Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH ...

Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH ...

Beitragvon HändlerHH am 28.11.2011, 20:19

Interaktive Vorlage - GbR Gesellschaftervertrag: Schritt für Schritt zu einem individuellen Gesellschaftsvertrag.

Liebe Mitgründer,

meine Idee sieht so aus:

Ich bin ein deutscher Bürger, lebe in Hamburg. Mein Cousin wohnt in Kiew.

Wir beide wollen ein kleines Handelsunternehmen aufmachen. Wir wollen in der Ukraine qualitativ hochwertige Güter günstig einkaufen und hier in Deutschland verkaufen.
Meine Aufgabe: Hier in Deutschland einen Abnehmer finden und die in der ukr. eingekauften Güter hier verkaufen.
Seine Aufgabe in Kiew: Dort diese Güter einzukaufen und hierher transportieren zu lassen.

Die Idee dabei ist es, die Güter direkt zu einem Großabnehmer zu transportieren (also kein eigenes Lager).

Nun, wie ich es herausfinden konnte, gibt es 2 Möglichkeiten:

1. Ich trete in Kiew einer ukr. GmbH (kostet dort nur 160 €) bei und handele hier mit diesen Gütern als Mitgesellschafter einer "OOO"
Infos darüber konnte ich bislang nicht finden.
Meine Fragen dazu:
Geht das?
Wie ist das gesetzliche geregelt?
Muss ich dann Steuern zahlen?
Wie heißt diese Form der Selbstständigkeit (dann kann ich eher Infos darüber finden)?
Wie sieht es mit der Haftung aus, im Falle z.B. wenn die Güter von Abnehmer nicht angenommen werden.

2. Ich bilde hier eine UG und kaufe diese Güter von dem ukrainischen Unternehmen ab. Dann verkaufe ich diese an die Abnehmer weiter.
Kann man die Güter direkt zum Abnehmer schicken lassen?
Wie sieht es mit der Haftung aus?


Nun habe ich 2 Varianten vorgestellt. Welche ist die beste und mit weniger Risiko (Verschuldung) verbunden?
Hat jemand von euch schon Erfahrung damit?

Freue mich über eure Fragen und Anregungen.

Grüße Alexander
HändlerHH
 
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Re: Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH

Beitragvon Mini-GmbH am 29.11.2011, 03:52

HändlerHH hat geschrieben:1. Ich trete in Kiew einer ukr. GmbH (kostet dort nur 160 €) bei und handele hier mit diesen Gütern als Mitgesellschafter einer "OOO"
Infos darüber konnte ich bislang nicht finden.
Meine Fragen dazu:
Geht das?
Wie ist das gesetzliche geregelt?
Muss ich dann Steuern zahlen?
Wie heißt diese Form der Selbstständigkeit (dann kann ich eher Infos darüber finden)?

Bei Variante 1 ist für mich die spannendste Frage, welche deutsche Firma Vertrauen in eine Ukrainische Firma hat. Schließlich ist die im Zweifelsfall überhaupt nicht greifbar ...

Und: Ja klar musst Du Steuern zahlen, wenn Du in Deutschland lebst und Einkünfte aus einer ausländischen Kapitalgesellschaft hast.

HändlerHH hat geschrieben:Wie sieht es mit der Haftung aus, im Falle z.B. wenn die Güter von Abnehmer nicht angenommen werden.

Wenn Du mit dem Abnehmer einen gültigen Vertrag hast und er die Güter dann nicht abnehmen will, kannst Du Ihn theoretisch auf Vertragserfüllung verklagen.

HändlerHH hat geschrieben:2. Ich bilde hier eine UG und kaufe diese Güter von dem ukrainischen Unternehmen ab. Dann verkaufe ich diese an die Abnehmer weiter.
Kann man die Güter direkt zum Abnehmer schicken lassen?


Ja. Nennt man auch Dropshipping, oder zu deutsch "Streckengeschäft": http://de.wikipedia.org/wiki/Streckengesch%C3%A4ft

HändlerHH hat geschrieben:Wie sieht es mit der Haftung aus?


Was genau meinst Du mit Haftung? An welche konkreten Risiken denkst Du hier?

Freudige Grüße!

