02.10.06Kommentieren

Businessplan

Kein Geld ohne Businessplan ?!

Die Verwirklichung einer Geschäftsidee scheitert häufig nicht an der Idee selbst, als vielmehr am Aufbau einer soliden Unternehmensfinanzierung.

Ein Beitrag von Dr. Wolfgang Benzel

Dieser Satz drückt eine wesentliche Erfahrung aus der Beratung von Existenzgründern aus. Während der Gründer selbst von seiner Idee und deren Umsetzung überzeugt ist und auch meist viele Grundvoraussetzungen für die Selbständigkeit erfüllt, sehen das potenzielle Geldgeber häufig anders. Die Konsequenz besteht dann im Scheitern einer guten Idee bereits beim ersten Schritt: dem Aufbau einer soliden Unternehmensfinanzierung.

Der "Basisfehler", welcher gemacht wird, besteht in diesen Fällen darin, dass der Gründer sein Vorhaben ausschließlich aus seiner Perspektive und nicht aus der seines Verhandlungspartners, meistens der Kreditsachbearbeiter einer Bank, sieht. Er glaubt, dass andere Personen von seiner Idee in kurzer Zeit genauso begeistert sein müssen wie er selbst. Doch dies entspricht nicht den Tatsachen.

Warum ist dies so? Zunächst gehört es zum Job eines Geldgebers, Finanzierungen auf ihre Tragfähigkeit hin zu untersuchen. Der wesentliche Gesichtspunkt dabei ist es festzustellen, ob die ausgereichten Gelder zuzüglich eines angemessenen Zinses auch wieder zurückbezahlt werden. Von daher sind es selten emotionale Gesichtpunkte, als vielmehr handfeste Kriterien, welche den Ausschlag für eine Entscheidung zu Gunsten des Existenzgründers geben.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass beispielsweise ein Bankmitarbeiter nicht in jedem Fall in allen Bereichen Fachmann ist und den Markt, in welchem agiert werden soll, unter Umständen überhaupt nicht kennt. Somit sind es die prognostizierten Ergebnisse und die Umstände, welche zu diesen Erwartungen führen, welche von zentralem Interesse sind.

Und genau hier kommt der Businessplan ins Spiel. Im Businessplan wird die Geschäftsidee "abgebildet". Und zwar so, dass auch eine branchenfremde Person in der Lage ist, sich von der Tragfähigkeit des Konzeptes zu überzeugen. Das Thema Finanzierung ist dabei ein Aspekt. Weitere Themen sind Ertragsplanung, Produkt- und Dienstleistungsangebot, Standort, Konkurrenzsituation, Rechtsform, Marketing etc. Zu beachten ist dabei, dass der Businessplan im Umfang dem Vorhaben angemessen sein muss. Weniger ist dabei oft mehr. Der Verhandlungspartner muss nämlich in die Lage versetzt werden, sich innerhalb relativ kurzer Zeit einen Überblick verschaffen zu können und gleichzeitig alle relevanten Informationen erhalten.

Den gewonnenen Eindruck verbindet der Geldgeber mit dem persönlichen Erscheinungsbild des Existenzgründers, was ein ganz wesentlicher Punkt ist. Nicht nur die Idee, auch die handelnden Personen müssen überzeugen.

Nach dem Start des Unternehmens sollte der Businessplan jedoch nicht in der Schublade verschwinden. Vielmehr ist er weiterhin als Steuerungsinstrument zu nutzen und  fortzuschreiben. Wenn dies gemacht wird, erfüllt er seine Funktion und stellt ein wichtiges Instrument für die Unternehmenssteuerung dar.

Autor: Dr. Wolfgang Benzel

Steuerberater und Diplom-Kaufmann
Dr. Wolfgang Benzel

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