Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon candeloro am 08.04.2011, 00:24

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Ich spiele nachdem ich das Buch "Kopf schlägt Kapital" gelesen habe auch mit dem Gedanken mich im Internet selbständig zu machen.
Nur beschleicht mich das Gefühl einem Direktmarketing-Hype aufgesessen zu sein.

Gründen soll also "schlank" und "mit möglichst wenig Kapital" "durch Outsourcing" vonstatten gehen.

Nur:
Wer nicht selber zusätzlich zum Unternehmer gleich noch Webpageprogrammierer ist, sich perfekt mit Datenbanken, Zahlungssystemen, den juristischen Fallstricken, Marketing-Experte usw ist, der stellt fest, dass die Idee schön ist, die Ausführung aber schon mal eine nicht geringe Summe an Startkapital verschlingt.

Und das nachdem der potentielle Gründer sich durch den unergründlichen (Marketing-)Dschungel des Internet gesucht hat. "Wie soll meine Webpage aussehen, was brauch ich wirklich?" ist schon eine Frage, die der Internetgründer kaum beantwortet bekommt. Gehe ich in Foren, bekomme ich hunderte Amateure, deren Webseiten (lt unzähligen Kommentaren und Reaktionen) unreif, schlecht programmiert, nicht geeignet designed sind. Der Gründer kann das aber ja auch gar nicht einschätzen.
Wendet man sich an eine profilierte Firma zur Erstellung des Webauftritts, ist der Anspruch "wenig Kapital" für die Gründung zu brauchen schon zum Scheitern verurteilt...

Ich will für mein erstes Posting hier gsar nicht zu weit ausholen oder gar zu negativ klingen aber irgendwie beschleicht mich wie gesagt das Geführ, dass das Thema "schlanke Gründung" nur eine Direktmarketingaktion, die von den Träumen "reich in 3 Wochen mit nur 5 Stunden Arbeit" der unwissenden Gründer lebt.

Wenn mir, damit es doch noch konstruktiv wird, jemand eine Quelle nennen kann, die neben den Gründungsideen zusätzlich das Vorgehen der Gründer nennen kann, würde ich ich freuen.


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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon RSC am 08.04.2011, 07:24

Hallo,

Mit den angesprochenen Dienstleistern ist es natürlich wie mit allem. Je besser und professioneller sie arbeiten, dest teurer sind deren Leistungen für den Kunden. Wenn man folglich als Gründer bereits ein Marketing ala zalando etc. haben möchte oder sogar braucht, dann wird man wohl um derlei Kosten nicht herum kommen.

Der Ansatz in "Kopf schlägt Kapital" ist mMn jedoch, mit einem unternehmerischen Konzept zu gründen , das so gut durchdacht ist, dass es anfängliche handwerkliche Unzulänglichkeiten wegstecken kann. Im Endeffekt ist das wie in jedem Business. Je höher der Wettbewerb und je enger die Nische, desto weniger Fehler darf man sich in der Umsetzung erlauben. Im Umkehrschluss gilt folglich: Je besser du dich bereits konzeptionell vom Wettbewerb absetzt, desto eher werden deine Kunden dir kleinere Unprofessionalitäten verzeihen. Und unter dieser Voraussetzung reichen eben auch die von Faltin beschriebenen "günstigen" Bordmittel.

Ich teile Deine Meinung, dass es sich hier um ein "Direktmarketing" handelt daher nicht, auch da Faltin selber sagt, wenn man "reich in 3 Wochen mit nur 5 Stunden Arbeit" werden möchte, dass man es besser lassen sollte. Ich denke das Buch beschreibt vielmehr eine spezielle Art zu gründen, die eben - wie oben beschrieben- ein sehr gut durchdachtes Konzept voraussetzt. Zudem beschreibt ja das Buch selber einige Beispiele, die offensichtlich nach dem beschriebenen Schema gegründet wurden.

Viele Grüße,

PS: Zuletzt ist vielleicht noch zu ergänzen, dass geringer Kapitalbedarf natürlich auch immer relativ ist. Für den einen sind 10 Tsd. EUR vielleicht bereits unerreichbar, für den Anderen sind EUR 20 Tsd. immer noch ein geringer Bedarf im Verhältnis zu den erwarteten Gewinnen.
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon garbs am 10.04.2011, 06:47

candeloro hat geschrieben:Ich spiele nachdem ich das Buch "Kopf schlägt Kapital" gelesen habe auch mit dem Gedanken mich im Internet selbständig zu machen....


Hmm, dann hast du es aber noch nicht richtig verstanden, oder?

Zeig mir doch mal die Stelle, wo geschrieben steht, dass ausgerechnet du dich im Internet selbständig machen sollst.

Möglicherweise solltest du das Buch nochmal lesen...

:mrgreen:
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon dalito am 13.04.2011, 10:19

Grundsätzlich kann ich candeloros Gedanken ja schon nachvollziehen. Das Problem ist denke ich, dass man meist nur die erfolgreichen Gründungen zu Gesicht bekommt, wo es dann auch noch so aussieht, als wären die Jungs innerhalb von 3 Wochen von Google Rank 1002390 auf #1 gekommen. Die gescheiterten Ideen/Startups sieht man doch meistens nicht und ebenso wenig die Arbeit die hinter dem Erfolg von einigen Unternehmungen steckt. Insbesondere sieht man auch nicht das tägliche auf-und-ab, die Zweifel wenn es nicht so schnell geht wie erhofft und die Stunden voller stupider Arbeit. Ich merke das gerade selbst bei mir wenn ich nach der Arbeit noch an meinem Startup programmiere und manchmal verzweifel weil ein kleines Layout-Element mal eben 4 Stunden in Anspruch nimmt und ich deswegen nicht vor 1 Uhr Nachts ins Bett komme aber morgens wieder um 7 Uhr aufstehen muss. Mal eben Tee oder Energiesparlampen online zu verkaufen erscheint im Vergleich dazu so leicht und schnell umsetzbar - was es im Endeffekt aber nicht ist. Blogs wie smartpassiveincome.com und selbstaendig-im-netz.de sollte man dann auch gar nicht erst lesen weil auch da oft der Eindruck erweckt wird, das ginge alles ganz smart, passive und mit minimalem Aufwand. Gründen im Web bzw. Gründen im Allgemeinen ist extrem harte, zeitintensive, langwierige, nervenaufreibende Arbeit und ich muss mich daran fast jeden Tag irgendwie wieder selbst dran erinnern. Für angehende Einzelgründer wie dich (und mich) ist dann entsprechend das Marketing auch noch ein weiterer Stolperstein. Ohne SEO-Erfahrung und Online-Marketing-Background kann man nur ausprobieren ausprobieren ausprobieren - Wahrscheinlichkeit für Fehlschläge ziemlich hoch ...

Soweit ein paar sympathisierende Kommentare zu candeloro's Post ;-)
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon thomas am 31.07.2011, 22:09

Hi,

ich finde die Diskussion hier ziemlich interessant.

Ich glaube ganz und gar nicht, dass es sich um einen Direktmarketing Hype handelt.

Ich bin 100 % überzeugt und habe es auch bereits mehrmals erlebt, dass Gründen "schlank" und "mit möglichst wenig Kapital" möglich ist. Und das auch ohne, dass man zusätzlich zum Unternehmer gleich noch Webpageprogrammierer ist, sich perfekt mit Datenbanken, Zahlungssystemen, den juristischen Fallstricken, Marketing usw. auskennt.

Ich glaube, dass man mit Bootstrapping extrem viel erreichen kann und sich natürlich auch nicht für die teuersten Outsourcing Partner entscheiden muss. Beispiele:
- beispielsweise hat es bei einem unserer Start-Ups anfangs nicht geschadet, dass die AGB von einem Amateur geschrieben wurden. Nachdem die ersten Umsätze da waren, wurde die Erstellung professioneller AGB aus den Umsätzen finanziert.
- Sehr gutes Webdesign gibt es im Ausland für wenig Geld
- Zahlungssystem, Datenbanken etc. kann man sich für ein Apfel und ein Ei von ausländischen Outsourcingpartnern in seinen Dienst integrieren lassen
etc. etc.

