GmbH gründen mit Sacheinlagen?

GmbH gründen mit Sacheinlagen?

Beitragvon Ichbins am 09.11.2010, 09:29

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo zusammen,

ich bin seit 3 Jahren als Einzelunternehmer erfolgreich und überlege mir jetzt das ganze in eine GmbH umzuwandeln?

Besteht die Möglichkeit die Stammeinlage von 25.000 Euro ausschliesslich in Sacheinlagen zu erbringen oder ist zwingend auch eine Bareinlage erforderlich?

Durch meinen Warenbestand würe ich die erforderlichen 25.000 Euro erreichen.

Macht es für die Gründung einen Unterschied ob ich bereits selbständig bin wenn ich eine GmbH gründe oder ist das Vorgehen ein anderes als bei Neuanmeldung des Gewerbes und anschliessener Gründung?

Vielen Dank für eure Hilfe

Markus
Ichbins
 
Beiträge: 3
Registriert: 09.11.2010, 09:19

Re: GmbH gründen mit Sacheinlagen?

Beitragvon riese am 10.11.2010, 10:36

Hallo Markus,

Macht es für die Gründung einen Unterschied ob ich bereits selbständig bin wenn ich eine GmbH gründe oder ist das Vorgehen ein anderes als bei Neuanmeldung des Gewerbes und anschliessener Gründung?


ja, in dem einen Fall handelt es sich um eine Neugründung (12500,00 müssen aufs Konto) und im anderen Fall um einen Rechtsformwechsel. Eingebracht wird hier der gesamte Einzelbetrieb, nicht einzelne Vermögensgegenstände. Also auch alle Forderungen und Verbindlichkeiten.

Gruß
Rainer
riese
 
Beiträge: 602
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: GmbH gründen mit Sacheinlagen?

Beitragvon Ichbins am 10.11.2010, 10:43

Hallo Rainer,

wenn ich das richtig verstanden habe wird bei einem Rechtsform Wechsel der Betrieb weitergeführt, jedoch unter dem Mantel einer GmbH.

Wie verhält es sich mit dem Stammkapital, müssen auch hier die 12.500 (Warum 12.500 Euro dachte 25.000 Euro) auch aufs konto?

Viele Grüße

Markus
Ichbins
 
Beiträge: 3
Registriert: 09.11.2010, 09:19

Re: GmbH gründen mit Sacheinlagen?

Beitragvon riese am 11.11.2010, 07:47

Hallo Markus,

Stammkapital der GmbH ist dann exakt das, was im Einzelbetrieb Eigenkapital war.

Du führst praktisch die bisherige Bilanz weiter. Genauer gesagt: Schlussbilanz Einzelbetrieb = Eröffnungsbilanz GmbH (nur dass das bisherige Eigenkapital zu Stammkapital wird).

Bei einer Umgründung müssen nicht extra 12500,00 € aufs Konto.

Gruß
Rainer
riese
 
Beiträge: 602
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: GmbH gründen mit Sacheinlagen?

Beitragvon RAKLOSE am 11.11.2010, 09:23

Das kann auch Spaß machen:

Wenn Sie eine GmbH in Form der Bargründung gründen und das Einzelunternehmen faktisch in die GmbH überführen laufen Sie Gefahr ganz erhebliche steuerliche Nachteile zu bekommen. Bei dieser Art der Übertragung kann das FA den Wert des EU Ihrem persönlichen Einkommen zurechnen.

In Betracht kommt also nur eine echte Einbringung.

Ganz besondere Vorteile bietet hier die Ausgliederung durch Neugründung. D.h. zunächst wird das EU bewertet. Das Anlagevermögen bleibt hier weitestgehend außen vor. Die Bewertung sollte nach dem Ertragswertverfahren erfolgen. In der Regel ergibt sich bei einem gut geführten EU ein Wert, der weit über dem Stammkapital der GmbH liegt. In einem kürzlich von mir durchgeführten Verfahren betrug der Wert über 900 K Euro.

Mit diesem Wert wird das Stammkapital der GmbH im Wege der Sachgründung dargestellt. Ein überschießender Wert kann als Gesellschafterdarlehn oder in die Kapitalrücklage der GmbH gebucht werden. Letzteres ermöglicht steuerfreie Gewinnvorabausschüttungen in Höhe der genannten Kapitalrücklage.

Die Eintragung als e.K. (für den Vorgang erforderlich), die GmbH Gründung und die "Umwandlung" erfolgt in einem "Abwasch".

Weiterer Vorteil, es findet eine Gesamtrechtsnachfolge statt. Es muss also kein Vertragspartner zur Änderung der Rechtsform seine Zustimmung erklären bzw. es müssen keine neuen Verträge abgeschlossen werden.
RAKLOSE
 
Beiträge: 389
Registriert: 09.08.2007, 14:41
Wohnort: 58455 Witten

  • Anzeige

Zurück zu GmbH und GmbH & Co. KG

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast