Zinsrechnung

Zinsrechnung

Beitragvon inline am 09.12.2010, 15:34

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo, ich war gerade auf folgender Seite:

mikrokredit-nrw.de/html/faq_.html

Die Zinsrechnung kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

Kleine, unternehmerische Rechenübung:

Ein Zins in Höhe von 10 % ist Ihnen zu viel? Wirklich? Dann möchten wir jetzt zwei Dinge tun:

1) Eine Frage: Was ist Ihnen lieber? Ein Darlehen mit einem Zins von 7 %, dass Sie aber bei Ihrer Bank niemals bekommen werden? Oder lieber einen Kredit mit 10 % Zins, den Sie aber bekommen und der für Sie das Ticket aus der Erwerbslosigkeit bedeuten kann?

2) Lassen Sie sich doch einfach mal von uns zum Rechnen verführen: Nehmen wir mal an, Sie brauchen einen Kredit von 5.000 Euro und den könnten Sie innerhalb von 12 Monaten zurückzahlen. Dann würden Ihnen bei einem Zinssatz von 10 % insgesamt Zinsen in Höhe von 274,95 Euro entstehen. Und wieviel wäre es bei nur 7 % Zins? Das haben wir auch mal nachgerechnet, es macht 191,60 Euro.


Ein (Wucher) Zinsatz von 10 %, würde doch bei einem Jahr ein Zins von 500 € bedeuten, bzw. wie kommen die auf 274,95 ??
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon mgb-consulting am 09.12.2010, 16:10

Hallo ...

wenn das Darlehen endfällig wäre, dann wären es 500€, wenn das Darlehen auf 12 Monate bezogen mit monatlich 416,66€ getilgt wird, dann kommen rund 272€ raus.

MfG
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon inline am 10.12.2010, 20:11

mgb-consulting hat geschrieben:wenn das Darlehen endfällig wäre, dann wären es 500€, wenn das Darlehen auf 12 Monate bezogen mit monatlich 416,66€ getilgt wird, dann kommen rund 272€ raus.


Auf der Seite geht es doch um Existenzgründer.
Also wenn man richtig plant und z. B. einen Kredit bei der KFW beantragt, dann ist es durchaus normal wenn in den ersten 6 - 12 Monaten die Vorfinanzierung höher ist als der Gewinn, danach sollte die Gewinnkurve höher gehen.

Wie kann denn ein Gründer gleich im ersten Jahr 416,66 Euro monatlich zurückzahlen?
Insbesondere wenn der auch noch aus der Arbeitslosigkeit gründet, der kommt doch nie auf einen gründen Zweig, das wäre ja so wie Ich-AG auf Kredit.

Ich frage mich nun wirklich, für welche Zielgruppe diese Kredite sind.
Ich sei die falsche, zumindest hat man mir das gesagt. Dabei habe ich nur gesagt , dass ich einige Jahre freiberuflich arbeite und ggf. den Kredit für ein Nebengewerbe nutzen möchte.

Auch meine ich, dass man durchaus mit einem Dispo besser fährt(sofern man diesen nicht dauernd nuzten muss) und bei einem größeren Vorhaben halt z. B. mit einem KFW-Kredit.
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon mgb-consulting am 11.12.2010, 02:12

Hallo ...

jeder ALG-II Empfänger hat bessere Chancen über die Möglichkeiten des Einstiegsgeldes plus Kredit oder Zuschuss voranzukommen, den die ARGE bis 5.000 € gewähren darf.

Ein Dispo bliebe eine Option, viele ALG-II Empfänger würden diesen jedoch nicht erhalten.

MfG
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon inline am 11.12.2010, 18:49

mgb-consulting hat geschrieben:jeder ALG-II Empfänger hat bessere Chancen über die Möglichkeiten des Einstiegsgeldes plus Kredit oder Zuschuss voranzukommen, den die ARGE bis 5.000 € gewähren darf.


In dieser Kombination finde ich das ggf. (je nach Vorhaben bzw. Geschäftsidee) sogar vertretbar.
Also wenn z. B. ein ALG II Empfänger das Einstiegsgeld, einen Zuschuss und dazu den Kredit erhält.

Aber scheinbar wird hier versucht, anstelle der Zuschüsse die Kredite zu geben. Also wie gesagt - Ich-AG auf Kredit.

Klickt man nämlich bei der Suche auf das Wort "ARGE" kommt man zu folgender Aussage:

Keine Gefälligkeitsabsagen zur Vorlage bei ARGE / Jobcenter!
Aktuelle Bearbeitungszeiten 2-3 Tage nach Eingang aller Unterlagen.


Also wollen die JobCenter ihre Kandidaten das Einstiegesgeld usw. madig machen und reichen diese ,wenn auch an staatliche, Kreditgeber weiter.

Letztendlich werden die Kredite noch ggf. auf die Transfairleistungen anrechnet , als verfügbares Einkommen. Die Leute finanzieren sich ihre Armut letztendlich selbst. bzw. werden zum Gläubiger des Staates ggf. bis hin zur Insolvenz.
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon mgb-consulting am 12.12.2010, 11:15

Hallo ...

ich glaube, dass hier ein wenig Unkenntnis über die sogenannten Mikrofinanz-Institute herrscht!

Der Verein "Deutsches Mikrofinanz Institut e.V." kurz DMI genannt, wurde vor ein paar Jahren von der GLS-Bank in Bochum ins Leben gerufen, um Kleinstkredite an diejenigen Existenzgründer zu vergeben, die ansonsten bei einer Geschäftsbank kein Gehör finden würden.

