Bald Insolvent: wie läuft das???

Bald Insolvent: wie läuft das???

Beitragvon Shadowhunter am 05.06.2007, 17:11

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo und guten Tag zusammen!!

Hab dieses Forum auf meiner Websuche nach Informationen zum Ablauf einer Insolvenz gefunden.
Kurzes Selbst- und Firmenportrait:
Ich bin mit einem winzigen Hotel/Restaurant in einer immer strukturschwacher werdenden Region seid 13 Jahren selbstständig.
Leider ist der Betrieb mit einem guten Investitionsstau belastet. Das Geld wird knapp und eine meiner beiden Kreditgebenden Banken macht mächtig Theater. Dementsprechend wird wohl demnächst eine Zahlungsunfähigkeit eintreten.
Kann mir jemand sagen, wie sowas bei einem Einzelunternehmen abgeht und was besser ist, Firmen- oder Privatinsolvenz?! Brauche ich einen Anwalt??
Bis jetzt habe ich weder einen zeitlichen Ablaufplan, noch Ahnung, was da an Kosten auf mich zu kommt.
Die ganze Sache fällt mir an sich extrem schwer. Aber ich kämpfe schon seid Jahren ums überleben, und jetzt geht es einfach nicht mehr.

Wäre schön, wenn jemand mir vielleicht aus eigener Erfahrung berichten könnte, wie und in welchem zeitlichen Rahmen die Sache abläuft.

Hoffnungsvolle Grüße
Shadow
(nicht böse sein, daß ich nur einen Nick benutze, aber noch ist mein Laden offen und solange das so ist, muß ich etwas vorsichtig sein)
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Beitragvon Phaser am 06.06.2007, 12:13

Kopf hoch das wird schon wieder. Nicht aufgeben. Vielleicht kann dir ein Unternehmensberater aus deiner Region helfen. Geh doch mal zu deiner IHK und erzähl den von deinen Problemen.

Die haben meistens sowas wie einen Runden Tisch wo es günstig Beratung gibt für solche Fälle wie du sie beschreibst.
Ich glaube es heißt Turn-around Beratung. Du solltest dich aber sputen damit noch was zu retten is.

Aber auch mit einer Insolvenz läßt es sich einigermaßen leben.

Ich werd mal schauen ob ich dir etwas Interresantes mitteilen kann!
Phaser
 
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Klärendes Gespräch !

Beitragvon homo habilis am 08.06.2007, 19:36

Hallo Shadowhunter,

bevor Sie sich mit der Insolvenz auseinandersetzen, würde ich erst mal schauen wie sich die Dinge vielleicht sinnvoller regeln lassen.

Führen Sie als erstes offene und klärende Gespräche mit den beiden Banken.

Ist das Unternehmen auf Grund der Umstände nicht zu retten, dann sollte mit den beteiligten Geldinstituten über den Verkauf des Objektes gesprochen werden (ein Verkauf bringt immer deutlich mehr als eine Zwangsversteigerung).

Sofern nach dem Objektverkauf noch erhebliche Verbindlichkeiten übrigbleiben, kann man immer noch über die Insolvenz nachdenken.

Übrigens ist das nicht das Ende. Persönlich kenne ich etliche Unternehmer, die trotz dieser Erfahrung (verbunden mit den resultierenden Nachteilen) unternehmerisch wieder auf die Beine gekommen sind.

Mit ermutigenden Grüßen
homo habilis
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Beitragvon Shadowhunter am 12.06.2007, 08:56

