Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon Brigadier am 04.01.2010, 19:45

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Hallo zusammen,
ich habe viel gelesen, aber bisher keinen Beitrag zu Sachgründungen gefunden.
Es soll eine GmbH und keine UG gegründet werden. Leider ist Bargeld nicht so reichlich vorhanden, um das Stammkapital auf einen Schlag aufzubringen. Alternative: Sachgründung? Allerdings sind weder Grundstücke noch Aktien vorhanden, die relativ leicht zu bewerten wären.

Es gibt aber u.a. ein Warenlager (Neuware), dessen Wert das erforderliche Stammkapital für eine GmbH-Gründung weit übersteigt. Wie geht hier das Registergericht vor? Wird der mögliche Verkaufspreis der Waren zugrunde gelegt? Wer beurteilt die Werte, wenn es keine oder kaum vergleichbare Dinge auf dem Markt gibt und diese Waren auch nicht mehr produziert werden?

Wer weiß genauer, was bei Sachgründungen üblich und zu beachten ist und wie man in meinem speziellen Fall am besten vorgeht?

Vielen Dank und beste Grüße, B.
Brigadier
 
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon AchmedibnYussuf am 05.01.2010, 12:53

Wie geht hier das Registergericht vor? Wird der mögliche Verkaufspreis der Waren zugrunde gelegt? Wer beurteilt die Werte, wenn es keine oder kaum vergleichbare Dinge auf dem Markt gibt und diese Waren auch nicht mehr produziert werden?

Nein, mit dem Verkaufspreis wird bestimmt nichts bewertet.
Ich vermute, dass die selben Ansatzregeln gelten, die auch für die Bilanzierung gelten. Und das hieße: Es ist der niedrigere Wert von Anschaffungs- und Marktwert zu wählen. Wenn kein Markt für die Waren existiert, beträgt der Wert 0.
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon Brigadier am 05.01.2010, 17:23

AchmedibnYussuf hat geschrieben:
Nein, mit dem Verkaufspreis wird bestimmt nichts bewertet.
Ich vermute, dass die selben Ansatzregeln gelten, die auch für die Bilanzierung gelten. Und das hieße: Es ist der niedrigere Wert von Anschaffungs- und Marktwert zu wählen. Wenn kein Markt für die Waren existiert, beträgt der Wert 0.


Ich habe nicht geschrieben, dass kein Markt existiert. Das würde bedeuten, es existiert keine Nachfrage. Im Gegenteil: Es gibt diese Dinge kaum noch am Markt. Sie sind deshalb sehr begehrt.
Das ist ein Unterschied.
Diese Waren sind eigentlich fast Antiquitäten (allerdings unbenutzt, neu). Sie werden nicht mehr "produziert". Einen Wert haben sie dennoch. Abnehmer finden sich auch und es können teilweise Liebhaberpreise erzielt werden.

Wie könnte zum Beispiel ein Antiquitätenhändler seinen Warenbestand in eine GmbH einbringen?

Nehmen wir an, er hat eine Grafik für 10 Euro auf dem Flohmarkt erstanden, weil der Verkäufer nicht wusste, was er vor sich hat. Das Bild stellt sich als Original von Penck heraus, für das am Markt 350,00 € zu erzielen sind. Ist es dann mit 10 Euro in die Eröffnungsbilanz einzustellen bzw. steht es nur für anteilig 10 € bei der Einlage des Stammkapitals?
Das schiene mir ziemlich absurd.

Gruß B.
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon AchmedibnYussuf am 05.01.2010, 18:40

Das deutsche Bilanzierungsrecht ist gläubigerorientiert, daher gilt es, Vermögensgegenstände niedrigstmöglich anzusetzen.

Daraus, dass du sagtest, dass es keine vergleichbaren Gegenstände auf dem Markt gibt, habe ich geschlossen, dass kein Markt besteht.

Für eine wirtschaftliche Betrachtung ist es nur bedingt geeignet, das stimmt.
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon Brigadier am 05.01.2010, 19:59

Tja, hm. Watt nu? :roll:

Vielleicht wäre es praktikabel, 20-25 % eines moderat angesetzen Verkaufswertes anzunehmen. Damit wäre dem Gläubigerschutz ggf. Genüge getan. Selbst abgespeckt auf 10 % würde nur eine Position des Bestands locker fürs komplette Stammkapital ausreichen. Ist nur die Frage, ob das Registergericht das akzeptieren würde und ob es vernünftig ist, das Stammkapital freiwillig so in den Keller zu fahren.
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon AchmedibnYussuf am 06.01.2010, 10:59

Vielleicht findet sich hier ja noch jemand, der sich besser mit der Thematik auskennt als ich.
Hast du denn Kaufbelege für die Ware? Hat ein Prüfer überhaupt den Sachverstand, die Ware einzuschätzen?
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Re: Wer kennt sich mit Sachgründungen aus?

Beitragvon Brigadier am 06.01.2010, 13:05

AchmedibnYussuf hat geschrieben:Vielleicht findet sich hier ja noch jemand, der sich besser mit der Thematik auskennt als ich.

Ist halt wirklich sehr speziell, stimmt.

AchmedibnYussuf hat geschrieben:Hast du denn Kaufbelege für die Ware?

Kaufbelege existieren so gut wie gar nicht. Die meisten Artikel wurden von Privat angekauf, auf Einzelartikel umgelegt oft für wenige Pfennige. Das ist teilweise 15, 20 Jahre her, die Wertsteigerung ist enorm. Damals waren wir aber eher im Sammelfieber und haben weniger an eine spätere geschäftliche Verwertung und Buchhaltung gedacht.

AchmedibnYussuf hat geschrieben:Hat ein Prüfer überhaupt den Sachverstand, die Ware einzuschätzen?

Es gibt immer mal wieder einzelne Auktionen (Ebay u.a. oder Antiquitätenhändler) und für einige Sachen inzwischen Sammlerkataloge. Daran könnte man sich orientieren.

Vielen Dank für deine Mühe und beste Grüße
B.
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