stadtmensch hat geschrieben:Hat man denn nicht durch das Insolvenzrecht die Konkursordnung "abgelöst", um so den Unternehmen eine Möglichkeit zur Sanierung und Restrukturieung zu geben?
Sollte man meinen - aber leider ist Theorie und Praxis zweierlei. Dazu ist die Sache aber wirklich halb(zehntel)herzig angegangen worden.
Als Unterschied muss man natürlich auch herausstellen, dass in den USA die Betriebe praktisch ausschließlich als Kapitalgesellschaften organisiert sind, während bei uns der Einzelbetrieb und die Personengesellschaft vorherrschend sind. Bei einem Einzelbetrieb, einer OHG oder einer GbR wäre das unmöglich. Aber diesen Gesellschaftstypen wird im nächsten Jahr die UG sowieso den Todesstoß versetzen.
Aber bei KG, GmbH oder AG wäre das durchaus praktikabel. Man stelle sich dann die modifizierten Bilanzen unserer Unternehmen vor:
Kapitalanteil Staat (für Finanzamt wegen ehem. Steuerschulden) = 20%
Kapitalanteil AOK = 15%
usw.
Genau das sind doch die typischen Gläubiger bei uns.
(Au, was würde die FDP schreien über Kapitalbeteiligungen des Staates an unseren Unternehmen - die wollen doch mit aller Gewalt das Gegenteil...

)
Und Franchising gäbe es auch bald zum Nulltarif.
stadtmensch hat geschrieben:...nicht so voller Kapitalismusgedanken...
Sozialismus ist das ja auch nicht, denn der Staat mischt sich ja nicht von sich aus ein, sondern wird dazu provoziert (eben weil Steuern gern als letztes gezahlt werden). Vielmehr handelt es sich eigentlich um einen Akt der Globalisierung (die sich nur eben in einer Beteiligung - und damit sozialverträglich - niederschlägt und nicht - wie bisher - in einer Ausplünderung (wie sie ausgerechnet von den "Heuschrecken" aus den USA betrieben wird).
Chapter 11 bedeutet praktisch: Weg von der Ich-AG - hin zur Wir-AG