Timon
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Re: Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH

Beitragvon HändlerHH am 29.11.2011, 20:14

Hey Timon,

danke Dir für die Beantwortung - hast mich schon sehr weitergebracht.
Morgen habe ich einen Termin bei der IHK und lasse mich auführlich beraten.

Mit den Risiken meine ich:

Wenn ich die Waren als eine UG einkaufe, dann weiterverkaufe und es treten Transportschäden auf oder hohe unerwartete Kosten (LKW kaputt oder Strafen (Ladungssicherung))??? Wer haftet dafür? Ich?

Grüße
HändlerHH
 
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Re: Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH

Beitragvon Mini-GmbH am 01.12.2011, 23:25

Hallo HändlerHH,

HändlerHH hat geschrieben:Hey Timon,

danke Dir für die Beantwortung - hast mich schon sehr weitergebracht.
Morgen habe ich einen Termin bei der IHK und lasse mich auführlich beraten.

Mit den Risiken meine ich:

Wenn ich die Waren als eine UG einkaufe, dann weiterverkaufe und es treten Transportschäden auf oder hohe unerwartete Kosten (LKW kaputt oder Strafen (Ladungssicherung))??? Wer haftet dafür? Ich?


Für Transportschäden sollte i.d.R. der Spediteur (oder dessen Versicherung) haften, der die Ware transportiert. Eventuelle Strafen im Zusammenhang mit dem Transport sind ebenso dessen Problem.

Oder wolltest Du selbst transportieren? Dann ist es in der Tat Dein Risiko.

Freudige Grüße!

Timon
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Re: Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH

Beitragvon MischaGER am 18.01.2012, 13:38

Hallo Alexander,

Zu deinen Fragen:

1. Natürlich geht das, allerdings versendest du deine Waren aus einem Drittland daher ist die Einfuhr genehmigungspflichtig für bestimmte Warengruppen

2. Zum Steueraspekt: Es fallen wie auch bei allen anderen außereuropäischen Einfuhren Einfuhrumsatzsteuer und Zoll je nach Produkt und Warengruppe an

3. Die ist auch unabhängig um auf die dritte Frage einzugehen welche Gesellschaftsform du wählst

4. Haftungsfragen bei Annahmeverzug regelt das deutsche HGB (Handelsgesetzbuch)

5. eine UG ist sicherlich die günstigere Alternative ist jedoch für den Abnehmer in Deutschland eher ein traditionelles Killerkriterium aufgrund des Haftungsausschlusses, also entweder GmbH oder gleich GbR auch in der Zusammenarbeit mit Banken ist dies sicherlich besser.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Michael Mommsen
22119 Hamburg
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Re: Lebe in Deutschland,will als Mitglied einer ukrain. GmbH

Beitragvon mgb-consulting am 18.01.2012, 17:13

Hallo ...

1. Möglichkeit... Reine Geschäftsvermittlung
Sie gründen mit Ihrem Cousin eine GmbH in der Ukraine und sind beide an der GmbH beteiligt. Sie selbst gründen eine Handelsagentur in Deutschland und vermitteln Aufträge deutscher Kunden an die ukrainische GmbH.

Das von Mini-GmbH angesprochene Vertrauensproblem sehe ich weniger, denn es bestünde für einen Kunden ja durchaus die Variante einer Akkreditivzahlung, nach vorheriger Kontrolle der Waren. Dann macht auch ein Lieferant solch ein Geschäft nur einmal und danach die Türen zu.

2. Möglichkeit... Import GmbH in Deutschland gründen
Hier sehe ich das Problem, dass man nicht alle Waren durchhandeln kann und sich, mehr oder minder gezwungen, auf ein Warenlager einlässt und dann Geld verbrennt. Warenläger entwickeln sich immer dann, wenn einem schlaue Kunden die eigene Lagerhaltung "aufs Auge drücken" und dies dann mit der Erfüllung von Kundennähe durch Just in Time Lieferung verkaufen.

Einfach ausgedrückt bedeutet dieses Modewort aber nichts anderes, als "Trage Du meine Kosten und garantiere meine Lieferfähigkeit für Aufträge, die ich vielleicht irgendwann einmal erhalte!"

Unsere Automobilindustrie ist beispielgebend für solch ein Verfahren und irgendwann heisst es dann wirklich, der LKW ist im Moment nicht verfügbar, er liefert gerade einen Suppenwürfel aus.

MfG
MGB-Consulting
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