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11.11.14Kommentieren

Interview mit Anja Combe, Co-Founder Sidefield GmbH

„Auch wenn wir von der Qualität Sidefields voll überzeugt sind, Jürgen Klopp braucht wohl Hilfe von höherer Instanz“

Das Münchener Start-up Sidefield hat eine Rundum-Lösung entwickelt, um Fußball-Mannschaften zu verwalten und zu organisieren. Im Interview erklärt Gründerin Anja Combe, warum Sidefield zwar nichts für Jürgen Klopp, aber perfekt für Hobbymannschaften ist – was man aus der gerade abgeschlossenen Beta-Testphase gelernt hat und wie es in Zukunft weitergeht.

Anja Combe, Co-Founder Sidefield GmbH

förderland: Hallo Frau Combe, bei Ihrem Start-up Sidefield geht’s um Fußball. Wie könnte die App mir und meiner Stadtpark-Hobbymannschaft helfen?

Anja Combe: Sidefield bietet Ihrer Hobbymannschaft – wie auch jeder anderen Amateurmannschaft – die Möglichkeit, sich optimal zu organisieren. Neben den Basis-Funktionen der Spieltagverwaltung und der Abfrage der Spieler-Teilnahmen, können auch kurzfristige Änderungen via Push-Benachrichtigung kommuniziert, sowie Statistiken live vom Spielfeldrand erfasst und als Live-Ticker mitverfolgt werden.

Viele Amateur- und Hobbymannschaften nutzen heutzutage ja die verschiedensten Plattformen, wie zum Beispiel WhatsApp, Facebook oder die eigene Website, um sich für das nächste Training oder Spiel zu verabreden. Leider hat das für die Trainer und Spieler nur zu einem verstärkten Mehraufwand geführt und nicht zu einer besseren Übersicht oder verbesserten Organisation. Es kommt trotzdem weiterhin vor, dass zu wenige Spieler erscheinen, oder zur falschen Zeit am falschen Ort sind und Spiele und Trainings daraufhin abgesagt werden müssen. Mit Sidefield werden diese Informationen gebündelt  - so wird sichergestellt, dass immer alle Spieler auf dem aktuellen Stand sind und der Aufwand für den Trainer wird stark minimiert.

Sie haben mit Sidefield gerade eine dreimonatige Beta-Testphase hinter sich. Was haben Sie gelernt? Wie war das Feedback?

Combe: Wir haben vor allem gemerkt, wie wichtig eine Testphase grundsätzlich ist. Häufig ist man bei der Programmierung und Planung sehr von seinen eigenen Erfahrungen geleitet und es fehlt einem die nötige Weitsicht.

Glücklicherweise hatten wir Tester aus den verschiedensten Altersgruppen und Mannschaftsarten, so konnten wir viel über die spezifischen Anforderungen dieser Gruppen lernen. Zum Beispiel ist es für Jugendmannschaften oft sehr wichtig, die Anfahrt zum Auswärtsspiel oder den Kuchenverkauf vor Ort zu organisieren - wohingegen für Hobbymannschaften eher der Austausch und die einfache Spiel-Organisation mit anderen Hobbymannschaften im Vordergrund stehen. So haben wir viele Ideen für die zukünftige Weiterentwicklung von Sidefield sammeln können.

Wen haben Sie als Zielgruppe im Blick? Wäre Sidefield auch was für Jürgen Klopp, um den BVB wieder in die Spur zu bringen?

Combe: Auch wenn wir von der Qualität Sidefields voll überzeugt sind, Jürgen Klopp braucht wohl Hilfe von höherer Instanz! Aber nein, ernsthaft, Sidefield richtet sich klar an Amateur- und Hobbymannschaften. Bei Amateurmannschaften kommt es häufiger mal zu kurzfristigen Absagen oder Änderungen, die es dann zu kommunizieren gilt - und es gibt auch keine externen Dienstleister, die Statistiken erfassen oder einen Live-Ticker füllen. All diese Dinge, die bei Profivereinen von außen organisiert werden, möchten wir mit Sidefield nun auch den Amateurmannschaften bieten.

