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26.11.14Kommentieren

Abseits von Silicon Valley

Auch der Gründungsstandort entscheidet!

Wie es um den Ausgangspunkt der Entrepreneurship-Bewegung der vergangenen Jahrzehnte – das Silicon Valley – bestellt ist, wird derzeit viel diskutiert. Larry Page, Pionier und Gründer von Google, sagte kürzlich in einem Interview mit der Financial Times: „Das Silicon Valley ist überhitzt. Es fehlen der Mut und die Kreativität zu wirklich disruptiven (weltverändernden) Ideen.“

Dr. Thomas Funke, Herausgeber des Buches "Abseits von Silicon Valley"

Spätestens seit die Kaufmann Foundation – die Stiftung für Entrepreneurship Angelegenheiten in Amerika – mit einer Studie direkt die Wagniskapitalgeber im Valley angriff und argumentierte, dass die Rendite von VC-Kapital der vergangenen Jahre im Schnitt nicht höher als bei einer Sparkontoeinlage war (2–3 Prozent), ist eine neue Diskussion um den volkswirtschaftlichen Effekt von Gründungen und Start-ups für Regionen entstanden. Aber wenn schon über das Silicon Valley in dieser Form diskutiert wird: Wie steht es denn dann um andere Gründerstandorte?

Abseits von Silicon Valley

Denn das Silicon Valley ist – wenn auch das erste – nicht das einzige seiner Art: Weltweit entstehen langsam, aber sicher weitere Gründerhochburgen, die mehr Beachtung verdienen. Dabei stellt sich zunächst jedoch die Frage: Welchen Einfluss hat überhaupt der „Geburtsort“ oder das Umfeld solcher im Werden begriffenen Unternehmen? Und vice versa: Welchen Einfluss haben Gründungen auf die Entwicklung einer Region? Eines steht fest: Der Erfolg einer Gründung wird nicht allein durch den Gründer oder seine Fähigkeiten bestimmt. Erst die richtige Mischung der Bausteine eines Gründerökosystems – in anderen Worten: das Zusammenspiel der Bausteine – verhilft Gründern und damit auch gesamten Regionen zum Erfolg. Oft hört man: Verfügbare Talente und eine entsprechende Gründerkultur gepaart mit einem guten Zugang zu Wagniskapital seien das Rezept zum Erfolg einer Region. Doch ist es so einfach?

Die Bedeutung des Gründerökosystems

Ganz so einfach ist es nicht: Denn unter dem Begriff Gründerökosystem werden alle Beteiligten einer Region zusammengefasst, deren Zusammenspiel für den Erfolg oder Misserfolg der Region verantwortlich ist. Der Begriff soll dabei verdeutlichen, dass es eine Vielzahl von Akteuren gibt und diese netzwerkartig durch sichtbare und unsichtbare Verbindungen im Zusammenhang stehen. Erst die Ausgestaltung der Verbindungen ist für den Erfolg (oder auch Misserfolg) der Region und der Gründer verantwortlich. Ein Gründerökosystem kann also als Servicenetzwerk verstanden werden, bei dem der Unternehmer und Gründer im Zentrum der Betrachtung steht und die Maßeinheit des Erfolges ist. Ein „Gründerökosystem“ wird mit Hilfe von vier Säulen charakterisiert:

  1. Es besteht aus sechs Domänen (Politik, Finanzkapital, Kultur, Unterstützung, Humankapital, Märkte).
  2. Jedes Gründerökosystem ist einzigartig (das ist der Grund, warum beispielsweise das Silicon Valley nicht kopiert werden kann).
  3. Gründerökosysteme sind ein Geflecht aus multiplen Ursache-Wirkungs-Beziehungen, ihr Entstehen kann nicht vereinfacht auf ein oder zwei Hauptmerkmale reduziert werden.
  4. Gründerökosysteme werden relativ selbstverstärkend, sobald alle sechs Domänen stark genug ausgeprägt sind.

Was zu sagen bleibt …

Gründer müssen sich folglich bewusst sein, in welchem Ökosystem sie sich befinden. Denn jedes Ökosystem ist unterschiedlich. Je besser ein Gründer weiß, in welchem Umfeld er sich bewegt, umso höher ist seine Erfolgswahrscheinlichkeit. Eine besondere Stärke des Silicon Valley ist zum Beispiel die Verfügbarkeit von Wagniskapital. Daher ziehen Gründer in späteren Phasen, in denen sie Wachstumskapital benötigen, oft in das Silicon Valley um. In Deutschland hat sich zum Beispiel Berlin besonders im Bereich der digitalen Wirtschaft und der Kultur & Kreativszene hervorgetan.

Wie man merkt: Eine ganzheitliche Analyse weltweiter Gründerökosysteme abseits vom Silicon Valley ist unausweichlich. Denn stellen wir uns einmal nur für einen Moment vor, die Scheiterquote von Gründern und Start-ups könnte dadurch um nur einen Bruchteil verringert werden. Das wäre ein enormer Beitrag für die Volkswirtschaft. Begeben wir uns auf diesen Weg. Mit einem Buch haben wir versucht, den Anfang zu machen. Denn insbesondere Deutschland ist als rohstoffarmes Land auf neue, innovative Unternehmensgründungen angewiesen, um Wohlstand und Lebensqualität zu sichern und auszubauen.

Sie können ein Exemplar gewinnen!

Schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail an Vanessa.Frank@weka.de, Stichwort "Silicon Valley". Wir verlosen 10 Exemplare unter allen Einsendern.
Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss: 12.12.2014

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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