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17.11.11Leser-Kommentare

6Wunderkinder

Arm, aber sexy. Und bald auch erfolgREICH?

Die 6Wunderkinder sind sexy. Keine Frage! Internationale Medien berichten über das Berliner Start-up. Und Ihr Taskmanager Wunderlist mischt weltweit die App Stores auf. Kein Wunder! Denn die App gibt’s kostenlos. Reich wird man damit also nicht. Dafür soll dann wohl das schon länger angekündigte Wunderkit sorgen, das bald in die Beta-Phase startet. Zumindest die Coming Soon-Seite gibt’s schon – und ebenfalls einen 4,2 Millionen Dollar Vertrauens-Vorschuss von der Londoner Investorengruppe Atomico, die von Skype-Gründer Niklas Zennström geführt wird.

Blickt kurz vor dem Launch des Wunderkit optimistisch in die Zukunft: 6Wunderkinder-Geschäftsführer Christian ReberBlickt kurz vor dem Launch des Wunderkit optimistisch in die Zukunft: 6Wunderkinder-Geschäftsführer Christian Reber

Das im August 2010 gegründete Hauptstadt-Start-up hat das Momentum auf seiner Seite: Berlin wird von den Medien zur europäischen Gründer-Metropole oder gar dem nächsten Silicon Valley gehyped. Und die 6Wunderkinder sind mittendrin. Natürlich mit einer App, der Wunderlist.

Mit der kann man Aufgaben verwalten. Eigentlich nichts Besonderes – aber mit der Wunderlist funktioniert das anscheinend besonders einfach und die App sieht ohne Zweifel zugleich simpel und stylish aus. Da schlagen dann nicht nur Tech-Nerds, sondern ebenso deren Mütter zu, um beispielsweise Einkaufslisten zu führen oder Geburtstage zu planen. "Super App, echt empfehlenswert!" Die Rezensionen im App-Store sprechen eine ebenso eindeutige Sprache wie die Zahlen: Wunderlist schaffte bisher mehr als 3,5 Millionen Downloads, verzeichnet 1,5 Millionen registrierte Nutzer, ist in 30 Sprachen verfügbar und war "App der Woche" in Apple’s App Store in 104 Ländern.

Anti Copycat Revolution

Neben dem allgemeinen Zeitgeist und dem guten – international ausgerichteten, kostenlosen – Produkt, ist noch einen weiterer Erfolgsfaktor auszumachen: Die 6Wunderkinder selbst haben mit ihrem polemischen Blogeintrag zur "Anti Copycat Revolution" noch mal kräftig Öl ins PR-Feuer gegossen und gegen die Samwers und ihren Clone-Ansatz gewettert. Das sicherte die Aufmerksamkeit der Start-up Szene, man bleibt im Gespräch und ist gern gesehener Gast bei Panel-Diskussionen zum Thema.

"Mit diesem Blog Post haben wir darauf hingewiesen, dass Berlin nicht länger eine Stadt ist die von Copycats dominiert ist, sondern voller wirklich innovativer Ideen und Start-ups steckt. Wir wollen auf die aktuellen und zukünftigen innovativen Start-ups hinweisen und mit Ihnen zusammen an der Weiterentwicklung der Berliner Start-up Szene arbeiten", erklärt 6Wunderkinder-Geschäftsführer Christian Reber.

Natürlich musste sich das Berliner Start-up daraufhin auch selbst Kritik gefallen lassen, denn natürlich gibt es gute Gründe, bereits erfolgreiche Konzepte umzusetzen und natürlich ist eine Aufgabenverwaltung nicht das Maß aller Dinge, wenn es um Innovation geht. Reber dazu: "Es stimmt schon, dass ein Task Manager kein komplett neues Konzept ist. Allerdings haben wir bestehende Konzepte überarbeitet, weiterentwickelt und neue Features und Technologien hinzugefügt. Cloud-Sync, sehr einfache Usability und Benutzerfreundlichkeit und Cross-Plattform Support machen Wunderlist einzigartig."

Make money, not war

Die 6Wunderkinder haben es mit der Wunderlist geschafft, bereits lange vor dem Launch Ihres Wunderkits die Aufmerksamkeit von Nutzern und Medien auf sich zu ziehen – und sich jetzt auch weiteres Kapital gesichert.

