Mail Boxes ETC. und Mary Poppins Agentur

Mail Boxes ETC. und Mary Poppins Agentur

Beitragvon Arora am 17.06.2007, 14:40

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo zusammen,

hat jemand von euch schon erfahrungen mit den Franchise-Systemen von Mail Boxes Etc. und der Agentur Mary Poppins gemacht??

Was haltet ihr davon??

Für antworten sagen ich jetzt schon einmal danke !!!!

Grüssle

Arora
Arora
 
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Beitragvon skyhound am 18.06.2007, 09:37

Hallo Arora,

Sie haben ja zwei Fragen-Beiträge eingestellt. Der Einfachheit halber schreibe ich meine Sicht zu beiden hier und darf mit Ihrer Frage zu den beiden genannten Systemen beginnen:

Die beiden Systeme sind - vorsichtig ausgedrückt und soweit ich das beim Überfliegen derer Webseiten erkennen konnte - in ihrem Geschäftsfeld ziemlich unterschiedlich. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie beide Dienstleistungen anbieten.

Entscheidend für den Sprung in die Selbstständigkeit ist aber meiner Ansicht nach, dass Sie sich absolut sicher sind, was Sie Ihren künftigen Kunden anbieten wollen. Eine erfolgreiche Selbstständigkeit setzt voraus, dass Sie für Ihre Idee, Ihren Produktbereich, Ihre Dienstleistung "brennen", d.h. sich mit Ihrem Herzblut für Ihr Geschäftsfeld engagieren.
Nur so können und werden Sie erfolgreich sein - nicht nur, aber auch und gerade mit einem Franchise-System.

Denn Franchising ist mit Sicherheit kein System zum "Mal-probieren". Franchising ist grundsätzlich mit nicht zu unterschätzenden Investitionen, vor allem aber laufenden Kosten verbunden. Der wirtschaftliche "Break-even" ist - allen Musterbeispielen und -berechnungen der Franchisegeber zum Trotz - oft erst nach etlichen Jahren, bei manchen Großanbietern wie z.B. zwei Hamburger-Ketten erst nach mehr als 10 Jahren, erreicht.

Um an dieser Stelle möglichen Protesten vorzugreifen: Franchising funktioniert grundsätzlich schon. Die entscheidenden Fragen, die sich jede/r Interessent/in nur selbst beantworten kann, sind aber:

1. Bin ich wirklich und ehrlich bereit, diese Belastungen auf mich zu nehmen?
2. Habe ich ausreichende wirtschaftliche Reserven, die ersten Monate oder Jahre ohne reales Einkommen aus dem neuen Geschäft zu überstehen, ohne mich unverhältnismäßig weit von meinem persönlich unabdingbaren Lebensstandard zu entfernen?
3. Bin ich wirklich bereit, alle zu den Anfangskosten des Franchising zusätzlichen Kosten zu übernehmen?

Gerade Letzteres ist - wenn die Bereitschaft, Einsicht in deren Notwendigkeit etc. fehlt - in vielen Fällen die auslösende Ursache für vorzeitiges Scheitern.

Und genau an diesem Punkt schließt sich der Kreis zu meiner Eingangs-Aussage. Nur wenn Sie für Ihre Sache "brennen", haben Sie eine echte Chance - die objektiven Entscheidungskriterien positiv beantwortet vorausgesetzt.

Langer Rede kurzer (Frage-) Sinn: Wo liegt Ihre originäre Motivation zur Selbstständigkeit? Nicht umsonst existiert der - zugegeben etwas platte - Spruch: Selbstständig = selbst und ständig.

Und bei aller grundsätzlich positiven Einstellung zum Franchising sollten Sie einen Aspekt immer im Hinterkopf behalten: Franchising liefert zwar grundsätzlich ein nachgewiesen funktionierendes Geschäftskonzept, aber ebenso grundsätzlich nicht dessen Umsetzung mit Ihnen und an Ihrem Ort.

Also sollten Sie zunächst sehr gewissenhaft und vor allem unvoreingenommen den lokalen/regionalen Markt und den angedachten Standort analysieren und bewerten (lassen), bevor Sie den Schritt in die Selbstständigkeit via Franchising wagen.

Gruß mit Wunsch zum Erfolg

skyhound
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Re: Mail Boxes ETC. und Mary Poppins Agentur

Beitragvon kmk2001 am 07.09.2009, 19:39

Franchise ist generell eine interessante Sache!
Man sollte dabei jedoch einige Dinge zusätzlich beachten:
- die persönliche Qualifikation
Franchise heißt nicht "[b]alles geht von alleine[/b]" . Man bekommt in einem
gewissen Umfang Hilfe u. Unterstützung. Der Rest kommt vom
Jung-Unternehmer selbst. Vertriebserfahrung ist sicherlich sehr hilfreich.
- Finanzierung
Die Franchisegebühren sind zum Teil erheblich. Die müssen erst verdient
werden.
- Hardware
Im Fall von Mail Boxes ETC. wurden zum Teil Verträge mit Kopierer-
Herstellern geschlossen, die am eigentlichen Ziel vorbei gingen.
Beispiel: Kopierer für Industriebedarf, sicherlich gut - aber eben auch
teurer als die Normal-Kopierer.
Bezahlen muss hier der Franchisenehmer, die Rahmenverträge
sind z. T. bindend. Diese Kosten kommen dann zu den
Finanzierungskosten.
- MBE Deutschland läßt seine Franchisepartner im Augenblick sehr hängen.
(Meine persönliche Einschätzung, ich mag mich in diesem Punkt irren)
- Zur Zeit sparen sehr viele Unternehmen an den Versandkosten. Dies mag
sicherlich Pro MBE sprechen. Nach meinen Kenntnissen verzeichnen einige
MBE-Unternehmen Umsatzsteigerungen von 15 - 25% im Vergleich zum
Vorjahr.

Fazit: - Selbstkritisch die eigenen Fähigkeiten einschätzen
- Finanzierungsbedarf auf 5 - 10 Jahre (eher 10 Jahre) berechnen
Empfehlung:
- Mit mind. 5 vrschiedenen MBE-Unternehmern sprechen. 5
unterschiedliche Meinungen sammeln und eine Meinung bilden
kmk2001
 
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