Beratung für Fördermittel

Beratung für Fördermittel

Beitragvon triplek am 12.08.2011, 16:28

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo zusammen,

nachdem ich nun seit längerem hier wertvolle Tipps nachlesen durfte muss ich mich nun doch mal selber zu Wort melden und ein paar Fragen loswerden.

Ich habe ein Internet-StartUp geplant und bin auf der Suche nach Kapitalgebern und stieß dabei zum einen auf einen privaten Investor, der durch ein Unternehmen in der Schweiz vermittelt wird und zum anderen einen deutschen Unternehmensberater mit Sitz in Hamburg.

Wie ist denn die reguläre Vorgehensweise bei solchen Unternehmen, d.h. der Ablauf bis zur Geldausschüttung. Mich macht es ein wenig stutzig, dass das Unternehmen in der Schweiz mal eben so freiwillig ein paar hundert tausende von Euros rausrückt ohne große Bedingungen zu stellen. Einzige Bedingung bisher war, dass ich ein gewisses Eigenkapital von gerade mal 2,2% nachweisen müsse und das Geld auch nur innerhalb der EU wieder einsetze. Ich bin auf dem gebiet ein absoluter Laie, was mich an der Seriösität des Angebots zweifeln lässt.

Dahingegen scheint das Hamburger Unternehmen sehr seriös zu sein. Sie bieten eine ganze Palette von Fördermitteln nachdem ich eine Art Auskunftsbogen ausgefüllt habe. Über 40 verschiedene Fördermittel würden für mein Vorhaben in Frage kommen, davon sind knapp "30 direkt nutzbar".
Um weitere Details zu erfahren muss ich einen termin vereinbaren bei dem mir die Fördermittelanalyse überreicht wird und ein Modell für die Finanzierungskonstruktion erstellt wird.
Preis liegt bei 750 Euro zzgl. MwSt. + Reiskosten.
Was ich also bisher kostenlos bekommen habe ist eine Bestätigung, dass es Fördermittel gibt, aber nicht wo, von wem, zu welchen Bedingungen, usw...

Dass es Fördermittel gibt, davon bin ich fast ausgegangen, ich bin jetzt nicht besonders viel schlauer als vorher. Ich meine ich würde für eine gewisse Dienstleistung zahlen, aber ich kaufe ja dann quasi die Katze im Sack, ich weiß ja gar nicht mit welchen Ergebnissen ich da rechnen kann. Lege ich dann 750 Euro auf den Tisch und erhalte nur Schrott?

Wie ist denn die normale Vorgehensweise in der Branche? Ist das überall so? Oder gibt es etwas wo ich mich "sicherer" fühlen kann? Und wie kann ich rausfinden ob das Schweizer Unternehmen tatsächlich seriös ist?

Würde mich über ein wenig Hilfestellung freuen.
triplek
 
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Re: Beratung für Fördermittel

Beitragvon StefanSN am 12.08.2011, 17:36

Hallo

ich habe keine Ahnung in dieser Art der Fördermittelbeschaffung jedoch habe ich Ahnung in der Geldbeschaffung.

Ich bin mir sicher dass es soetwas wie Sie beschreiben eine absolute Abzocke ist.

Eine Fördermittelberatung bekommen Sie KOSTENLOS bei jeder IHK, die Unterlagen können Sie ebenfalls KOSTENLOS herunterladen.

Einen Kreditvermittler hatte ich bisher noch nicht - und werd ich hoffentlich auch nicht suchen- aber ich würde hier die IHK einschalten!

Ich bin gerade dabei mich in einem ähnlichen Bereich selbstständig zu machen.
Ich habe mit über 10 Unternehmensberater gesprochen und ich muss vor dieser Branche ganz stark warnen. Sie haben keinerlei Anspruch auf irgendwas, diese Branche nennt dies "keinen Anspruch auf Erfolg".
Das ist wie wenn Sie einen Maurer beauftragen ein Haus zu mauern er aber nicht dafür garantiert dass die Steine 2 Tage übereinander stehen bleiben.

Selbst die staatlichen Organisitionen wie zB die KFW (hier KFW Beraterbörse) oder die RKW mit ihren Beratern haben KEINERLEI erwähnenwerten Hürden für die Listung der von ihnen empfohlenen(!!!) Berater.
Ich würde NIEMALS einen Berater nehmen der nicht mindestens in diesem Bereich studiert hat.
Ich würde NIEMALS einen Berater nehmen der alleine Berät (das sind die die eine unmöblierte Wohnung mit einem Schreibtisch haben, Motivationstrainings durchführen, und wo die anderen Mitarbeiter gerade bei Kunden sind) in wirklichkeit sind das meiner Meinung nach, Konklomorate von freien selbstständigen vernetzten Beratern die sich selbst Aufträge zuschustern und durch zugeschusterte Förderungen leben. Da muss man alle Arten der Förderung beantragen und über andere Berater beantragen lassen um die maximal mögliche Förderungsabzocke zu betreiben.
Ich würde NIEMALS einen Berater aus der KFW Beraterbörse nehmen der nicht 100% Wiedereinsetzungsquote hat.

