Hallo,
jemand hat sich verzockt und wollte eine Existenz gründen. Er hat nur den Fehler gemacht, keinen Businessplan aufzustellen und durchzurechnen, was dabei herauskommt, sondern munter drauflos gehandelt (so ein typischer Praktiker...).
4000,00 € Eigenkapital hatte er, einen Kredit über 14.000,00 € hat er sich bei der Barclays Bank zu sehr ungünstigen Konditionen auf seinen Namen besorgt, um ihn der Firma zur Verfügung zu stellen. Mit den 4000,00 € hat er eine UG gegründet; die Eintragungsmitteilung liegt noch nicht vor. Ein Geschäftsgirokonto und ein Tagesgeldkonto ist schon eingerichtet und das Geld eingezahlt; die Freischaltung zum Online-Banking ist noch nicht erfolgt. Gestern stellte sich dann heraus, dass die Investitionen zu hoch sind und das Projekt geplatzt ist.
Was nun? Die Eintragung kann man sicherlich nicht mehr stoppen. Die Notarrechnung muss auch bezahlt werden. Ein Architekt wird auch noch seine Rechnung schicken.
Ich würde da 2 Lösungen sehen:
1. Den Mantel verkaufen. An wen wendet man sich da am besten?
2. Das Stammkapital (oder was übrig ist) zurücküberweisen und die Vermögenslosigkeit dem Handelsregister stecken, damit man die Gesellschaft dort von Amtswegen löscht.
Aber in beiden Fällen müsste erst mal eine Abwicklung erfolgen. Dazu müsste man auch die Zuteilung einer Steuernummer abwarten, um wenigstens noch Vorsteuer ziehen zu können. Und was ist mit dem Privatkredit? Lässt sich wohl Barclays darauf ein, ihn in einer Summe zurückzuzahlen?
Und die liebe IHK - ist der Jahresbeitrag ohne Wenn und Aber fällig oder kann man die davon überzeugen, dass die Firma nie gewirtschaftet hat? Fragen über Fragen.
Gruß
Rainer