Bislang waren die e42 Gmbh, T-Venture und der High-Tech-Gründerfonds als Investoren an Board. Gestern wurde bekannt, dass eine weitere Finanzierungsrunde über die Bühne gegangen ist: Altinvestor High-Tech Gründerfonds hat sein Investment aufgestockt, die Londoner Investorengruppe Atomico, unter Führung von Skype-Mitgründer Niklas Zennström, ist mit 4,2 Millionen Dollar neu dabei. Zennström zeigt sich besonders beeindruckt von der internationalen Ausrichtung des Teams und dem Wachstumspotenzial auf dem weltweiten Markt.

Mit dem frischen Kapital soll in erster Linie die Produktentwicklung von Wunderlist und natürlich Wunderkit vorangetrieben sowie neues Personal eingestellt werden. Wunderkit war eigentlich für das erste Halbjahr 2011 angekündigt. Bislang ist aber nur eine Coming Soon-Seite online, die grafisch Göttliches verspricht und auf der man sich für die Beta-Phase registrieren kann. Die soll laut Reber demnächst starten. "Unserer Entwickler arbeiten rund um die Uhr an Wunderkit und seinen Funktionen. Wir haben sehr hohe Ansprüche an die Qualität und wollen natürlich ein so perfektes Produkt wir möglich anbieten."

Und ein perfektes Produkt müssen die 6Wunderkinder jetzt auch liefern. Denn die Erwartungen von Seiten der Wunderlist-Nutzer, der Medien und schließlich auch der investierten Geldgeber sind hoch. Da müssen in Zukunft auch die Umsätze stimmen, das Wunderkit – das sicherlich nicht mehr in vollem Umfang kostenlos sein wird – muss an den geneigten Smart-Phone-User gebracht werden. Erst dann wird sich zeigen, ob die 6Wunderkinder es schaffen, sexy und nachhaltig monetär erfolgreich zu sein.

A new way to organize your life

Richten soll’s also das Wunderkit, mit dem das Berliner Start-up nichts weniger im Sinn hat, als einen "neuen Standard der Produktivitätsplattformen zu schaffen". Dabei hat man nicht nur Unternehmen im Auge, sondern jeden Bereich des Lebens. Sei es die Uni, ein Band-Projekt, die Familie oder eben die Arbeit. Ein Online-Arbeitsplatz inklusive einem Hauch Social Network soll es werden, an dem man alleine oder mit Freunden und Kollegen zusammenarbeitet.

Wunderkit wird es zum Start als Web App im Browser und als iPhone App geben. Alle Daten werden dabei gesynct und sind ständig überall verfügbar. Später werden dann wie bei Wunderlist noch andere Plattformen unterstützt. Außerdem wird es in jedem Workspace zum Start drei Apps geben – Tasks, Notes und ein Dashboard. So soll man jedes Projekt planen, organisieren und seine Ziele erreichen können.

Das Wunderkit soll also seinem Namen alle Ehre machen und zu einem revolutionären Wunderwerkzeug fürs Planen, Organisieren und Zusammenarbeiten in so ziemlich allen Lebensbereichen werden. Ambitioniert! Doch mit ihren hohen Qualitätsansprüchen in Sachen Design, Usability und User Experience sowie dem frischen Kapital haben die 6Wunderkinder gute Chancen, den teilweise hausgemachten Hype zu nutzen und richtig durchzustarten.

Kommentare

  • Jens B?scher

    17.11.11 (13:16:46)

    Beeindruckend finde ich weniger das "niedliche" bisherige Produkt, sondern das eindrucksvolle Apple-Like Marketing. Ich gehe mal davon aus, dass 50% der bisherigen Finanzen in den (Anfangs k?nstlichen) Hype geflossen sind und weiterhin flie?en werden. Es gibt gen?gend, auch einfache und schicke, Taskmanager und Produktivit?tstools (z.B. Sharepoint, Projectplace, amagno). Also m?ssen es die Optik und vor allem das teure Marketing rau?rei?en. Und sobald es um "Geld" f?r Software geht, dreht sich der Hype auch mal ganz schnell ins Gegenteil. Die Mitbewerber sind sicher besonders gespannt darauf :)

  • war

    18.11.11 (01:05:18)

    auch eher ent?uscht von der app. ich hab astrids auf meinem galaxy tab und hab nach 5 min keinen grund gesehen, weshalb ich wechseln sollte. vllt hab ich ja auch einfach nicht lang genug das holzdesign angeschaut und liebgewonnen

  • Janina

    23.11.11 (18:00:18)

    Jess und Matt von den 6Wunderkindern waren auch bei und im Interview. Sind echt ein super Team!!
    http://blog.code-n.org/2011/11/23/6wunderkinder-awards-for-startups/

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