<< Themensammlung Prouktpiraterie

Gehe zu: News | FAQs

Geeignete Gegenmaßnahmen

Geeignete Maßnahmen gegen Produktpiraterie

1. Gewerbliche Schutzrechte

Die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte ist das A und O im Kampf gegen Plagiatoren. Denn nur wenn Patent-, Geschmacksmuster-, Gebrauchsmuster-, Sorten- oder Markenschutzrechte für die Originalprodukte gesichert sind, kann zivil- und strafrechtlich gegen Fälschungen vorgegangen werden.


2. Grenzbeschlagnahme beim Zoll beantragen

Ein Antrag auf Grenzbeschlagnahme beim Zoll ist nur dann möglich, wenn das geistige Eigentum durch die Registrierung gewerblicher Schutzrechte gesichert wurde. Ist dies geschehen, bietet die Grenzbeschlagnahme ein wirksames Mittel gegen die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Fälschungen innerhalb der Europäischen Union sowie gegen den innergemeinschaftlichen Handel mit Plagiaten.

3. Technischer Schutz

Neben den gewerblichen Schutzrechten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Originale durch technisch gestaltete Kennzeichnungsmittel fälschungssicher zu machen. Angeboten werden in diesem Bereich:

  • Etiketten
  • Sicherheitsfäden
  • Sicherheitslabels
  • Hologramme
  • Microtaggants®
  • Spezialtinten
  • Magnetstreifen
  • Smartcards

Je nach Produkt sollte entschieden werden, welche Sicherungsmöglichkeit sinnvoll, effektiv und in finanzieller Hinsicht angemessen ist. Um die geeignete Methode zu finden, können - laut einer Empfehlung des europäischen Dachverbandes für die Investitionsgüterindustrie (Orgalime) - folgende Fragen hilfreich sein:

  1. Gewährt die Methode eine exklusive, auf das Unternehmen zugeschnittene Kennzeichnung?
  2. Ist die Kennzeichnung mit dem Erzeugnis fest verbunden?
  3. Enthält die Kennzeichnung sichtbare und unsichtbare Elemente?
  4. Lassen sich die technischen Kennzeichen einfach auf ihre Echtheit kontrollieren?
  5. Ist die Kennzeichnung nicht kopierbar, entfernbar und änderbar?
  6. Bietet die Methode eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation?

Technische Sicherungsmittel helfen Kunden, Händlern, dem Zoll und den Unternehmen selbst Originale von Fälschungen zu unterscheiden.

4. Unternehmensstrategie

Die Unternehmensstrategie sollte im Hinblick auf die Bekämpfung der Produkt- und Markenpiraterie klar geregelt sein. Neben dem konsequenten Schutz des geistigen Eigentums und dem Einsatz von technischen Sicherungsmitteln bei entsprechendem Bedarf, sollte eine kontinuierliche und intensive Marktbeobachtung erfolgen. Dabei ist besonderes Augenmerk auf den Bereich Internet-Handel zu richten. Inzwischen gibt es viele Anbieter, die mit besonderen Softwareprogrammen das Internet nach gefälschten Produkten durchkämmen können.

Ist Ihr Unternehmen von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen?
Produktpiraterie betrifft nicht nur große, bekannte Unternehmen, sondern alle diejenigen mit erfolgreichen Erzeugnissen. Routinemäßig überprüft werden sollten bei neuen Vertragsverhandlungen auch langjährige und vertrauenswürdige Händler bzw. deren Umfeld auf einen eventuellen Handel mit Fälschungen.

Beantworten Sie die folgenden fünf Fragen, um herauszufinden, ob Ihr Unternehmen von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen ist:

  1. Gab es einen plötzlichen Rückgang der Absatzzahlen im Im- oder Exportgeschäft?
  2. Gibt es einen Anstieg von Kundenbeschwerden bezüglich bestimmter Produkte?
  3. Treten z.B. auf Messen vermehrt neue Wettbewerber, besonders aus dem asiatischen Raum auf?
  4. Haben Vertriebspartner, Mitbewerber oder andere Branchenkenner Anzeichen von Fälschungen Ihres Produktes erkannt? 
  5. Gibt es in den Medien, z.B. Radio, Fernsehen, Internet, Fachpresse, Zeitungen, Informationen oder Hinweise auf Fälschungen?

(Quelle: Counterfeiting-Guide von Orgalime 2001)

Nachrichten und Interviews zu Produktpiraterie

Schlagworte zu diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer