Hallo ...
ich beantworte mal kurz das Posting von Uwe093.
Also wenn ich lese bei der IHK 40% die durchfallen ist es vielleicht doch besser das Geld zu investieren für die Bescheingung. Oder kann ich dann nochmal mit berichtigten Konzept zur IHK gehen?
Ich muss als Gutachter Businesspläne prüfen und diese für die Gründerwettbewerbe in Bochum und Dortmund bewerten, im Schnitt sind das so ungefähr 50 Businesspläne pro Jahr.
Gute 80% dieser Businesspläne haben so gravierende Mängel, dass der/die Gründer in die direkte Insolvenz laufen würde, wenn man die Businesspläne so durchgehen lassen würde.
Im übrigen sind darunter auch Businesspläne, die von Steuerberatern oder Unternehmensberatern erstellt wurden und haarsträubende Fehler beinhalten. Wenn ein Unternehmensberater sich z.B. in der Planung auf ein Gesetz bezieht, das bereits vor 10 Jahren abgeschafft wurde, dann leidet die Glaubwürdigkeit der gesamten Planung darunter.
Der Gründer ist zwar im Glauben, dass er einen Super-Businessplan hat, in Wirklichkeit kann er jedoch in Ermangelung der eigener Sachkenntnis gar nicht feststellen, welchen Quatsch sein Berater zusammengeschrieben hat.
Geld sollten diese Gründer nicht durch eine "gekaufte" Tragfähigkeitsbescheinigung rauswerfen, sondern vielmehr in eine sauber aufgebaute Gründungsplanung investieren, denn darauf wollen diese Gründer ja ihre Zukunft aufbauen.
Wenn die IHK auf Fehler hinweist, dann kann man die natürlich beseitigen und die Planung nochmals vorlegen, es gibt allerdings Gründer, die dies auszunutzen versuchen und sich den Businessplan quasi von der IHK schreiben lassen wollen.
Es ist nicht die Aufgabe der IHK kostenlos zu beraten, es gibt IHK's die aus diesem Grunde von großen Consulting Unternehmen bereits erfolgreich abgemahnt wurden (Verstoß gegen die §§ 19 und 20 GWB) und die Gründer werden dann sehr schnell an Berater verwiesen und es wird ihnen nahe gelegt, sich vernünftig beraten zu lassen.
... für ca. 40 Euro müsste eine Prüfung schon mit Inkl. sein und Infos wenn z.B. was nicht passt an den Konzept.
Bei der Prüfung eines Businessplanes geht es nicht darum, ihn nur zu lesen, sondern es geht darum ihn auf Machbarkeit und Tragfähigkeit hin zu überprüfen. Dies geschieht nicht durch einfaches Lesen des Businessplanes, sondern hier muss der Prüfer richtig arbeiten, viele Gründer unterschätzen dies.
Es kann gut sein, dass Sie die Erwartung hegen, dass man Ihnen für 40€ einen Businessplan prüft und zusätzlich Empfehlungen abgibt, was an dem Konzept geändert werden soll. Mit dieser Einstellung kann ich Ihnen dann aber wirklich nur dringend anraten, sich im Internet eine "fachkundige Stellungnahme" zu kaufen.
Ein fachkundiger Berater wird Ihnen an dieser Stelle die kaufmännische Fähigkeit absprechen, weil aus diesem Ansinnen sehr deutlich wird, dass Sie den Wert "Arbeitsleistung" nicht zu bewerten in der Lage sind, folglich auch bei der eigenen Preisbildung Probleme haben werden.
MfG
MGB-Consulting
PS: Im Internet sieht mal manchmal Werbungen sogenannter "Lizensierter Startothek" Berater, die mit diesem vollmundigen Ausdruck um Kunden werben und Kompetenz zu signalisieren versuchen. "Lizensiert" bedeutet nicht etwa, dass die Fähigkeit des Beraters geprüft wurde, sondern es bedeutet, dass der Berater für 190€ die Lizenz erworben hat, auf die u.a. Rechtsdatenbank der KfW zugreifen zu dürfen.