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14.08.09Leser-Kommentare

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Den Skandinaviern scheint das Start-up-Gründen im Blut zu liegen, aktuelle Projekte wie Spotify oder Roccatune sprechen da eine deutliche Sprache. Wer bei Web 2.0-Trends auf dem Laufenden bleiben will, der sollte ruhig mal auch einen Blick nordwärts riskieren. Das haben wir heute ausnahmsweise mal für Sie erledigt. Mit dabei: Ein Start-up, das uns sagt, wie es uns geht. Ein anderes sagt uns, dass doch im Grunde alles ganz einfach ist und ein letztes sagt uns, welchen Weg wir gehen.

emotionr.com - Von den Finnen weiß man nicht viel. Nur, dass sie im Winter, wenn es kalt wird, sich in kleinen Gruppen versammeln und aneinanderkuscheln, damit es ein wenig wärmer wird. Und wenn er dann schon einmal so gemütlich beisammen ist, der Finne, dann denkt er sich die sonderbarsten Sachen aus: Saunas, Mobiltelefone oder etwa Web 2.0-Seiten namens emotionr. Die ersten beiden Dinge hat der ein oder andere vielleicht schon einmal gehört, doch das letztere bedarf einer Erklärung: Auf emotionr.com fragen die Finnen nämlich die ganze übrige Welt nach dem, was ihnen dem Vorurteil nach so fremd ist, nämlich nach Emotionen. Was mit einem einfachen Stimmungs-Barometer, auf dem man seinen derzeitigen Status-Quo einträgt, beginnt, setzt sich nun Twitter-artig fort: Meldet sich der User an, kann er auch en detail erzählen, was ihm gerade auf der Seele brennt. Falls es jemanden interessiert: Die Welt liegt momentan bei 6.15 auf der Happy-Skala. In Deutschland freuen sich die Menschen über den Sommer und kommen dank meiner 8.5 auf satte 6.69 Punkte.
Potential: Im Grunde hätte emotionr das etwas bessere twitter werden können, doch es kam anders. Leider wurde recht wenig Mühe auf die Kommunikation der User untereinander gelegt und die Seite wirkt ein wenig zu sehr an dem Thema Happyness hochgezogen. Das Design ist in typischer Web 2.0-Bonbon-Optik gehalten, aus der Richtung nichts Besonderes. Doch was die Seite tatsächlich mit twitter gemeinsam hat, ist der Mangel an Montarisierungsideen. Positiv sollte man jedoch die angebotenen Widgets beurteilen, die auf anderen Websites eingebunden werden können, sowohl das Abstimm-Barometer, als auch Statusmeldungen werden hier angeboten.

edicy.com - Dieses Start-up nimmt in letzter Zeit ziemlich an Fahrt auf. Kein Wunder, denn die Idee hinter edicy hat es in sich: Das was posterous für Blogs ist, will edicy für Websites werden. Nämlich die einfachste und idiotensicherste Methode sich welche zu erstellen. Zwar wurden vor kurzem bei einer Ausgrabung im Silicon Valley Reste von Website-Baukästen gefunden, deren Alter auf ca. 2000 Jahre datiert wurde, doch das hielt das estnische Entwicklerteam nicht davon ab, dieses Rad noch einmal neu zu erfinden -und das mit Erfolg, wie man sieht. Konkret kann sich der User aus den gesammelten Bausteinen des Web 2.0-Baukastens seine Seite per Drag&Drop zusammenklicken, diverse Schikanen wie Google Analytics, AdSense oder Widgets einbauen und das ganze dann zu einer vollständigen Website zusammenrechnen lassen. Ähnlich wie posterous verfolgt edicy auch die Politik, die mittels der Software erstellten Sites in einer Art Community zusammenzuhalten.
Potential: 85.000 Websites sind bereits mit edicy erstellt worden. Man stelle sich vor, diese Aufträge hätte ein Web-Designer erhalten. Ein Markt ist also da! Doch was verkauft uns edicy eigentlich? Das Unternehmen verdient sein Geld damit, dass derjenige, der seine eigene Web-Adresse verwenden will, auf den Pro-Account umsteigen muss. User mit einem normalen Account müssen sich damit anfreunden, dass sie nach ihrem Wunschnamen stets ein edicy.com mit sich herumtragen müssen (Fragt sich nur, wie das mit URL-Umleitungen ist). Ein guter Plan, um ins Geschäft zu kommen, oder? Denn einerseits sind die Preise von edicy durchaus bezahlbar (je nach Dauer zwischen 6 und 10 Euro im Monat), andererseits sind sowohl die Designvorlagen, als auch der Service Top of the Pops. Ach, ja. Edicy gibt es auch schon auf Deutsch.