Wie haben Sie die Startphase finanziert? Welche Herausforderungen gab es bei der Gründung – und wie haben Sie die gemeistert?

Combe: In den ersten Monaten haben wir noch nebenbei gearbeitet. Doch man merkt schnell, dass man sich entscheiden muss wie ernst es einem mit der Existenzgründung ist. Wir haben schnell gemerkt, dass wir uns voll auf Sidefield konzentrieren müssen, damit aus unserer Idee etwas werden kann. Zurzeit finanzieren wir uns von unseren Ersparnissen - leider ist es gar nicht so einfach, Förderungen und Zuschüsse zu bekommen. Ein großer Vorteil ist es, dass wir uns als Gründerteam sehr gut ergänzen - wichtige Bereiche wie die Programmierung sowie Marketing & PR werden von uns intern abgedeckt, so sparen wir uns externe Dienstleister und haben nur sehr geringe laufende Kosten.

Und ja, die Startphase eines Start-ups ist grundsätzlich eine große Herausforderung. Man muss lernen mit vielen Unsicherheiten umzugehen. Als Team kann man sich dann gut gegenseitig motivieren und auch mal kleinere Erfolge gemeinsam feiern.

Alle Welt redet von Berlin. Aber wie gründet es sich in München? Gibt es eine aktive Gründerszene? Wer sind die Akteure? Sind Sie da vernetzt?

Combe: Meinem Gefühl nach gibt es in München eine sehr aktive Gründerszene. Allerdings besticht München – im Vergleich zu Berlin – eher durch Start-ups im B2B- statt im B2C-Bereich, die nicht so viel Aufmerksamkeit in den Medien finden, darum ist die Außenwahrnehmung wohl eine andere.

Generell haben wir in der Phase der Ideenfindung bei verschiedenen Accelerator-Programmen reingeschnuppert. Allerdings organisieren sich viele Gründungswillige in München auch in kleineren Gruppen, so haben wir unsere eigenen Netzwerke gebildet und uns eher informell mit anderen Gründern ausgetauscht, was besonders in der Startphase extrem hilfreich war.

Wie ist die Idee zu Sidefield entstanden? Spielen Sie selbst Fußball?

Combe: Ich selber spiele kein Fußball, habe aber viele Jahre andere Mannschaftssportarten ausgeübt und kenne daher die Probleme, die die Organisation einer Sportmannschaft mit sich bringt.

Die Idee zu Sidefield hatte mein Mitgründer Rory. Er spielt schon sein ganzes Leben Fußball und ist auch hier in München Teil einer Mannschaft. Zu allererst war die Idee nur, eine Plattform für seine Mannschaft zu schaffen, damit er nicht mehr alles per Hand pflegen muss und der tagtägliche Organisationsaufwand verringert wird. Nach einiger Überlegung und Umfragen bei anderen Mannschaften stellte sich dann aber schnell heraus, dass an sich alle Mannschaften dieselben Probleme haben. So kam es dann zu der Idee, eine Plattform für alle Mannschaften zu schaffen.

Welche Pläne haben Sie mit Sidefield? Wie wollen Sie das Konzept weiterentwickeln? Wird es weitere Umsatzquellen geben – außer dem Verkauf der App?

Combe: In den nächsten Wochen wird der Fokus vor allem auf der Optimierung der vorhandenen Funktionen liegen, wie z.B. der Verbesserung der Statistik-Darstellung oder einer Weiterentwicklung des Live-Tickers. Gleichzeitig wissen wir aber aus unserer Testphase, dass es noch eine Reihe von Anforderungen gibt, die es gilt in den kommenden Monaten umzusetzen - da konnten wir viele tolle Ideen sammeln.

Außerdem befinden wir uns zurzeit in Gesprächen mit möglichen Kooperationspartnern um unseren Nutzern weiteren Mehrwert bieten zu können – dazu kann ich allerdings noch nicht mehr sagen.

Generell ist es uns wichtig, dass Sidefield auch weiterhin kostenlos genutzt werden kann. Wir können uns aber vorstellen, in Zukunft ausgewählte kostenpflichtige Premium-Funktionen anzubieten.

Vielen Dank für das Interview!

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