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23.10.09Kommentieren

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Letzte Woche gab es ein Start-up international-Special - ein aufschlussreiches Interview mit Antti Vilpponen von arcticstartup.com. Diese Woche gehen wir wieder in den Normalbetrieb über und präsentieren drei interessante Start-up-Ideen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen: moji-moji aus Japan wollen Youtube und Co. weiter kommerzialisieren. Ein Schimpanse aus den USA liefert die Post aus und ein weiteres US-Start-up spannt findige Facebook-User vor den Karren, um Geld zu machen.

Reden ist Gold

mojimoji.tv - Schon lange haben wir nicht mehr aus Japan berichtet, nicht, dass es da nichts zu berichten gäbe - nein, die Japaner sind findig wie eh und je. Aber oftmals versteht der Durchschnitts-Europäer nicht die medialen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, die dort teils zu bizarren Geschäftsideen führen. (Beispielsweise, die Schulmädchen-iPhone-Uhr, die jede Minute ein anderes Schulmädchen zeigt, das eine Tafel mit der aktuellen Uhrzeit hochhält - ein Verkaufsschlager!) Anders in diesem Fall: Das moji-moji-Team tüftelte ein Konzept aus, was das weitere Kommerzialisieren von Videoplattformen wie youtube oder sevenload ermöglicht. Die moji-moji-Software benutzt hierfür eine simple Spracherkennungssoftware, die dazu dient, aus den gesprochenen Wörtern der Videos einen Text-String zu erzeugen, der je nachdem zur Verschlagwortung für Werbeeinblendungen oder als Untertitel, die man auch automatisch übersetzen lassen kann, eingesetzt wird.
Potential: Hurra! Wieder eine simple Idee, die Gratis-Dienste für die Betreiber doch noch rentabel macht. Leider kann nichts zu den Details des Dienstes gesagt werden, da die Website des Betreibers nur auf japanisch verfügbar ist. Außer vielleicht: Weiter so, Japaner!


Wenn der Affe zweimal klingelt

mailchimp.com - In den USA hat dieses Start-up schon einen erstaunlichen Bekanntheitsgrad erlangt - hierzulande ist der Dienst eher weniger populär. Das wird sich hoffentlich mit diesem Beitrag ändern. Doch nun zum Eingemachten: Wer schon einmal E-Mail-Newsletter verschicken musste, der weiß, was für eine nervenaufreibende Kiste das werden kann: Adress-Listen verwalten, Versand timen, Rücklauf und Stornierungen kontrollieren - eine Qual! Meist greift man dann zu einem Programm, welches einem diese Dinge zu gewissen Teilen erleichtert - den evolutionären Gipfel bei der Entwicklung dieser Dienste hat nun MailChimp erreicht. Während andere Anbieter das Internet eher dazu nutzten, Ihre Newsletter-Programme zu verkaufen, benutzt MailChimp das Netz dazu, diese Dienste Standort-unabhängig abzuwickeln. Und das mit Top-Features: Adress-Management, HTML-Mail-Designer, Kampagnen-Analyse-Programm und einer Top-Sendequote von 97%. Wer noch mehr will, wird bedient: Auto-Responder, dynamische Inhalte, Mobile App, Authentifizierung, und und und.
Potential: Neben der detailreichen und gelungenen Umsetzung gönnt sich MailChimp auch den Luxus eines recht großen Bekanntheitsgrades. Ob das nun an der Professionalität des Dienstes liegt oder an dem seltsamen Post-Schimpansen, der als Maskottchen für das Start-up herhalten muss, lassen wir mal dahin gestellt. Wie so viele Web-Dienste in der heutigen Zeit schlägt auch MailChimp frei nach dem Freemium-Modell den Bogen zwischen Gratis-Web und Geldverdienen. Wer das Programm gratis nutzen möchte, ist auf 3000 E-Mails und 500 Empfänger im Monat beschränkt. In feinen Abstufungen kann der High-End-Nutzer ein Kontingent von bis zu 50.000 E-Mails mit einer unbegrenzten Anzahl an Empfängern verschicken. Dafür ist dann aber auch ein Betrag von 240 US-Dollar im Monat fällig.
Während man sich also hierzulande schulterzuckend beklagt, dass es keine deutschen Top-Web-Start-ups gibt, setzten die Amerikaner zwischenzeitlich ganz orthodox einen Offline-Dienst nach dem anderen als Online-Variante um - mit durchschlagendem Erfolg.


DIY fürs Social Web

appbank.com - Im Fahrwasser der großen Social-Communities manövrieren clevere Start-ups, die sich das Potential der Großen hemmungslos zu Nutze machen. In diesem Falle hat sich ein Start-up aus Seattle den Branchenprimus Facebook als Nährboden für seine Aktivitäten ausgesucht. Wie viele vielleicht schon wissen, hat Facebook seine Tore für verschiedene Zusatzapplikationen fremder Anbieter geöffnet, was zu einem immensen Aufkommen an sogenannten Facebook-Apps führte. Auf diesen Zug springt nun auch appbank auf: Das Unternehmen dachte sich ein Programm aus, was es dem User ermöglicht, selbst Apps zu entwerfen. Hier finden sich verschiedenste Module zum Erstellen von Rätseln, Quiz-Elementen, Animationen, Umfragen und anderen Spielereien. Diese Apps werden dann auf Facebook geschaltet und mit kontextabhängigen Werbe-Einblendungen versehen. Wird die Werbung eingeblendet oder gar angeklickt, verdient sowohl appbank als auch der Ersteller der App.
Potential: Das Unternehmen hat in den US-Tech-Medien bereits einige Wellen geschlagen - User generated Content kommt halt immer gut an. Auch die Werbekunden haben appbank-Werbung positiv aufgenommen - macht es doch die zielgerichtete Kommerzialisierung von Facebook leichter. Außerdem profitieren die Unternehmen, die hier Anzeigen schalten, von einer übersichtlichen Analyse- und Abrechnungs-Oberfläche. Auch auf User-Seite hält das Konzept einiges an Potential bereit: Schaut man sich die Top-User-Statistik an, ist schnell erkennbar, dass man mit einer guten App ein paar hundert Dollar im Monat dazuverdienen kann.

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