Die Kreditvergabe erfolgt über Regionalpartner, die sich über verschiedene kostenpflichtige Lehrgänge als Partner akkreditieren lassen können und fortan Mikrofinanzinstitut nennen dürfen.

Diese Mikrofinanzinstitute haben die Aufgabe, einerseits Kleinstkredite zu vermitteln, müssen andererseits aber auch die Geschäftsidee prüfen, den Kreditnehmer betreuen und obendrein dafür haften, wenn ein Kleinstkredit notleidend wird, d.h. nicht zurückgezahlt werden kann.

Fragt man dann bei einem Mikrofinanzinstitut an, das vielleicht mehrfach mit der Kreditvergabe auf die Nase gefallen ist, weil doch nicht alle Pleitiers erkannt wurden, dann erhält man eine Absage, weil es dem Unternehmen selbst schlecht geht und keine Masse mehr für eine mögliche Haftungsübernahme mehr vorhanden ist.

Eine solche Absage sagt jedoch nichts über die Qualität des Vorhabens aus und schon gar nichts über die Qualität des Gründers, dessen MUSS man sich an dieser Stelle bewusst sein und zuvor die Bilanzen des Mikrofinanzinstitutes einsehen, bei dem man anfragt.

MfG
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon inline am 26.12.2010, 18:46

Hallo..

in der Tat war ich ziemlich uninformiet über die Mikrofinanzierung. Später habe ich mich durch das world wide web gewüht, um übehaupt nähere Infos zu bekommen.

Bei den Gründungsveranstaltungen wird das Thema meiner Einschätzung nach auch nicht transpartent genug dargestellt.

Es wird nur die Verpackung gezeigt bzw. es wird dafür geworben, aber vom Inhalt erfährt man dabei nur wenig (zumindest was den Mikrokrdedit angeht). Ich finde so eine Handhabung ziemlich oberflächlich, zumal mich die Konditionen bisher auch wirklich nicht überzeugen.
Man kann Kredite doch nicht wie Waschpulver bewerben.

MGB-Consulting hat geschrieben:Eine solche Absage sagt jedoch nichts über die Qualität des Vorhabens aus und schon gar nichts über die Qualität des Gründers, dessen MUSS man sich an dieser Stelle bewusst sein und zuvor die Bilanzen des Mikrofinanzinstitutes einsehen, bei dem man anfragt.


Mir wurde gleich gesagt, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Letzendlich möchte ich mein freiberufliche Tätigkeit zunächst als Hauptberuf stehen lassen und die weitere Idee soll als Nebengewerbe starten.

Nun meine Frage:
Wo bekommt man nun eine möglichst "neutrale" Einschätzung des Vorhabens ?
Denn bisher habe ich auch den Eindruck, dass jeder nur seine Interessen sieht und meine dabei auf der Strecke bleiben.
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon mgb-consulting am 27.12.2010, 13:41

Wo bekommt man nun eine möglichst "neutrale" Einschätzung des Vorhabens?

Hallo ...

eine neutrale Einschätzung werden Sie nur dann erhalten, wenn Sie die Planung entweder im Rahmen eines Businessplanwettbewerbs oder durch einen von Ihnen beauftragten Berater prüfen lassen.

Verständlicherweise prüfen Kreditinstitute immer vorrangig im eigenen Interesse, ebenso wie jeder Unternehmer im eigenen Interesse die Zinsen für den Kredit senken möchte... da geht man ja auch nicht zur Bank und sagt: "Komm... nimm drei Prozent mehr... ich mag Euch!"

MfG
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Re: Zinsrechnung

Beitragvon Justiziar am 22.01.2012, 18:35

Hallo Inline,

sorry....als ich Ihre Texte hier gesehen habe, musste ich schreiben, obwohl der Thread ja schon etwas älter ist. Vielleicht ist es ja für Späterlesende hilfreich.

Sie sagen:

- Sie sind schon seit mehreren Jahren freiberuflich tätig
- Sie können sich nicht vorstellen, eine Rate von 400 Euro im Monat aufzubringen
- Sie möchten ein Nebengewerbe anmelden
- Sie wissen als Unternehmer offenbar nicht, wie man Zinsen berechnet
- Sie finden 10 % Zinsen zuviel, ziehen aber gleichzeitig einen Dispo in Betracht (mit ca. 16-17 % Zinsen derzeit?)

Mal im Ernst...welche unternehmerischen Qualitäten bringen Sie denn überhaupt mit sich. Offenbar war ihre bisherige unternehmerische Tätigkeit nicht so gewinnbringend, dass sie sich eine Rate von 400 Euro leisten können. (Frage: Haben Sie schon mal ein Firmenauto finanziert? Da werden nämlich locker um die 1000 Euro fällig). Dann möchten Sie noch ein Nebengewerbe starten? Also reicht ihre freiberufliche Tätigkeit nicht zum Leben aus? Und das nach mehreren Jahren? Und dann geben Sie auch noch preis, dass sie nicht unternehmerisch kalkulieren können?

Da möchte ich mal den Kreditsachbearbeiter sehen, der Ihnen nicht eher dringend eine Beratung empfiehlt anstatt auch nur einen Minikredit in Betracht zu ziehen.

Schauen Sie doch einfach mal in der KFW-Beraterbörse vorbei und suchen sich kompetente Hilfe in Ihrer Nähe. Dann klappt es demnächst vielleicht auch mal mit einem Kredit.

mfg
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