wir eine enge Zusammenarbeit mit der Türindustrie erreichen. Auf diese Weise würden neue Türen endlich verlässlich funktionieren und nicht schon nach wenigen Jahren an Energieeffizienz einbüßen. Für die nahe Zukunft ist geplant, auch Architekten über unser Patent zu informieren und ihnen die Vorteile unseres Systems schmackhaft zu machen: Qualitätsverbesserung, Barrierefreiheit, Klimaschutz, Schallschutz, Rauchschutz, etc.

Gerade sind wir dabei, unsere Produktionskapazitäten auszuweiten. Weitere Stanzwerkzeuge für Montagehilfen sind bereits bestellt; die Produktion beginnt in zwölf Wochen. So ausgestattet können Tischler und Schlosser noch besser an den unterschiedlichen Türtypen der Kunden arbeiten.

Auf dem internationalen Parkett würden wir gerne noch aktiver werden. Die Ausweitung der Geschäftskontakte in Kanada ist schon im Gang. Auch vier russische Firmen haben bereits Interesse an unserer Innovation angemeldet. Für Länder, die wie Kanada und Russland besonders harte Winter erleben, sind Türandruckbeschläge natürlich sehr spannend, um Kälte und Zugluft aus den Gebäuden zu verbannen. Mitunter reicht schon ein eco-lock Türandruckbeschlag um eine Haustür für ca. 20 Jahre dicht zu ziehen.

Vielen Dank für das Interview!

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