<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

08.07.13Kommentieren

Interview mit Mark Egert, Gründer und COO von dozeo

"12 Freunde, die an der gemeinsamen Vision arbeiten"

Das im „Neckar Valley” bei Stuttgart beheimatete Start-up dozeo hat es sich zum Ziel gesetzt, digitale Begegnungen zu verschönern. Im Interview mit förderland stellt Mitgründer und COO Mark Egert das Tool vor, spricht über das Thema Kooperationen und blickt in die Zukunft der interaktiven Videokommunikation.

Mark Egert, Gründer und COO von dozeo

förderland: Hallo Herr Egert, seit Ende März sind Sie mit Ihrem Start-up dozeo live und versprechen „Online meetings finally made awesome“. Wie genau funktioniert das?

Mark Egert: Zunächst Danke für die Möglichkeit, uns hier vorstellen zu dürfen. dozeo hat es sich zum Ziel gesetzt, digitale Begegnungen zu verschönern. Nutzer sollen ein tolles Erlebnis haben, ohne von der Technik gestresst oder abgelenkt zu werden. Die volle Aufmerksamkeit soll auf das Wesentliche gelenkt werden – nämlich die anderen Teilnehmer und Inhalte/Medien um die es geht. Wir wollen möglichst alle Barrieren aus dem Weg räumen, die hochkomplexe Technik und Software oft mit sich bringen. Bei uns braucht man keinen IT-Abschluss, um sich zurechtzufinden.

Es gibt ja eine ganze Reihe an Konkurrenzprodukten. Was haben Sie denen voraus?

Egert: Wir sind hürdenlos nutzbar. Gäste klicken auf einen Einladungslink und los geht´s. Kein Download, keine Registrierung. Auch der Konferenzgastgeber muss keine aufwendigen Installationen vornehmen. Wir legen besonderen Wert auf ein reduziertes, intuitives und ansprechendes Design, was uns von den meist technik-lastigen Tools deutlich abhebt. Wir haben ein intelligenteres Preismodell und können beliebig weitere Anwendungen wie z.B. Dropbox, Youtube etc. einbinden. Vor allem aber sind wir das einzige Konferenztool auf diesem Niveau, dass eine offene und für jeden zugängliche Schnittstelle (API) anbietet.

Wie ist die Idee zu dozeo entstanden?

Egert: Max, einer der Gründer und CTO von dozeo, hatte genug von unnötigen Geschäftsreisen zu Seminaren und der Nutzung von holpriger Software für Webinare. Also hat er sich dazu entschieden, einfach ein besseres Tool zu “bauen”. Zwei Jahre später sind wir mittlerweile 12 Freunde, die an der gemeinsamen Vision arbeiten.

Auf welche Weiterentwicklungen dürfen sich dozeo-Nutzer freuen?

Egert: dozeo entwickelt sich ständig weiter. Wir hören genau zu, was unsere Nutzer wünschen und setzen die entsprechenden Wünsche sukzessiv um. Ein aktuelles Beispiel ist die Aufnahmefunktion (Recording), das sich viele unserer Nutzer gewünscht haben. Wir sind auch dabei eine Telefoneinwahl fertig zu stellen, mit der es möglich sein wird, auch von unterwegs an Meetings teilzunehmen. Weitere Funktion, die wir in der Pipeline haben, sind Lösungen für mobile Endgeräte und die Integration von Live-Streams.

Wer dozeo ausprobiert, merkt schnell, dass eine Menge Entwicklungsarbeit dahinter steckt. Wie haben Sie das Ganze finanziert? Und: Hat sich der Einsatz gelohnt? Kommt dozeo an?

Egert: Wir sind finanziert durch Angel-Investoren und zwei Beteiligungsbanken. Wir sind sehr gespannt, ob der Markt unser Produkt weiterhin so gut annimmt. Seit drei Monaten sind wir mit unserer Lösung am Markt und forcieren aktuell unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Auf der einen Seite gibt es zwar bereits etablierte Anbieter im Markt, was sicherlich eine große Herausforderung darstellt. Andererseits wird Videokommunikation und virtuelle Kooperation in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Der Kuchen ist groß genug, wir wollen ein möglichst großes Stück davon abbekommen. Aktuell werden wir von Kooperationsanfragen überschwemmt, was uns sehr optimistisch stimmt.

