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11.09.09Kommentieren

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Im heutigen Artikel lernen wir einen Web-Service aus den USA kennen, der dem Web 2.0 die Krone aufs Haupt setzt. Desweiteren werden zwei Start-ups, eines aus den USA, eines aus der Schweiz, vorgestellt, deren Gründungsideen zwar beide auf menschlicher Schwäche beruhen, deren Dienstleistungen sich aber nicht deutlicher von einander unterscheiden könnten.

ning.com - Xing ist bekannt. Bing seit noch nicht allzu langer Zeit auch. Aber Ning? In der Vergangenheit haben wir bereits Projekte wie die Blog-Community posterous, den Website-Baukasten edicy oder den Forenservice tangler vorgestellt und sie alle vereinte die Tatsache, dass sie das Web 2.0 für ihre User zu einem Selbstbedienungsladen verwandeln, in dem man sich, ohne etwas von der Materie zu verstehen, frei bedienen konnte. Ning reiht sich nun nicht nur einfach in diesen Reigen von Do-It-Yourself-Web-Services ein, sondern beansprucht dessen Führerschaft. Denn Ning macht es möglich, eine eigene Social-Community aus dem Boden zu stampfen, und das mit ein paar Mausclicks. So schafft sich der User eine Seite, auf der man ohne weiteres Fotos hosten, Mitglieder verwalten, Chats oder Foren einrichten, Musik und Videos einbinden kann, und und, und. Die Anzahl an Funktionen und Einzelapplikationen ist gigantisch. Neben vielen proprietär entwickelten Applikations-Modulen, steht wie selbstverständlich auch die Einbindung von twitter, google docs, wordpress und anderen Social Services zur Verfügung (übrigens auch eine amiando-Ticketkauf-Funktion). Kurz: Eine eierlegende Wollmilchsau.
Potential: Hier braut sich gewaltig was zusammen. Einzelne Ning-Communitys zählen schon an die 400.000 Mitglieder. Im April noch meldete man bei Ning das Erreichen der 1.000.000-Communitys-Marke. Aktuell ist die Zahl auf 1.500.000 angewachsen. Ein Ende ist kaum abzusehen. Fast jede Technik und Applikation kann vom User mit einem Mausklick eingefügt werden. Wer da noch einen draufsetzen will, brauch eine große Leiter. "Doch wie schaut es mit dem Geldverdienen aus?", mögen manche fragen. Auf jeder erstellten Seite laufen Google-Ads mit Content-abhängigen Anzeigen, an denen ausschließlich Ning verdient. Obendrein bietet Ning noch eine Auswahl an optionalen Premium-Diensten. Diese werden nicht pauschal abgegolten, sondern man zahlt nur den Service, den man braucht. Bleibt noch zu sagen, dass es Ning mittlerweile auch auf Deutsch gibt.

swissdnabank.com - "Eitelkeit - eindeutig meine Lieblingssünde!" hört man Al Pacino in der Rolle des Beelzebub am Ende des Films "Im Auftrag des Teufels" resümieren. Dieses Zitat könnte auch eins zu eins von den Gründern dieses Schweizer Start-ups als Einleitung zum Executive Summary übernommen werden, denn ihr Geschäft ist die menschliche Eitelkeit. Wer bisher noch keinen Krieg angezettelt, einen Literatur-Klassiker geschrieben oder eines der Bilder, die im Louvre herumhängen, gemalt hat, dem bietet swissdnabank eine alternative Möglichkeit unsterblich zu werden. Wie der Name schon verrät, bietet das Unternehmen seinen Klienten an, ihre DNA für alle Zeiten in einem Schweizer Tresorraum für die Nachwelt zu erhalten. Atomsicher, wie von Unternehmens-Seite versichert wird. Doch da wir im digitalen Zeitalter leben, muss so ein Service natürlich noch mehr können - zum Beispiel auch noch die gesamten Erinnerungen als Text-Dateien, Fotos oder Videos auf den swissdnabank-Servern für die Ewigkeit zu konservieren.
Potential: Als ausgefallenes Geschenk für Andere oder für sich selbst und seine Ahnen wird diese Dienstleistung angepriesen. Für die einmalige Summe von 399 Dollar erhält der Käufer ein Gesamtpaket mit DNA-Speicherung und 1 Gigabite Speicherplatz, sowie eine elektronische Codekarte für den Zugriff auf sein Depot. Mit den Zinsen aus einem Teil der Summe, soll für alle Zeit der Betrieb der Anlagen finanziert werden. Vorausgesetzt natürlich es gibt keine Bankenkrisen oder so etwas Ähnliches, ist diese Dienstleistung eine richtig gute Idee: Man nehme einen verlassenen Berkwerksstollen, eine Reihe günstiger Server und ein großes Regal aus dem Baumarkt. Nicht zu vergessen eine große Packung Post-its, damit man nachher auch noch die DNA-Proben wieder zuordnen kann - fertig ist das Erfolgsrezept. Jetzt braucht man nur noch eine ganze Reihe Menschen, die sich nicht mit ihrer Vergänglichkeit anfreunden wollen und die Kasse klingelt.

samasource.com - So sehr man wohl über den Sinn und Unsinn von Dienstleistungen wie der oben aufgeführten swissdnabank streiten kann, so unstrittig ist der humanitäre Mehrwert von samasource. Diese Online-Arbeitsvermittlung kümmert sich ausgerechnet um diejenigen Menschen auf der Erde, die nun alles verloren haben, sogar jede Perspektive. So bildet samasource etwa Menschen in Flüchtlingscamps oder benachteiligte Randgruppen aus, einfache web-basierte Arbeiten, wie Dateneingabe, Datenformatierung oder Anwendungstests auszuführen. Sind die zukünftigen Arbeiter einmal ausgebildet, sucht die Organisation Arbeitsgeber, die derartige Jobs auslagern möchten.
Potential: Samasource ist eine Non-profit-Einrichtung und dem entsprechend wenig gewinnorientiert. Doch der Erfolg misst sich hierbei in anderen Qualitäten. So hat es die Organisation geschafft, das monatliche Durchschnittseinkommen ihrer pakistanischen Schützlinge von 75 auf über 300 Dollar zu erhöhen. Außerdem betont das Projekt, dass Partner-Unternehmen (die bisher vornehmlich aus den USA kommen) deutliche Kostenersparnisse zu verzeichen hätten. Dieses Beispiel zeigt uns, dass es durchaus auch andere Motivationen gibt, eine gescheite Geschäftsidee zu entwickeln und ein Projekt aufzubauen, als das Interesse am Geldverdienen.

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