Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon tobias-b am 31.01.2012, 17:24

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo,

mich würde mal interessieren, ob einer der hier mitlesenden Sachkundigen eventuell Probleme bei folgendem Vorgehen sieht.

Ziel ist es, mittelfristig aus einer Einmann-Ltd. & Co. KG eine Einmann-GmbH & Co. KG zu machen. Man könnte es sich natürlich leicht machen: privat nach und nach 12500€ ansparen, damit dann eine GmbH gründen um die Ltd. als Komplementär zu ersetzen. Mich würde es aber wurmen, dass ich dafür dann "teuer versteuertes" Privatvermögen einsetzen müsste und habe deswegen lange überlegt, ob es nicht evtl. einen (steuer-)günstigeren Weg gibt, mit dem ich das Ziel schneller/besser erreichen kann.

Dabei ist folgende Idee heraus gekommen:
1) eine UG gründen und als zusätzlichen Kommanditisten mit einer Kapital-/Gewinnbeteiligung von X% einsetzen
2) die jährliche Gewinnbeteiligung aus der KG wird von der UG dann komplett (statt nur des 25%-Pflichtanteils) thesauriert, sie muss in dem Fall dann also nur mit 15% Körperschaftssteuer plus Soli versteuert werden
3) sobald die UG ein Guthaben von 25000€ hat, tritt sie als Kommanditist wieder aus, wird in eine GmbH gewandelt und ersetzt als neuer Komplementär die Ltd.

Der große Vorteil bei diesem Gedankenkonstrukt im Vergleich zu der o.g. Einfach-Variante ist, dass für den Gewinnanteil, den die UG erhält, dann halt nicht der persönliche Steuersatz als Kommanditist von ruckzuck 42% (je nach Progression) sondern nur die Körperschaftssteuer mit 15% anfällt. D.h. durch die auf diese Weise gesparten Steuern wird dann das Sparziel deutlich schneller erreicht ...

Ein Nachteil ist, dass man statt 12500 die ganzen 25000€ ansparen muss bevor man eine GmbH kriegt, aber letztenendes ist das egal - ich finde wenn man als Gesellschafter sowieso mit 25000€ haftet, sollte man IMHO eh zusehen, dass früher oder später die Einlage komplett geleistet wird, selbst wenn man ursprünglich erstmal nur 12500 für die Gründung brauchte.

Ausserdem fallen für die UG dann die üblichen Kosten (einmalig für die Gründung, jährlich für IHK, Abschluß & Steuererklärungen etc. wenn man's an den StB gibt) an, die sich aber vermutlich auf ein paar wenige 100€ im Jahr drücken lassen, da die UG ja keinerlei eigenen Umsätze/Geschäfte tätigt und die Buchhaltung damit extremst überschaubar ist.

Bei dem Konstrukt bin ich von folgenden Annahmen ausgegangen:

a) Keine Gewerbesteuer bei der UG für den KG-Gewinnanteil dank der Kürzung gemäß § 9 Nr. 2 GewStG
b) Keine Nebenkosten für die Geschäftsführung der UG (d.h. kein GF-Gehalt und natürlich auch (nicht nur deswegen) keinerlei Sozial-/Rentenversicherungspflicht des GF)
c) steuerlich relevant für den Gesellschafter persönlich werden die angesparten 25000€ Stammeinlage nur dann, wenn die GmbH irgendwann mal veräussert oder liquidiert wird (und dann auch nur insoweit sie dann überhaupt noch vorhanden sind)
d) alles eine One-Man-Show, d.h. Ltd, KG & UG in einer Hand
e) gleichbleibender (oder bestenfalls sogar evtl. gesteigerter) Unternehmenserfolg der KG für die nächsten 3-4 Jahre

Gibt es irgendwas, was ich übersehen habe und Probleme machen könnte, oder ist das Eurer Meinung nach ein gangbarer Weg?

