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Versicherungspflicht bei Praktikanten

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Als Praktikanten werden diejenigen Personen bezeichnet, die – anders als arbeitende Studenten – einer berufspraktischen Beschäftigung nachgehen, die mit ihrem Studium in Verbindung steht.

Wenn es um die Versicherungspflicht von Praktikanten geht, muss zunächst unterschieden werden, ob es sich um vorgeschriebene oder nicht vorgeschriebene Praktika handelt. Darüber hinaus macht es einen Unterschied, ob das Praktikum vor, während oder nach der Immatrikulation absolviert wird.

Für in den Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebene Praktika gelten folgende Regelungen:

Handelt es sich bei dem Praktikum um ein Zwischenpraktikum, sprich die betreffende Person ist während des Praktikums an einer Hochschule/ Universität eingeschrieben, besteht Sozialversicherungsfreiheit.

Wird das Praktikum vor oder nach dem Studium absolviert, kommt es darauf an, ob das Praktikum vergütet wird. Wird die Tätigkeit ohne Entgelt ausgeübt, besteht für die Person Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Dabei ist der Praktikant selbst die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung verantwortlich - die Höhe der Beiträge richtet sich nach denen zur Kranken-/ Pflegeversicherung der Studenten. Im Falle einer Familienversicherung muss der Praktikant keine eigenen Beiträge zahlen. Wird das Praktikum entlohnt, besteht ebenfalls Kranken- und Pflegeversicherungspflicht, wobei der Arbeitgeber für die Beiträge aufkommen muss.

Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht besteht während eines vorgeschriebenen Vor- oder Nachpraktikums immer, unabhängig davon, ob das Praktikum vergütet wird. In jedem Fall übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge. Findet keine Entlohnung statt, werden Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge aus einem fiktiven Arbeitsentgelt in Höhe von 1 Prozent der monatlichen Bezugsgröße (2009 = 25,20 Euro in den alten beziehungsweise 21,35 Euro in den neuen Bundesländern) berechnet.

Für nicht vorgeschriebene Praktika gelten folgende Regelungen:

Wer ein nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Zwischenpraktikum absolviert, wird versicherungsrechtlich beurteilt wie ein beschäftigter Student. Jedoch sind bei einem geringfügig entlohnten Zwischenpraktikum keine Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung zu entrichten.

Absolviert die betreffende Person ein nicht vorgeschriebenes Vor- beziehungsweise Nachpraktikum, das gegen Entgelt ausgeübt wird, ist der Praktikant als Beschäftigter in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig. Allerdings finden die Regelungen zur "geringfügigen Beschäftigung" Anwendung. Erhält der Praktikant kein Arbeitsentgelt, besteht auch keine Versicherungspflicht. 


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