Ich will hier auch nicht zu weit ausholen aber ich habe bereits mehrfach gesehen, wie Services die laut Schätzung von Experten zwischen 25 Tsd. und 50 Tsd. Euro Startkapital erfordern mit 700 € umgesetzt wurden (ohne, dass ein Webentwickler oder Designer im Team war).

Zu der prinzipiellen Vorgehensweise beim schnellen, günstigen Gründen von Unternehmen schreibe ich mit ein paar anderen Leuten auf dem IdeaCamp Blog http://ideacamp.de/blog

Ich hoffe, dass ich wieder etwas Mut machen konnte. Es ist kein Direktmarketing-Hype. Ich glaube Faltin hat mit der Unmenge an Unternehmen die er erfolgreich mit gegründet hat bewiesen, dass der Prozess replizierbar ist.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon thomas am 05.08.2011, 14:45

Hi,

da ich auch gerade noch einen Gastbeitrag auf netzwertig.com zu dem gleichen Thema geschrieben habe, wollte ich auch hier nochmal einen Link dazu geben http://netzwertig.com/2011/08/03/startu ... m-grunden/

Es geht zwar nicht ausschließlich um Online Gründungen, aber diese sind zum Teil mit besonders geringem Kapitaleinsatz und in sehr kurzer Zeit machbar.

Viele Grüße

Thomas
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon anton.b am 01.09.2011, 14:38

ich wäre vorsichtig mit der idee, man kann ohne viel startkapital einfach mal so durchstarten. sicher, es kann schon klappen - aber ob es grade bei jemand klappt, der dazu einfach mal ein buch gelesen hat?
ich wäre auch vorsichtig damit, mal einfach irgendwelche agbs ins netz zu stellen - da gibt's ganz viele unternehmen, die davon leben, andere abzumahnen.
existenzgründung will in jedem fall gut überlegt sein...
am besten so viel wie möglich lesen und auch nen gründerseminar besuchen - z.b. die ihk bietet das regelmäßig an.
anton.b
 
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Re: Einfache Onlinegründungen nur ein Hype?

Beitragvon business-kid am 23.09.2011, 23:39

Hallo candeloro,

ich würde hierbei simple sagen - Erfolg mit: Low-Budget Ja, Billig Nein.

Mit Billigversionen von Allem kommst du gerade im Onlinebereich nicht weit. Heißt jedoch nicht, dass du nicht mit Low-Budget Erfolg haben kannst :wink:

Es bedarf einer anderen Herangehensweise. Low-Budget braucht mehr Zeit, mehr Glück, mehr Geschick, das ist nunmal die hässliche Seite des Kapitalismus, Chancengleichheit in diesem Sinne wirst du hier nicht finden. Dennoch kannst du dich dagegen wehren.

Wenn du einen technischen Partner brauchst, kaufe nicht irgendwo etwas billiges, sondern gehe auf die Suche nach einem Partner der gegen eine mittelfristige, minderheitliche Beteiligung am Unternehmen oder Gewinn mit dir zusammenarbeitet. Ebenso in allen anderen Bereichen. Oder regle die Angelegenheiten über Kooperation - gegenseitige Unterstützungsansätze gibt es sehr oft.
So kannst du auch direkt feststellen ob deine Idee Potential hat, wenn deine Idee oder du selbst andere nicht dafür begeistern kannst, hättest du es mit wenig Geld auf kurz oder lang so und so sehr schwer.


Ich würde jedoch auch nocheinmal gern deine Definition von Direktmarketing-Hype im Zusammenhang mit deiner Frage hören. Entweder stehe ich diesbzgl. auf dem Schlauch oder du meinst etwas anderes.

Beste Grüße
Philipp
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