Alternativ könnte man die UG auch als 2. Komplementär statt als 2. Kommanditist einsetzen und die Ltd. dann einfach irgendwann zeitgleich mit der Umwandlung in die GmbH ausscheiden lassen. Da ergeben sich für mich ich aber folgende potentiellen Probleme/Fragestellungen:
- problemlose Beibehaltung der Firmierung als Ltd. & Co. KG in der Übergangszeit mit 2 Komplementären möglich?
- macht das FA evtl. Ärger, wenn irgendwann die Gewinnbeteiligung des Komplementärs von X% auf 0% geändert wird?
- am wenigsten Aufwand macht so eine Umstellung wohl zum Geschäftsjahreswechsel, was sicherlich einfacher zu managen ist, wenn die UG als Kommanditist zum GJ-Wechsel austritt und dann etwas später als GmbH mit 0% Kapitalanteil Komplementär wird (statt die Umwandlung der GmbH genau zum Jahreswechsel zu managen).
- auf jeden Fall ist neues Briefpapier etc. nötig um den 2. Komplementär mit anzugeben, ausserdem sieht das wohlmöglich in der Aussenwirkung etwas komisch aus (d.h. als Konstrukt noch suspekter, als einigen Leuten die Ltd. als solche eh schon ist)

Vorteil dieser Variante: direkt halbierter IHK-Grundbeitrag der UG da nur Komplementär, vermutlich etwas geringere Kosten für Notar/Handelsregistereintragungen (da mind. 1 Schritt entfällt). Das würde mir als einzige Vorteile aber nicht reichen, um dafür z.B. die Geschichte mit dem Briefpapier in Kauf zu nehmen, dann doch lieber als Kommanditist.

Danke,
Tobias
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Re: Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon riese am 31.01.2012, 23:27

Hallo Tobias,

wie hoch ist das Eigenkapital der KG? Gibt es einen weiteren Kommanditisten oder eine Ergänzungsbilanz?

Denkbar wäre auch noch, die KG und die LTd. aufzulösen und in eine reine UG oder GmbH zu überführen. Bei der Co KG wird nämlich Dein Gehalt bei der Steuerveranlagung zu gewerblichen Einkünften umqualifiziert, so dass zwar ein Gewerbesteuerfreibetrag besteht, dieser aber dadurch aufgefressen wird, dass auch das GF-Gehalt dem Gewinn hinzugerechnet wird. Dafür kannst Du Dir aber eine Pension versprechen lassen, die zur Bildung von Rückstellungen führt und damit den Gewinn noch weiter drückt. Außerdem wird einmal IHK gespart.

Gruß
Rainer
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Re: Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon tobias-b am 01.02.2012, 11:26

Moin Rainer,

ne, ne, da bist Du leider über's Ziel hinausgeschossen, das letzte was ich will ist die Rechtsform ändern! Ich möchte nur wissen, ob es da bei meinem Gedankenspiel irgendeinen Haken gibt, den ich bisher übersehen habe, und der mir wohlmöglich einen Strich durch die Rechnung macht ... ;-)

Kleiner Exkurs zum Thema Rechtsform selbst: für meine persönlichen Bedürfnisse ist aus unterschiedlichsten Gründen die Ltd. & Co. KG die perfekte Rechtsform, das läuft seit weit über 4 Jahren alles reibungslos und erfolgreich. Dummerweise sind meine Bedürfnisse und die von Banken und vor allem Leasinggesellschaften offenbar nicht deckungsgleich, soll heissen: ich musste trotz entsprechender Bonität gerade erst einen immensen Eiertanz vollführen um an einen neuen Kfz-Leasingvertrag zu kommen und auf den hätte ich gut verzichten können! :(

Die Audi Bank z.B. lehnt Leasinganträge grundsätzlich ohne weitere Bonitätsprüfung ab, wenn irgendwo ein "Ltd" im Firmennamen steht (das hat mir der Verkäufer schon direkt gesagt - sein Angebot wär eh zu teuer gewesen, aber gut zu wissen). Sixt Leasing wollte eine horrende Kautionszahlung oder alternativ eine Bankbürgschaft und selbst die Bank, bei der ich den aktuellen und den letzten Wagen geleased habe, hat mir erst eine 0815-Absage geschickt, weil die heutzutage alles nur noch stumpf in den Computer hacken und der dann bei einer Ltd. den Antragsteller sofort auf die niedrigste Ratingstufe runtersetzt (unabhängig davon, ob er schon Kunde ist oder nicht). Nachdem ich dann meinen Filialleiter angehauen habe, was der Quatsch soll, hab ich Vertrag dank meiner Bonität und als langjähriger Kunde natürlich doch noch gekriegt, aber das war jetzt alles der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat, nochmal tu ich mir das nicht an.

