Schweres Fahrwasser

Schweres Fahrwasser

Beitragvon schmi153 am 12.04.2006, 20:31

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo zusammen,

ich werde versuchen die Lage einmal möglichst kurz zu schildern:
Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen mit ca 80 Jahren Erfahrung und ca. 100 Mitarbeitern und 10 Auszubildenden. Diese Arbeitsplätze würde ich gerne erhalten. Im Moment scheint das aber aussichtslos. Wir konnten in der letzten Zeit nicht genügend neue Aufträge hinzugewinnen wie hinten weggebrochen sind. Unser vorwiegendes Tätigkeitsfeld ist die weltweite Automobilindustrie.
Wir müssen eigentlich Weihnachts und Urlaubsgeld sowie die Leistungszulage streichen und 40 Std. arbeiten. Das ganze verhindert die IG Metall. Seit 6 Monaten keine Verhandlungen, die Mitarbeiter sind zum großen Teil durch IGM geimpft. Was gibt es für Möglichkeiten, oder kann mir jemand eine Internetadresse oder ein Forum nennen das mir weiter helfen kann. Mit den oben genannten Maßnahmen haben wir auf Lange Sicht eine Chance die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten.
Ist das etwa nichts?

Gruß
Michael
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Pforzheimer Abkommen?

Beitragvon Frank Bsirske am 13.04.2006, 09:01

Hallo,

wenn ich den Beitrag oben richtig verstehe, dann müsste das über das Pforzheimer Abkommen klappen. Die IG Metall hat sich verpflichtet genau in solchen Fällen Abweichungen vom TV zuzulassen.

Allerdings ist die IG Metall bspw. im Tarifbezirk Nordbaden/Nordwürttemberg etwas sperrig, da sie quasi mit Anträgen hierzu überrannt wurde. Das Ergebnis war und ist, dass die IGM in diesem Bezirk auf stur schaltet, wohingegen sie in anderen Bezirken verhandlungsbereit ist.

Rechtlich gesehen, besteht da kaum Spielraum (wenn es nicht über das erwähnte Abkommen laufen soll), ein Austritt aus dem TV wäre nur über einen HausTV möglich (und auch hier nur unter bestimmten Bedingungen), ein einseitiges Abweichen nicht möglich, so dass lediglich ein rechtsloser Zustand über Verhandlungen mit dem Betriebsrat helfen kann, der eine Abweichung duldet ohne die Gewerkschaft zu benachrichtigen (wo kein Kläger, da kein Richter), allerdings funktionieren solch ein Kuhhandel selten.

In dem beschriebenen Fall bietet es sich an, zu seinem Arbeitgeberverband zu gehen (schließlich bezahlt man ja auch und gerade für solche Probleme Beiträge) und die Sachlage schildern
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Beitragvon schmi153 am 13.04.2006, 14:12

Hallo zusammen,

zunächst einmal Danke für die Antwort.
Pforzheimer Abkommen war eine gute Idee die hoffentlich zu einer Lösung führt. Hier sehe ich aber nur eine kurzfristige Lösung. Die Langfristige kann nur darin bestehen aus diesem ganzen Tarifverband heraus zu kommen. Es kann doch nicht war sein das man sich einer Sache anschließt und hier auf Gedei und Verderb ausgeliefert ist.
Kein Wunder das es in Deutschalnd den Bach runtergeht.

Gruß
Michael
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Experten zu Rate ziehen

Beitragvon fallobst am 13.04.2006, 15:28

Hallo Michael,

tut mir leid, dass Ihre Firma momentan finanzielle Probleme hat.

Ich frage mich allerdings schon, warum Sie sich nicht mal an den Arbeitgeberverband oder an einen Anwalt/ Steuerberater oder irgend jemand anderen mit notwendigem Fachwissen gewendet haben.

Immerhin leiten Sie ein Unternehmen mit 100 Angestellten und keinen Kiosk, da müssen Sie doch eigentlich irgendeine Form von Beratung in Anspruch nehmen oder das notwendige Fachwissen sogar im Hause haben.

Bei Ihrer Aussage über den Verband stellt sich mir die Frage, warum Sie denn überhaupt Mitglied geworden sind? Irgendeinen Grund muss es für Ihre Mitgliedschaft doch geben.

Ich hoffe, Sie finden eine Lösung für Ihre Situation.

Mit freundlichen Grüßen
fallobst
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Austritt

Beitragvon Frank Bsirske am 13.04.2006, 16:17

Hallo,

ganz so trostlos sieht es nicht aus, man kommt mit starkem Bemühen schon aus dem TV bzw. dem Arbeitgeberverband raus.

In der Fachliteratur gibt es schöne Aufsätze, die einem klar und deutlich erklären, welche Möglichkeiten sich dem einzelnem Arbeitgeber bieten.

Bsp.:
Kittner, Michael: "Flucht aus dem Tarifvertrag" durch Austritt aus dem Arbeitgeberverband, in: ARBEIT UND RECHT, Heft: 12, 1998, S. 469-474.

Koch, G.: Flucht in die OT-Mitgliedschaft, in: Tarifpolitik Personalwirtschaft 9/99, Seite 47 ff.

...

Hier hilft einem der Arbeitgeberverband weiter (seit ein paar Jahren auch gerne, da es die sogenannte OT-Mitgliedschaft gibt).

Viel Glück
Frank Bsirske
 
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Beitragvon schmi153 am 14.04.2006, 20:17

Noch einmal Hallo zusammen,

zunächst ein paar klärende Worte:

1. ich bin nicht der Geschäftsführer, was man an meinen oben stehenden Äußerungen vielleicht erkennen kann.
2. Natürlich sind wir mit dem AGV in Kontakt. Dieser ist aber nicht besonders hilfreich und langsam dazu. Auf Dauer ist ein verbleiben im AGV meiner Meinung nach keine Lösung und deshalb bin ich auf der Suche nach anderen Wegen und Möglichkeiten.
3. Welche Vorteile hat ein OT Mitgliedschaft? In wie weit kann man sich dadurch vom TV lösen und welche Auswirkungen hat das dauerhaft?
4. Die oben genannte Literatur ist bestimmt hilfreich, aber gibt es keine Firmen die diesen Prozess schon hinter sich gebracht haben. Diese haben bestimmt Fehler gemacht die sie bei einem zweiten Ausstieg nicht gemacht hätten. Ich meine man muß das Rad ja nicht zwei mal erfinden, oder?

Danke und Gruß
Michael
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Beitragvon publicadverts.de am 15.04.2006, 16:37

Fragen wir doch mal andersrum: Haben Sie oder die Geschäftsführung einmal analysiert, woran dieser Wegfall an Aufträgen liegt?

Sie mögen vielleicht die Augenbrauen hochziehen. Was ich damit sagen will: Dieser Prozess ist das Eine. Was aber außer Kürzungen vornehmen wird denn sonst noch getan, damit das Unternehmen wieder in die Köpfe der Kunden kommt? Was werden für Maßnahmen getroffen, verstärkt die Zukunft mit dem Angebot zu penetrieren und so mehr Aufträge reinzuschaffen?

Ich verstehe durchaus Ihre Situation und drücke Ihnen wirklich die Daumen, dass Ihr Arbeitgeber sein Unternehmen wieder hochziehen kann. Aber vergessen Sie über die IGM nicht Ihre Kunden. Und die wollen von Ihnen hören.
publicadverts.de
 
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