bluewalks.com - Auch die Schweden möchten gerne ihren Senf zu dem heutigen Artikel dazugeben. Auf bluewalks teilen Touristen anderen Touristen Reise-Routen oder Stadtführungen mit, die besonders interessant scheinen. So verpasst der werte Berlin-Urlauber dann weder den Checkpoint-Charly, den Kopf der Nofretete oder aber die leckerste Currywurst der Stadt. Hat man sich für eine Tour entschieden, kann man das seinen Fans mitteilen, indem man die Route auf seiner Website einbindet oder seinen Jüngern auf twitter & Co. postet. Alternativ-Touristen können blueways natürlich dazu nutzen, zu erfahren, welche Routen sie meiden müssen, um den ganzen Trubel zu entkommen. Das ganze funktioniert natürlich nicht nur am Büro-Rechner, sondern auch auf jedem halbwegs smarten Handy.
Potential: Es ist durchaus vorstellbar, dass dieser Service auf einiges Interesse stoßen wird, doch vor den Lohn hat der liebe Gott nun mal den Schweiß gesetzt, so muss auch bluewalks erst einmal die Hürde nehmen, einigermaßen bekannt zu werden, ja eine kritische Masse zu erreichen. Dafür hat sich das Team aber bereits etwas einfallen lassen. Neben dem ganzen Social-Pokus gibt es eine offene Schnittstelle für fremde Web-Dienste, die Karten, Beschreibungen und Touren für ihre Angebote weiterverwerten möchten. Das könnte durchaus funktionieren, jedoch müssen diese Multiplikatoren auch erst einmal erreicht werden. Und das kostet Geld. Geld, das blueways noch nicht verdient, denn nirgendwo auf der Seite ist die Spur einer Werbung oder einem Hinweis irgendwo Geld einzuwerfen zu sehen. Gerade mal ein müdes T-Shirt kann der Interessierte hier erstehen. Doch behalten wir das Start-up im Auge, denn man gewinnt den Eindruck, dass das letzte Wort in Sachen Monetarisierung hier noch nicht gesprochen ist.

Kommentare

  • Kajar

    14.08.09 (09:39:13)

    Thanks for the review and the kind words. Vielen Dank!

  • Cristobal Viedma

    14.08.09 (12:18:02)

    Thanks for the post! this is so cool :)

    Regarding the ads on the website, we are trying to make something really sleek and clean. We are so tired of over-saturated travel websites with ads. Our business model is based on a freemium mobile application and licensing for tourism boards.

    The free iPhone app has been already sent to Apple and now waiting for it to get approved. Will update you as soon as it is ready! :)

    Best,

    Cristobal Viedma

  • Chr. v. de Laak

    15.08.09 (10:59:33)

    Vor Jahren hatte ich mal eine Anfrage. Ich glaube zwar nicht an den Erfolg, aber die L?sung zeigt das Deutsche es doch auch k?nnen und sogar ?ber den Tellerrand hinaus schaffen...Jimdo. Oder war es der Einfluss aus Skandinavien? Wenn ich mich recht entsinne hat mind. einer der Gr?nder in Goeteburg studiert. Wie auch immer, es geht!

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