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26.11.10

Start-ups international

3 intelligente Start-up Konzepte aus Finnland, den USA und Frankreich

Wie jeden Freitag stellen wir heute wieder drei Start-ups vor, die auch erfahrenen Start-up-Kennern noch die ein oder andere Lektion erteilen können. Eins dieser Start-ups zeigt uns auf, dass es im facebook-Netz noch einiges an Terrain zu gewinnen gibt, ein anderes Unternehmen will für seinen Erfolg ganze Städte verdrahten und ein drittes zeigt, was man aus einer bekannten Anwendung noch alles herausholen kann.

dazzplay.com - Am Anfang war es noch nicht so klar zu sehen, doch immer mehr etabliert sich facebook zu einem Parallelnetz. facebook-Apps liefern Spiele, Marktplätze, Tools, Nachrichten Suchfunktionen - alles, was ein Durchschnitts-User im Grunde so braucht. Hält man sich dieses Vorzeichen vor Augen, scheint es recht legitim, Geschäftsmodelle, die sich im Web 2.0 durchgesetzt haben, auch im "facebook-Netz" zu etablieren. Ein Paradebeispiel dafür liefert gerade dazzplay ab. Hierbei handelt es sich um eine facebook-App zum Musikhören und -organisieren. Ähnlich wie auf dem Web 2.0-Vorbild last.fm, lassen sich auch hier Playlists aus iTunes und Co importieren. Die App sucht dann automatisch im Netz, zum Beispiel bei YouTube, nach den passenden Musik-Dateien und Videos und verlinkt diese. So muss nicht umständlich erst die eigene Musik hochgeladen werden. Und natürlich ist es dem User möglich seine Musik dann auch noch mit anderen zu "sharen". So kann man andere Playlists importieren, aber Songs auch einfach auf einer fremden "Wall" abspielen. Und wer sich am Ende in einen Song verliebt hat, kann ihn direkt auch kaufen.
Potential: Das war ein sicherer Schuss, den die Finnen da abgeliefert haben. Der "Proof-of-Concept" war bereits vorhanden, man musste ein erfolgreiches Start-up-Rezept nun einfach nur noch nach facebook transponieren. Auch die Monetarisierung stimmt dank des angeschlossenen Musikverkaufs. Einmal mehr zeigt sich, dass die Finnen einen ordentlichen Riecher haben, was Geschäftskonzepte angeht. Und noch dazu besitzen sie das Know-how, diese Konzepte auch professionell umzusetzen. Als kleine Hausaufgabe für heute: Welches erfolgreiche Web 2.0-Konzept fällt Ihnen ein, das es noch nicht bis nach facebook geschafft hat? Und: Welche Lehren können wir aus der Erkenntnis ziehen, dass facebook eine Art Parallelnetz ist?

myShopanion.com - Ein wenig konstruiert wirkt er schon, der Name dieses Start-ups, doch er trifft den Nagel auf dem Kopf, denn bei dieser Smartphone-App handelt es sich um eine wirklich durchdachte Shopping-Anwendung. Dass es Software gibt, mit der man Barcodes von Produkten scannen kann, ist ein alter Hut. Doch was man aus diesem Ansatz alles machen kann, das zeigt uns dieses Start-up aus San Francisco. Scannt man nämlich mit der Handy-Kamera den Barcode eines Produkts, so erhält man allerlei Informationen. Zu den wichtigsten gehören Meinungen anderer Kunden, so dass man sich ein Bild davon machen kann, ob ein Artikel etwas taugt oder nicht. Wem das noch nicht reicht, der darf den Artikel per facebook und Co. an alle Freunde verschicken und deren Meinungen einholen. Dies allein ist schon recht respektabel, doch die Entwickler gingen noch einen Schritt weiter und zeigen dem scannenden Kunden sogleich auch noch Shopping-Angebote und einen Preisvergleich aus dem Internet an. Clever oder?
Potential: Das ist bitter für den Einzelhandel. Stellen Sie sich vor, das einzige, was Ihre Kunden in Ihrem Laden noch machen ist sich die Ware anschauen, scannen, lächeln und wieder gehen. Doch gerade diese Zukunft skizziert uns myShopanion. Doch wie verdient der Service eigentlich selbst Geld? Es ist wohl anzunehmen, dass man eine Provision für vermittelte Verkäufe kassiert und eventuell noch einige Bonuszahlungen, indem einige Produkte beim Preisvergleich gefeaturet werden. Und auch hier wollen wir unsere Hausaufgabe nicht vergessen: "Welche Informationen und Dienste könnte man den Produkten noch zuordnen.?"

SmartGrains.com - Auch dieses Start-up versucht mobile Endgeräte zur Problemlösung in der realen Welt zu verwenden. Doch schildern wir kurz, wo das Problem liegt, dem sich das Start-up gewidmet hat: Haben Sie schon einmal einen Parkplatz gesucht? Haben Sie schon einmal sehr lange nach einem Parkplatz gesucht? - Dann freuen Sie sich auf den intelligenten Ansatz dieser französischen Gründertruppe, denn SmartGrains hat eine Handy-App entwickelt, die den Franzosen zeigt, wo sich noch ein freies Plätzchen für ihr Auto befindet. Doch woher weiß die App, wo noch etwas frei ist? - Hier beginnt der Teil, der mit wirklichem Aufwand verbunden ist: Ein Netzwerk aus Sensoren sendet kabellos Signale an die SmartGrains-Server, wobei jeder Sensor gleichzeitig auch eine Antenne beinhaltet, die die Signale der anderen Sensoren weiterträgt. Ob nun ein Auto auf dem Parkplatz steht oder nicht, wird durch die Störung eines Magnetfeldes herausgefunden.
Potential: Dieses System, was sich das SmartGrains-Team ausgedacht und durchentwickelt hat, hat eine ganze Reihe von Benefits aufzuweisen: Umweltschutz, Zeitersparnis, Verkehrsentlastung sind sicherlich die wichtigsten und so wird diese Entwicklung zu einem sinnvollen Beitrag zu einer "Smart City" der Zukunft. Doch wie finanziert man ein derartiges System vor und wie setzt man es möglichst flächendeckend um? Das Team versucht diese Fragen zu beantworten, indem es mit kommunalen Behörden wie auch privatwirtschaftlichen Strukturen, wie Flughäfen oder Parkhäusern kooperiert. Im öffentlichen Raum könnte man sich auch eine kleine Gebühr vorstellen, die für das Finden eines Parkplatzes fällig wird und per Handy abgebucht wird. Doch so weit ist das Team noch nicht und das volle Potential des Parkplatzfinders muss sich erst noch entfalten. Auch hierzu eine kleine Aufgabe: "Wozu könnte man das kabellose Netzwerk der Parkplatz-Detektoren noch nutzen?"

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