Meine Firma ist seit Anfang an erfolgreich und ich bin es satt, dass alleine schon aufgrund des Firmennamens bei gewissen Leuten (dummerweise den in vielen Fällen wichtigen) oder automatisierten Verfahren da trotzdem sofort unbegründete Zweifel aufkommen, die mich dann irgendwie behindern. Die KapGes. & Co. KG ist wie gesagt die optimale Rechtsform für mich, eine UG & Co. KG wäre wie den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben (nein, auch übergangsweise nicht!), also ist das erklärte Ziel spätestens zum Ablauf des kommenden Leasingvertrages aus der Ltd. & Co. KG relativ direkt eine GmbH & Co. KG gemacht zu haben, damit es beim nächsten Leasingvertrag alles reibungsloser als bisher vonstatten geht. Dafür bin ich dann auch bereit die Nachteile, die die GmbH in der Konstellation mit sich bringt (eigener Jahresabschluß etc.), in Kauf zu nehmen ...

BTW, wer sich bei einer Einmann-Irgendwas & Co. KG ein richtiges GF-Gehalt auszahlt hat's nicht besser verdient, der sollte seine Klitsche am besten direkt wegen Unfähigkeit zumachen oder seinen Steuerberater zum Mond schiessen wenn er ihm den Unfug nicht ausgeredet hat ... :lol:

Ciao, Tobias
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Re: Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon riese am 01.02.2012, 16:05

Hallo Tobias,

wenn's nur um den Namen geht (also das blöde "haftungsbeschränkt" da raus), gibt es noch einen Trick:

Du schaltest eine GmbH dazwischen, indem die Ltd. die GmbH gründet, den Gesellschafteranteil von 25000,00 € aber nicht voll einzahlt (lt GmbH-Bilanz nicht eingefordert - wäre zwar im Insolvenzfall nachschusspflichtig, aber selber mittellos). Die GmbH wird neue Komplementärin der KG und diese nennt sich "GmbH & Co KG".

Gruß
Rainer
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Re: Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon tobias-b am 01.02.2012, 16:18

riese hat geschrieben:wenn's nur um den Namen geht (also das blöde "haftungsbeschränkt" da raus)

Nein, Ziel ist eine normale "seriöse" GmbH & Co. KG ohne irgendwelchen Schnickschnack.

Es geht mir einzig darum, das Stammkapital für die GmbH nach Möglichkeit steueroptimiert zusammenzukriegen, statt es einfach aus dem privat voll versteuerten Einkommen (das sich aus dem KG-Gewinn ergibt) anzussparen.
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Re: Ltd. & Co. KG mittelfristig in GmbH & Co. KG überführen

Beitragvon tobias-b am 03.02.2012, 14:00

Einen Haken habe ich noch gefunden, bei der Umschreibung der UG in eine GmbH mit einer Kapitalerhöhung auf Basis der Rücklagen ist eine testierte Bilanz notwendig, d.h. da kommen dann auf jeden Fall erwähnenswerte Kosten für den Wirtschafts-/Buchprüfer hinzu!

Ich hab einen Bericht gefunden, da beschwerte sich jemand, dass diese Abschlußprüfung für seine UG mit ca. 40 Buchungen pro Monat schlappe 3000€ kosten sollte, bei vielleicht 10 Buchungen pro JAHR dürfte sowas doch erheblich billiger werden, oder?

Hat sonst niemand 'nen Kommentar zu meiner Idee im 1. Posting???
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