Stichwort „Kooperationen“. Über die Zusammenarbeit mit Userlike hat ja Timoor Taufig bereits im Interview mit förderland berichtet. Aber Userlike ist ja nicht das einzige Unternehmen, mit dem Sie kooperieren ...

Egert: Stimmt, ganz aktuell werden wir auf der Preview in München und Hamburg die Deutsche Service Allianz vorstellen. Dieser Verbund – derzeit vier Unternehmen – hat es sich zum Ziel gesetzt mehr Servicequalität in Unternehmen zu etablieren. „Weniger Wüste, mehr Service“ ist das Motto. Aber auch andere Kooperationen mit Marktplätzen, Dienstleistungsplattformen oder anderen SaaS Tools sind voll im Gange. Genau dafür sind wir mit unserer Schnittstelle und dem flexiblen Entwicklerteam gut aufgestellt.

Kooperationen sind ja immer auch eine strategische Entscheidung. Gerade in Deutschland sind viele Gründer eher zurückhaltend. Warum gehen Sie diesen Weg?

Egert: Aus unserer Sicht ist es das Beste, was man machen kann. So tickt die Netz-Ökonomie eben.  Sie lebt von Offenheit und übergreifendem Denken. Seine eigene Suppe kochen ist out und kurzsichtig. Gewisse Bereiche werden gerade erst durch Synergie-Effekte interessant. Es kann sehr sinnvoll sein, sog. Mash-Up- Strategien zu verfolgen und gemeinsame Sache mit komplementären Lösungen zu machen. Manchmal ergibt 1 + 1 =3!

Sie sind mit Ihrem Start-up – Oh Wunder – nicht in Berlin ansässig, sondern im „Neckar Valley” um Stuttgart. Was gibt es aus der dortigen Gründerszene zu berichten?

Egert: In Stuttgart und Baden-Württemberg greifen wir auf eine lange Tradition von Machern und Erfindern zurück. Neben großen Konzernnamen sind auch unzählige Hidden Champions im Klein- und Mittelstand hier angesiedelt. Dieser Innovationsgeist ist auch in immer mehr Gründungen im Tech-Bereich zu spüren. Wir digitalen Stuttgarter sind auf jeden Fall heiß darauf, hier ein Ökosystem für erfolgreiche Start-ups aufzubauen. Startup-Stuttgart.de leistet hier gute Arbeit und wir engagieren uns gerne selbst dabei. Am 24. Juli sind wir Gastgeber des Meetup & Barbecue für und von Gründern und Unternehmern aus Stuttgart. Es geht um Networking und Erfahrungsaustausch in entspannter Atmosphäre. Unsere Gäste sind bunt gemischt. Vom Gründer bis hin zu bereits erfolgreichen Unternehmern.

Zum Schluss bitten wir um einen Blick in die Zukunft: Online Meetings sind zwar keine absolute Nische, aber in der Masse noch längst nicht Gang und Gäbe. Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Thema entwickeln? Wo werden zukünftige Anwendungsgebiete von dozeo liegen?

Egert: Wir sind überzeugt davon, dass live und interaktive Videokommunikation den Alltag entscheidend prägen wird. Das Treffen mit dem Bank- oder Versicherungsberater, Parteien die virtuell Wahlkampf machen, der Bürgermeister der eine Online-Sprechstunde hält, Comedy, Dating, Konzerte – überall wird es die Möglichkeit geben, die beste Alternative zum persönlichen Treffen zu wählen und live dabei zu sein, obwohl man weit entfernt ist. dozeo hat sich genau dafür aufgestellt – wir wollen in all diesen Feldern eine wichtige Rolle zu spielen.

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer