KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

Beitragvon Sisko am 24.11.2011, 18:21

Nichtrückzahlbare Zuschüsse - Bis zu 30.000-40.000 Euro vom Staat für Gründer.

Hallo,

meine Frau (20 Jahre Gastro-Erfahrung) kann ein bestehendes Cafe/Bistro in NRW übernehmen – Toplage, geringe Pacht, Brauereifrei. Zur Finanzierung der Übernahme soll ein Gründerkredit der KfW in Höhe von 60.000 € her. Dieser wird für die Ablöse von 40.000 € (Anlagevermögen ist 25.000 €) sowie weitere Betriebsmittel benötigt, das Eigenkapital ist 12.500 €.

Das bestehende Konzept des Cafes soll um eigene Ideen erweitert werden. Sie hat einen professionellen Businessplan mit einer durchaus lukrativen Rentabilität (keine Luftschlösser) erstellt. Dieser wurde von der IHK geprüft und mit Begeisterung durchgewunken.

Nach den ersten Bankgeprächen (Volksbank, Stadtsparkasse) kommt die Ernüchterung: Beide fanden lobende Worte für das Konzept und die Tragfähigkeit, nach Vorlage der BWA’s des jetzigen Inhabers machten sie aber einen Rückzieher. Das Problem ist, dass diese fürs Finanzamt ‚optimiert‘ sind und einen nur kleinen Gewinn ausweisen. Zudem tauchen ca. 30 % der Einnahmen gar nicht erst in den Büchern auf, in der Gastrobranche leider nicht unüblich. Mit seinem Geschäftskonto war der Inhaber aber nie im Minus.

Ich dachte immer, dass solche Förderungen nach der Zukunftsträchtigkeit beurteilt werden und nicht nach den vergangenen Zahlen des (branchenfremden) derzeitigen Inhabers?! Welche Banken sind noch zu empfehlen, die KfW-Kredite vergeben? Wie kann man einem Banker klar machen, dass die BWA’s steueroptimiert sind? Besteht überhaupt derzeit die realistische Möglichkeit, KfW-Kredite für den Gastro-Bereich zu bekommen? Bin für jegliche Hinweise und Tipps dankbar...
MfG
Sisko
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Re: KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

Beitragvon Anno307 am 26.11.2011, 18:02

Hallo,

Ihr Projekt klingt spannend und zeigt mal wieder die Schwierigkeiten, die man bei der Gründung oder Unternehmensübernahme so hat- ich kann ein Lied davon singen und schaue mich selbst ähnlich um.

Für Ihr Projekt könnte folgender Link interessant sein: http://www.nrwbank.de/beteiligungen

Ihnen viel Erfolg!
Anno307
 
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Re: KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

Beitragvon mgb-consulting am 27.11.2011, 09:09

Hallo ...

zunächst einmal... es ist nicht so clever mit einem vom Verkäufer steueroptimierten Jahresabschluss zur Bank zu gehen, denn wenn der Verkäufer schon einen Teil schwarz gemacht hat, dann unterstellt man dies auch dem Erwerber.

Andererseits ist der Jahresabschluss des Vorbesitzer für die Bank allenfalls ein Indiz, denn ein neuer Besitzer kann ein Geschäft in kurzer Zeit völlig umkehren, positiv aber auch negativ.

Mich würde interessieren, ob Sie der Bank einen konkreten Finanzierungswunsch mitgeteilt haben, z.B. die Beantragung des StartGeldes oder ob es gar nicht erst so weit kam.

Für eine Beteiligung ist das Volumen mit 50T€ sehr gering und eine Bürgschaft würde die Bürgschaftsbank ablehnen, weil es hierfür das ohnehin verbürgte StartGeld gibt, die Position der Bank oder des Gründers würde sich insoweit durch ein Einspringen der Bürgschaftsbank nicht verbessern.

Ich sehe hier aber noch einen anderen Aspekt!

Wenn ein Verkäufer von steuerlichen Optimierungen spricht, dann wissen Sie ja selbst auch nicht, ob dem wirklich so ist oder ob der Laden nicht einfach nur schlecht lief :idea: denn wäre es anders, dann würde der Firmenwert bedeutend höher sein.

Anders herum... wenn der Laden wirklich so gut lief, dann sollte es dem Verkäufer egal sein, ob er den Abstand auf einen Rutsch oder in 24 Raten bekommt, denn das Geld hat er, wenn er ehrlich zu Ihnen war 8) ja durch die Steuerhinterziehung mehr als verdient.

Aus diesem Grunde, sehe ich nur einen Weg:

Ich würde mit dem Verkäufer sprechen und ihm vorschlagen, den Laden über eine Ratenvereinbarung binnen 24 Monaten an ihn abzuzahlen. Ist der Verkäufer ehrlich und der Laden bringt es, dann kann er ohne Probleme auf diesen Vorschlag eingehen, denn er weiss ja als Einziger was der Laden wirklich bringt. Ist er ein Halunke, dann hat er 1.000 Ausreden, warum das absolut nicht gehen wird, dann sollten Sie aber auch die Hände von dem Laden lassen.

Weitere Zeit würde ich nach diesem Gespräch aber auf keinen Fall in dieses Vorhaben stecken, denn dann ist klar, dass das im Plus befindliche Konto des Verkäufers ein Guthabenkonto war und keine besondere Leistung des Verkäufers.

MfG
MGB-Consulting
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Re: KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

Beitragvon Sisko am 01.12.2011, 22:38

Erst einmal Danke für die Antworten...

es ist nicht so clever mit einem vom Verkäufer steueroptimierten Jahresabschluss zur Bank zu gehen, denn wenn der Verkäufer schon einen Teil schwarz gemacht hat, dann unterstellt man dies auch dem Erwerber.


jepp, stimmt, leider gibt es keine anderen BWA's. Wir hätten auch gerne die realen Zahlen gehabt, soweit es überhaupt solche gibt.

Im Bankengespräch wurde konkret das StartGeld der KfW angesprochen. Die Absagen kamen 3-4 Tage später. Anscheinend wird wohl nicht davon ausgegangen, dass man das Geschäft ins Positive drehen kann.

Jetzt sind wir in Verhandlung mit einer städtischen Wirtschaftsforderung wegen eines Mikrokredits. Dort wurde übrigens angedeutet, dass Banken gegen Jahresende Gastronomie-Konzepte generell nicht mehr fördern.

Übrigens: Der Verkäufer ist mit einem reduzierten Kaufpreis teilweiser Ratenzahlung einverstanden. Vielleicht wird's ja doch noch was...
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Re: KfW-Kredite für Gastro-Übernahme - unmöglich?

Beitragvon Ligitech am 06.01.2012, 14:40

Ich denke auch der Verkäufer hat sich da ein Eigentor geschossen und muss jetzt sehen das er einen dummen findet der ihm die Bude abnimmt....

das 30% einnahmen fehlen halte ich für recht komisch. Das Finanzamt hat da ganz bestimmte Richtwerte und formeln nach denen es geht. So wird anhand der Wareneinkäufe auf den Umsatz geschlossen, da gibt es Schätzwerte wieviel Getränke er eingekauft hat und wieviel Umsatz das ergab/ergeben müsste.
So einfach 30% unter den Tisch fallen zu lassen wird da nicht gehn, da hat er sicherlich gelogen.
Wussten Sie eigentlich das es Experten für Gastro Bilanzen gibt? Die 1000€ würde ich in die Hand nehmen und mit der Bilanz (wirklich Bilanz oder nur EÜ?) mir einen Suchen und dem die zeigen, der sagt ihnen dann schon ob da was faul ist.



meine Meinung
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