Ich würde an mehrere große Steuerberatungskanzleien gehen die eigene Gründungsabteilungen haben,
der Stundenlohn liegt hier bei etwa 75€-105€. Und dort würde ich die Gründung und finanzierung planen. Wenn hier etwas schief geht kann man sofort zu den Geschäftsführern und dort nachfassen.
Bei einem einzelnen geht das nicht!
Das witzigste dabei ist das es einzelne gibt die vernetzt sind und untereinander aggieren, dann reden die sich groß (wir haben einen Finanzexperten, wir haben einen Personaler, wir haben einen Werbeexperten der Ihnen sogar kostenlos 500 Visitenkarten druckt).
Ein rießen Witz ist das.

Gehen Sie zur IHK und zu einem STB der Gründungen macht und von dem Sie überzeugt sind. Checken Sie mehrere aus.
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Von Ihren Anbietern können Sie nichtmal Referenzen verlangen, weil die Kunden ANGEBLICH das nicht wollen. "Welcher Gründer gibt schon gerne Auskunft über genommene Kredite oder darüber dass er einen Berater braucht", das steht auf vielen Webseiten.
Aus meiner Sicht alles Dünnpfiff.

Jeder Gründer gibt gerne Preis dass er eine Unternehmensberatung in Anspruch nimmt und redet auch gerne über Kredite die zum Wachstum beitragen!

wenn mich jemand fragen würde wen ich für kompetent halte dann könnte und würde ich sofort 3-4 Namen raus geben. kompetente Steuerberater, Unternehmensberater und Verbandsmitarbeiter.

Kaufen Sie sich doch mal ISBN-13: 978-3833499135
da können Sie auch etwas über finanzierung von sog Möchtegern finanziers lernen und Unternehmensberater die nur abzocken. Und vorallem lernen Sie wo und wie man Geld von anderen bekommen kann und dass das schwer ist.

posten Sie dochmal die firmen, oder denken Sie dass das nachteilig wird?
StefanSN
 
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Re: Beratung für Fördermittel

Beitragvon mgb-consulting am 12.08.2011, 19:19

Hallo ...

Man kann aus der Ferne immer schlecht etwas beurteilen, dass man im Zusammenhang nicht selbst nachvollziehen kann.

Grundsätzlich würde ich dazu raten, keine Termine mit Vermittlern von Investoren zu machen, wenn nicht zu 100% klar ist, dass Sie mit dem Investor persönlich reden. Ein beliebtes Spielchen ist die Erzwingung einer Vorkasse für die Prüfung des Businessplans, da der so arg beschäftigte Investor seine kostbare Zeit opfert und diese durch ein geringes Entgelt entlohnt werden muss. Sowas ist Dummenfang, man bekommt mit einer fadenscheinigen Begründung eine Ablehnung und ist sein Geld quit.

Was die Fördermittelrecherche angeht, so ist es überhaupt kein Problem, einem möglichen Kunden 30 beantragbare Programme zu senden, man macht ihn damit regelrecht heiss. Fördermittel können ein ergänzendes Teil einer Gesamtfinanzierung sein, die Recherche macht aber nur dann Sinn, wenn man im Rahmen einer begleitenden Beratung die Auswirkungen unterschiedlicher Programme für das Unternehmen "durchspielt" und mit dem Unternehmer gemeinsam die Entscheidung für das eine oder andere Programm trifft. Die Beantragung an sich ist in manchen Fällen schwierig und von den Unterlagen her umfangreich, sodass hier viele Unternehmer Hilfe bei der Erstellung und eine Begleitung bei den Gesprächen benötigen. Man kann daher recherchieren, wenn anschließend umsetzend begleitet wird, eine Recherche ohne anschließende Begleitung ist so sinnlos wie ein Kropf.

MfG
MGB-Consulting
mgb-consulting
 

Re: Beratung für Fördermittel

Beitragvon triplek am 15.08.2011, 09:01

mgb-consulting hat geschrieben:Hallo ...


