Notar lehnt Beurkundung ab

Notar lehnt Beurkundung ab

Beitragvon Max Bouaraba am 17.07.2011, 17:28

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo Leute,

so kann es einem auch gehen - seht selbst:

Sehr geehrter Herr Bouaraba!

Da ich eine 1,-€ UG nicht als wirtschaftlich mit ausreichenden Mitteln ausgestattet ansehe,möchte ich Sie bitten, sich wegen der Beurkundung an einen andren Notar zu wenden.In anderen Angelegenheiten stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
XXX
Rechtsanwalt und Notar


Hammer oder?
Max Bouaraba
 
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Re: Notar lehnt Beurkundung ab

Beitragvon mgb-consulting am 17.07.2011, 18:06

Hallo ...

Hammer... wirklich... endlich mal ein Notar der Rückgrat hat!

MfG
MGB-Consulting
mgb-consulting
 

Re: Notar lehnt Beurkundung ab

Beitragvon riese am 17.07.2011, 22:31

Hallo Max,

Max Bouaraba hat geschrieben:In anderen Angelegenheiten stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


der könnte mir auch zukünftig den Buckel runterrutschen und würde keinen Pfennig mehr von mir kriegen. Ob er sich rechtmäßig verhalten hat, möchte ich mal dahingestellt sein lassen.

Aber mal zur Praxis: Die Leute, die eine Gesellschft nur pro forma mit einem Euro gründen, sind diejenigen, die in irgendwelchen Internetforen nachfragen, wie sie denn jetzt ihr privates Geld in die Firma schleusen sollen. Ein vernünftiger Notar hätte das in einem Beratungsgespräch nachgefragt.

Aber die Gesetzgebung ist auch mittlerweile außerstande, vernünftige Regelungen auf den Weg zu bringen, weil die Regierung erst bei 1000 Lobbyisten nachfragt, ob ihnen ein Gesetzentwurf genehm ist und der faulste Kompromiss kommt dann als Vorlage in die Gremien. Statt den blöden §5a anzuhängen und in §5 Abs. 1 an den 25000,00 € festzuhalten, hätte der Gesetzgeber besser in §5 Abs. 1 geschrieben "Das Stammkapital muss mindestens so hoch sein, dass daraus die Kosten für die Ingangsetzung des Betriebes bestritten und das zur Aufnahme des Betriebes erforderliche Anlagevermögen beschafft werden kann".

Dann könnte sich jeder selbst ausrechnen, was er in "seinen" Betrieb investieren muss, bevor dieser aus eigener Kraft sein Geld erwirtschaften kann. Das hätte aber auch für die "Dicken" bedeutet, dass man nicht mehr mit 25000,00 € ein Tiefbauunternehmen gründen kann, um dann die Bagger und LKW's auf Keife zu kaufen. Aber das sind eben diese Lobbyisten mit dem FDP-Parteibuch, die auf den Gesetzgeber einwirken...

Gruß
Rainer
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Re: Notar lehnt Beurkundung ab

Beitragvon voller zuversicht am 11.08.2011, 09:24

Hi zusammen,

"Das Stammkapital muss mindestens so hoch sein, dass daraus die Kosten für die Ingangsetzung des Betriebes bestritten und das zur Aufnahme des Betriebes erforderliche Anlagevermögen beschafft werden kann"

@ Rainer: Ich verstehe deine Aufregung zu dem Thema. Allerdings sollte beachtet werden, dass deine Forderung die Neugründung von Firmen erheblich erschweren würde. Manchmal muss auch das Geld für die Ingangsetzung eines Betriebes erst durch Arbeit beschafft werden.

@ MGB-Consulting: Ob der Notar jetzt Rückrat hatte oder bloß einen guten Tag, weil sein Einkommen für den Monat schon erarbeitet war, sei mal dahingestellt :mrgreen:
voller zuversicht
 
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Re: Notar lehnt Beurkundung ab

Beitragvon riese am 11.08.2011, 14:30

voller zuversicht hat geschrieben:Manchmal muss auch das Geld für die Ingangsetzung eines Betriebes erst durch Arbeit beschafft werden.



Wie soll das denn gehen? In jeden neu gegründeten Betrieb muss ich doch erst mal Geld hineinstecken, bevor er selbst Geld verdienen kann. Und das sind nicht nur investive, sondern auch konsumtive Ausgaben - etwa die 1. Ladenmiete? Wovon soll die bezahlt werden? Dazu muss doch Geld auf dem Konto sein, das nicht von Einnahmen stammen kann. Also muss der Investor es eingezahlt haben. Und das ist Stammkapital.

Das Gegenteil wäre die Anlauffinanzierung über Kredite. Es ist nämlich durchaus möglich und zulässig, für 25000,00 € eine GmbH zu gründen, die eine Fluggesellschaft betreiben soll. Die Flugzeuge in Millionenhöhe werden einfach auf Keife gekauft, obwohl die GmbH nur ein Stammkapital von 25000,00 € hat. Ein Schreibdienst (1-Mann-Betrieb) dagegen braucht als Investition lediglich einen PC, ein Textverarbeitungsprogramm, einen Drucker und ein Paket Papier sowie die Gründungskosten bei Notar, Gericht und Gewerbemeldestelle als Stammkapital, um das erste Geld zu verdienen. 500,00 € könnten da absolut ausreichend sein und 25000,00 € (die vom Gesetz gefordert werden) sind reine Schikane.

Verstehst Du jetzt, wie ich den Beitrag meine?

Gruß
Rainer
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