Hallo Zusammen!!
Danke erstmal für Eure ermutigenden Nachrichten.
Klar müssen klärende Gespräche mit den Banken geführt werden. Das werden Sie auch, und das schon seid Jahren jedes halbjahr wieder. Jetzt steht mir noch eine Fahrt nach Bon bevor, denn die einzige meiner kreditgebenden Banken, die wirklich Theater macht ist die KfW und die sitzt in Bonn. Meine Hausbank vor Ort ist zu allen Schandtaten bereit und versucht mir zu helfen, wo es geht. Hilft aber nix bei den Summen, die da noch offen sind und das bei der schlechten Wirtschaftslage und in meinem Berufsfeld.
Das ein Hausverkauf besser wäre als ne Inso ist mir auch klar. Meine Hausbank selbst ist bereits seid 3 Jahren dabei das zu versuchen und hat nicht mal Nachfragen!! Kurz gesagt meine Hütte ist ein unverkäufliches Muster und für Immobilien ist außerdem auch keine gute Zeit (die Preise sind hier sowas von im Keller, daß man dem Käufer noch Geld geben muß, damit er sich sowas ans Bein bindet!). Und nebenbei bemerkt, wer würde sich bei der heutigen wirtschaftlichen Lage schon in der Gastronomie selbstständig machen und das auch noch in einem kleinen Kaff auf dem Lande?? Hier macht ein Laden nach dem anderen zu, egal, ob Geschäfte, Gastronomien oder Handwerksbetriebe, nur hin und wieder mal einer auf und wie lange der auf ist, steht auf einem anderen Blatt. Die meisten, die ich hab kommen sehen, hab ich in den 13 Jahren auch wiede gehen sehen.
Ich wüßte nur zu gerne mal, wie so eine Insolvenz abläuft, wenn es denn soweit käme. Keiner sagt mir, wie der zeitliche Ablauf ist. Ich hab keine Ahnung, mit wieviel Geld ich letztendlich dranhänge und was ich machen soll, bis all das geklärt ist, wovon ich leben soll und wo, kann mir auch keiner sagen. Weder Anwalt noch Bank sagen dazu was definitives.
Die Sache mit dem RundenTisch bei der IHK kann ich mir leider nicht leisten. Die kostet nämlich reichlich Geld. Wird zwar bezuschußt, aber nur zu einem %tualen Anteil, und leider bin ich ja nicht eine Gemeinde oder sowas, die dann eben den Rest so finanzieren können.
Ich finde es schon schlimm genug, daß ich unbezahlte Rechnungen haben muß für die Inso, da Bankschulden nicht zählen. Das heißt nämlich, daß ich kleine Firmen, mit denen ich seid ewigen Jahren arbeite mit über die Klinge springen lassen soll. Paßt mir gar nicht, aber ich werde auch das wohl nicht vermeiden können.

Na, vielleicht kann mir ja jemand von Euch seine Erfahrungen mit sowas erzählen. Ich muß gestehen, ich hab nen ziemlichen Bammel vor dem, was da auch mich zu kommt.

Bis bald dann, mal sehen unter welchen Umständen.

Shadowhunter
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Beitragvon Phaser am 12.06.2007, 12:06

Hallo Schadowhunter schade mit der IHK!!!!

Versuch dich doch mal an eine Dame zu wenden mit dem Namen Anne Koark unter www.anne-koark.com. Hier wirst du vielleicht weiterkommen.

Ob das was kostet weiß ich nicht!!! Sie ist selbst eine Unternehmerin die in die Insolvenz geraten ist, und nun wieder durchstartet.

Mit dem Lebensunterhalt mach dir mal keine Sorgen. Du kannst ja eigéntlich auch schon jetzt Antrag auf ALGII stellen. Vielleicht sind da schon ein paar € drin für den Lebensunterhalt. Und wenns nur ein Zuschuss zur Krankenversicherung gibt.

Ist nur ein haufen Papierkram, aber um so früher das gemacht wird um so schneller ist Geld zum Leben da. Ist zwar nicht viel aber man kann von leben. Auch Hartz IV genannt.

Dieses Geld ist auch von Niemanden Pfändbar.

Wie gesagt du kannst den Antrag auch als Unternehmer stellen.
Die wollen dann Einahmen-Überschuss-Rechnung von Dir.

Wenn der Gewinn unter den Kosten für Miete und Lebenshaltung ist, bekommst du schon Geld von AMT.

Vielleicht gehts du einfach mal hin.

Weiterhin viel Erfolg.
Phaser
 
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Insolvenzantrag !

Beitragvon homo habilis am 12.06.2007, 13:44

Hallo Shadowhunter,

nun kann ich mir ein recht umfassendes Bild Ihrer Situation machen.

Mit der Insolvenz ist das eigentlich, wenn sie unabwendbar ist, nicht so dramatisch.
Zunächst sollten Sie eine Gläubigerliste erstellen, samt den aktuellen Forderungen der einzelnen Gläubiger.
Dann gehen Sie zum zuständigen Gericht (erkundigen Sie sich welches das bei Ihnen ist) und holen sich die Antragsformulare, bzw. füllen den Antrag mit Hilfe der dortigen Beamten aus.

Hier ein paar informative Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenz

http://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzverfahren

zum gesamten Prozedere.

So ist es besser, sonst will mir vielleicht noch ein findiger Rechtsanwalt eine Rechtsberatung unterstellen und mich prompt abmahnen.

Mit ermutigenden Grüßen
homo habilis
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