Was die Fördermittelrecherche angeht, so ist es überhaupt kein Problem, einem möglichen Kunden 30 beantragbare Programme zu senden, man macht ihn damit regelrecht heiss. Fördermittel können ein ergänzendes Teil einer Gesamtfinanzierung sein, die Recherche macht aber nur dann Sinn, wenn man im Rahmen einer begleitenden Beratung die Auswirkungen unterschiedlicher Programme für das Unternehmen "durchspielt" und mit dem Unternehmer gemeinsam die Entscheidung für das eine oder andere Programm trifft. Die Beantragung an sich ist in manchen Fällen schwierig und von den Unterlagen her umfangreich, sodass hier viele Unternehmer Hilfe bei der Erstellung und eine Begleitung bei den Gesprächen benötigen. Man kann daher recherchieren, wenn anschließend umsetzend begleitet wird, eine Recherche ohne anschließende Begleitung ist so sinnlos wie ein Kropf.

MfG
MGB-Consulting



und genau da seh ich das Problem!
ich soll jetzt 750 Euro zahlen, dafür erhalte ich die genannte Analyse über die möglichen Fördermittel. Der Berater kommt vorbei (Fahrtkosten werden extra berechnet) und stellt die Analyse vor.
Die Fördermöglichkeiten werden in das Investitionsvorhaben eingebaut und und das Ganze wird zusammengefügt. Die Fördermittelanalyse wird mir dann überreicht. Damit ist der Auftrag beendet.
Anschließend habe ich die Wahl einen NEUEN Vertrag zu schliessen um das Unternehmen mit der Beantragung der Fördermittel zu beauftragen. Dieser ist fast ausschließlich auf Erfolgsbasis.
(zusammengefasste Auszüge aus dem Ablaufplan des Unternehmens)

Für mich bedeutet das also, ich zahle 750+MwSt und bedanke mich erst einmal für die gemachte Arbeit für eine hart erarbeitete Liste von Fördermitteln bei dir ihc mir dann aussuchen kann ob ich diese nun alle selber beantragen will oder dem unternehmen noch mehr Geld gebe, dass die diese ganze Arbeit für mich übernehmen!?
Ich meine es ist ja schon schön so ne komplette Analyse zu bekommen. Ich selber habe dafür natürlich jede menge Arbeit und Lauferei erspart. Aber ist das auch tatsächlich 750 Euro wert was ich da bekomme?

@mgb-consulting
Wenn ich mir Ihre Website anschaue sehe ich dort einen ähnlichen Ablauf? Unterschied ist wahrscheinlich, dass man nicht einfach abgefertigt wird, sondern auch bis zu einem bestimmten punkt begleitet wird. Allerdings muss ich zugeben keine allzugroßen Unterschiede feststellen zu können? Bitte korrigieren sie mich wenn ich mich irre, will keine falschen Aussagen machen.
Wie gesagt, bin ein totaler Laie auf dem Gebiet und bitte dies zu entschuldigen!

-----------------------

(Anm. d. Red.: gekürzt auf Bitten der betreffenden Firma)
triplek
 
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Re: Beratung für Fördermittel

Beitragvon mgb-consulting am 15.08.2011, 11:01

Hallo ...

nochmals... es macht keinen Sinn eine Fördermittelanalyse losgelöst von der Businessplanerstellung anzufertigen, denn Beides muss parallel entwickelt werden und das für den Kunden optimale Programm beantragt werden.

Wenn man eine Abfrage über eine Förderdatenbank durchführt, dann werden immer 15-30 Programme angezeigt, Zuschuss-, Darlehens-, Beteiligungs- oder Bürgschaftsprogramme. Hiervon schliessen sich dann aber im Regelfall 90% der Programme gegenseitig aus, sodass letztendlich 2-3 Programme übrig bleiben.

Dies ist aber keine 750€ wert, denn jeder gute Unternehmensberater macht dies im Rahmen seiner Gründungsberatung und Businessplanerstellung mit und "mit machen" bedeutet nicht, dass es qualitativ schlechter ist, obwohl dieser Eindruck von den sogenannten Fördermittelspezialisten stets erweckt wird.

Wenn Sie die Abfrage über die Förderdatenbank http://www.foerderdatenbank.de selbst durchführen würden, dann kämen Sie auf das gleiche Ergebnis, auch ohne Zahlung von 750€.

Ich beschäftige mich ausschliesslich mit Gründungs- und Sanierungsberatungen, die natürlich auch die Beantragung von öffentlichen Mitteln, Zuschüssen, Darlehen, Beteiligungen und Bürgschaften umfassen, nicht jedoch mit reinen Fördermittelanalysen.

MfG
MGB-Consulting
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