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13.11.09Kommentieren

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Ja, Start-ups aus aller Welt, aber keine Allerwelts-Start-ups - das ist das Motto dieser Rubrik, der Sie jeden Freitag auf förderland folgen können. Oft, wenn es sich anbietet, werden Start-ups vorgestellt, die sich alle einer bestimmten Herangehensweise verschreiben. In dieser Ausgabe ist es aber bunt gemischt. Heute vertreten: Ein amerikanisches Start-up mit einer ganz simplen Idee, leider auch einer ganz simplen Umsetzung. Ein französisches Start-up mit Web-Technologie der Zukunft und noch eines aus Amerika, das eher in der realen Welt als im Web zu Hause ist. Viel Vergnügen!

Say hi!

omegle.com - "Hi, mein Name ist Christopher, ich komme aus Queensland/Australien. Ich höre Black-Metal und pinkle auf Gräber." Diese und andere dubiose Gesprächspartner werden dem ahnungslos nach Freundschaft suchendem User auf einem kleinen Webservice namens omegle untergeschoben. Und das ist kein Wunder, denn omegle fordert genau das von uns, was unsere Mütter uns früher stets in Ihrer Vorsorge haben vorenthalten wollen: Das Gespräch mit Fremden. So wird uns ein Chat mit einem uns völlig unbekannten Gesprächspartner vermittelt, mit dem es nun erst einmal ein gemeinsames Thema zu finden gilt. Hieraus können sich, je nachdem wen man in die Leitung bekommt, interessante Konversationen oder kommunikative Grenzerfahrungen ergeben.
Potential: Seit seinem Start im Frühjahr diesen Jahres hat sich auf omegle noch immer nicht viel getan. Ein unattraktives Logo ziert sie spartanisch gehaltene Seite - mit ein bisschen mehr Liebe zum Detail hätte man hier ein Gefühl von Abenteuer und Neugierde erwecken und so ganz andere Vorzeichen fürs Nutzen des Chats setzen können. Dies hat der Betreiber, der 18-jährige Leif K-Brooks allerdings ein wenig verschlafen. Immerhin sorgt ein einzelnes Werbebanner (für einen frivolen Single-Chat) dafür, dass zumindest ein wenig Geld in die Kaffeekasse kommt. Was omegle auch noch auf der Haben-Seite verbuchen kann, ist die Umsetzung einer iPhone/iPod-App. Alles in allem: Für einen 18-jährigen eine tolle Leistung, fürs Profi-Geschäft reicht es aber noch nicht ganz. So darf man gespannt sein, was in Zukunft von dem jungen Mann aus Vermont zu erwarten ist.

Das Ganze und seine Teile

wozaik.com - Noch ganz warm und gerade frisch aus dem Start-up-Backofen kommt dieses französische Web 2.0-Baguette daher. Und die Technik, die einem hier geboten wird, ist wirklich à la bonheur! Der Name wozaik deutet es bereits latent an: Das Projekt hat irgend etwas mit dem Thema Mosaik zu tun. Kommt der Benutzer auf die Web-Präsenz, weiß er noch nicht so recht, was ihn erwartet. Er sieht eine Seite, die aus mehreren Ausschnitten anderer Websites zusammengesetzt ist. Und das ist es auch was wozaik uns verkaufen will: Geh auf irgend eine Website, die du magst - Schneide mit Hilfe des wozaik-Browser-Plugins irgend ein rechteckiges Element aus und dieses wird auf Deiner wozaik-Seite, eins neben dem anderen, angezeigt. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, was die Entwickler mit Hilfe Ihrer Java-Script-Künste hingekriegt haben, denn die gewählten Ausschnitte sind ganz unabhängig von den ursprünglichen HTML-Elementen, sie öffnen eine Art Wurmloch zu der Herkunftsseite. Ein Loch, das dem Ausschnitt entspricht, dem man gewählt hat und durch den hindurch man alle Veränderungen auf der originalen Seite beobachten kann.
Potential: Diese von den Franzosen entwickelte Technik bietet viele interessante Einsatzgebiete. Das Team hat sich aber nun dazu entschieden, ein Dashboard, eine Art Start-Seite zu schaffen, die einem den allmorgentlichen Einstieg in seine Online-Ressourcen erleichtern soll. Das Projekt ist gerade in der Testphase, weshalb auch noch keine Monetarisierungs-Idee skizziert ist. Schenkt man allerdings Blog-Gerüchten glauben, dann wird in Bälde eine Sorte von Affiliate-System zum Einsatz kommen. Auch hakt die Technk noch hier und da: Das Updaten der Ausschnitte klappt noch nicht so recht und auch kommt oft nicht der Ausschnitt an, den man sich gewählt hat. Das Team sollte auf jeden Fall auch noch andere Möglichkeiten zur Anwendung und Kommerzialisierung ihrer Technologie im Auge behalten und sich nicht allein auf das Dashboard verlassen. So könnte man interessante Widgets sowie Facebook und Smartphone-Apps entwickeln oder aber ein Microblogging mit Seitenschnipseln. Alles in allem: Sehr fortschrittlich und viel Potential in der Technik, mit der Dashboard-Umsetzung aber eher ein befriedigend.

