Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?
von mgb-consulting am 22.09.2011, 16:21
Hallo Jürgen,
seien Sie mir nicht böse, aber Sie mögen wissen, wie man in einem Copyshop Kopien macht, aber wie man sich über einen Maschinenerwerb finanziert wissen Sie nicht... das ist ein hohes Risiko, wenn man mittellos in ein solches Geschäft einsteigen möchte, denn die Betriebsausgaben sind hier immer höher als ursprünglich erwartet.
Druckmaschinen haben einen schier unüberschaubaren Wert, und die Verkäufer wie z.B. Heidelberger, Indigo, Minolta, Océ, Xerox usw. refinanzieren sich, indem sie direkt mit Leasinggesellschaften zusammenarbeiten und die passende Finanzierung vermitteln.
Es spielt dabei eine nur untergeordnete Rolle eine Maschine mit 20 oder 30 T€ überzubewerten und sich diese 20 oder 30T€ als Werbekostenzuschuss vom Lieferanten auszahlen zu lassen, sowas ist branchenüblich.
Auf diese Weise haben Sie Ihre Finanzierung erhalten und der Lieferant seine Maschine verkauft.
Wenn Sie wirklich clever sind, dann setzen Sie noch einen obenauf, gehen mit diesem Geld zur Hausbank, hinterlegen es als Sicherheit und nehmen damit 100.000€ an Kredit auf, denn das ist mit der dann entstandenen Eigenkapitalquote kein Problem mehr.
Aber... das funktioniert nur dann, wenn Sie wirklich feste Kunden haben und die Maschinen auslasten können. Andernfalls führt das fehlende Eigenkapital zu von vornherein zu hohen Verkaufspreisen der Druckerzeugnisse und man verliert seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Mitbewerbern!
Ein weiterer Charme im Leasinggeschäft mit diesen hochpreisigen Maschinen liegt darin, dass man die Anzahlung auf eine geleaste Maschine bereits im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgabe geltend machen und somit den Gewinn steuern und in Folgejahre verschieben kann.
Zu Ihrem Posting... Die Maschine ist als Leasinggegenstand ein Risiko und keine Sicherheit. Soweit ich mitbekommen habe, soll es wohl ein Finanzierungsleasing sein, gleichwohl erwerben Sie dann aber nur Monat für Monat einen Teil der Maschine und diesem Wert stehen die restlichen Leasingzahlungen, die zu erfüllen sind gegenüber. Im Falle eines Untergangs würden die ausstehenden Restleasingraten als Verbindlichkeit gegenüber der Leasinggesellschaft offen stehen.
Abschließend nochmals als Ergänzung zu meinem ersten Posting... Sie sind noch nicht so weit, sich selbständig in diesem Markt zu tummeln, denn Ihnen fehlt das kaufmännische Wissen die Klaviatur von Lieferanten, Leasinggesellschaften und Finanzierung zum eigenen Vorteil zu spielen.
Im Digitaldruck geht es nicht darum ein Druckerzeugnis zu erstellen, sondern Sie bewegen sich in einem umkämpften Markt, in dem nur handfeste Alleinstellungsmerkmale zählen, um vernünftige Preise erzielen zu können. Wer da die Finanzierung als Hauptproblem sieht und nicht in der Lage ist, sich finanziell so aufzustellen, dass er sich in Ruhe seinem Geschäft widmen kann, der hat verloren, bevor er angefangen hat.
Mal am Rande... schicken Sie mir doch bitte mal eine PN mit den Maschinendaten, den Frei- und Folgeclicks, sowie den Daten über die Verfügbarkeitsgarantie der Drucksysteme pro Monat, und den Kosten des Wartungsvertrages.
MfG
MGB-Consulting