... the answer is blowing in the wind.

zyxio.com / beamindblower.com - Der US-Bundestaat Nevada ist bekannt für seine staubtrockene Wüste, den Hoover-Staudamm und die beiden Glücksspielparadiese Las Vegas und Reno. Manche Menschen finden diesen Staat irgendwie trostlos, andere aber, so wie die Gründer von zyxio, finden ihn inspirierend. So mag man sich denn auch vorstellen wie diese eines Tages am Feuer saßen und ein Cowboy seine Mundharmonika herausholt und anfängt "Moon River" herunter zu dudeln. Das ist der Augenblick, wo bei den Gründern der Groschen fällt: Wenn man nur mit seinem Atem eine ganze Tonleiter und noch mehr beherrschen kann - warum nicht auch den Computer. Gesagt - getan! Das Team macht sich an die Arbeit und entwickelt ein Eingabegerät, einem Headset nicht ganz unähnlich, was statt des Mikrofons einen respiratorischen Sensor trägt. Dieses Ding nun ist per Atemkontrolle in der Lage allerlei Aufgaben zu erleichtern: Scrollen, zoomen, blättern, regeln - eben viele Nebentätigkeiten, die so bei der Computerarbeit anfallen. Das ist den Burschen aus Las Vegas allerdings nicht genug. Auf ihrer Wettbewerbs-Seite beamindblower.com suchen sie nach außergewöhnlichen Konzepten, die ihre Technologie zur Anwendung bringen. Zu Gewinnen gibt es jede Menge Tech-Kram und 5 Sitze im Entwicklungs-Beirat der Firma. Diese sollen von kreativen Köpfen besetzt werden, die Interesse daran haben, das Produkt voran zu bringen. Das wird natürlich recht gut bezahlt und man trifft sich in Las Vegas. Holla!
Potential: Die Produktentwicklung hat das Gründerteam vorbildlich vorangetrieben, denn sowohl das Gewicht, wie auch der Herstellungspreis wurden auf ein marktfähiges Niveau reduziert. Auch die Steuersoftware ist ausgereift und bedarf keiner weiteren Entwicklung. Nur was anfangen mit dem guten Stück? Ganz kann man die Maus nun mal nicht ersetzen und den ganzen Tag herum zu pusten, macht den Mund trocken wie die Mohave-Wüste. Bis auf 70er Jahre Krautrock-Gitarristen, die Schläuche zur Regulierung ihrer Effektgeräte benutzten, ist noch nicht viel mit Atem-Kontrolltechnik realisiert worden. Deshalb auch kam nun der richtige Schritt der Gründer, einen Ideen-Wettbewerb auszurufen - der dient nämlich nicht nur dem neuen Input, sondern ist auch ein erste Sahne PR-Instrument. Wir wünschen jedenfalls viel Glück bei der Ideenfindung.

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