<< Themensammlung Versicherung

Ueberversorgung

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Das BMF-Schreiben vom 03.11.2004 (IV B2 – S2176 – 13/04) hat sich ausführlich mit dem Thema Überversorgung beschäftigt. Es wurde klar gestellt, dass bei Versorgungen über Direktversicherung, Pensionskasse oder einem Pensionsfonds die Überversorgung nicht geprüft beziehungsweise nicht beanstandet wird.

Bei Direktzusagen und Unterstützungskassen ist das Stichtagsprinzip maßgeblich. Das heißt es können bei Zuwendungen zur Unterstützungskasse und bei der Bildung von Pensionsrückstellungen nur Veränderungen berücksichtigt werden, die am Bilanzstichtag bereits feststehen.
Versorgungszusagen, die künftige Einkommens- und Lohnentwicklungen vorwegnehmen, sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie im Verhältnis zum letzten Aktivlohn angemessen (siehe Angemessenheit) sind.

Die Frage, wann es sich um eine Vorwegnahme künftiger Einkommens- und Lohnentwicklungen handelt, ist anhand der 75 Prozent-Regelung zu beantworten. Ist die sogenannte 75 Prozent-Grenze überschritten, das heißt übersteigt die betriebliche Altersversorgung 75 Prozent der Bezüge des Versorgungsberechtigten, liegt demnach eine Vorwegnahme künftiger Einkommensentwicklungen und somit eine unzulässige Überversorgung vor.

Bei den Bezügen sind sämtliche Aktivbezüge zu berücksichtigen, unabhängig davon, ob sie zu Rentenleistungen führen. Wenn variable Gehaltsbestandteile einzubeziehen sind, ist der Durchschnitt dieser Bezüge aus den letzten fünf Jahren heranzuziehen.

Kapitalleistungen sind in Höhe von zehn Prozent als Jahresbetrag einer lebenslang laufenden Rente anzusetzen. Mit einer Kapitalzusage kommt man also schneller an die Grenze der Überversorgung als mit einer Rentenzusage. Unter dem Gesichtspunkt Überversorgung ist demnach zu empfehlen, eine Rentenzusage mit Kapitaloption anstatt einer Kapitalzusage mit Rentenoption zu formulieren.

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung können mit dem amtlich anerkannten Näherungsverfahren angesetzt werden. Gehaltsbestandteile, die für Entgeltumwandlung genutzt werden, und diesen entsprechende Versorgungsleistungen können bei der Berechnung der 75 Prozent-Grenze unberücksichtigt bleiben.

Hierdurch ist auch die oftmals in der Praxis gestellte Frage beantwortet, dass bei Personengruppen mit geringem Einkommen auch die Ausschöpfung des Rechtsanspruchs auf Entgeltumwandlung möglich ist, selbst wenn die hieraus resultierende Versorgung mehr als 75 Prozent der Aktivbezüge beträgt.

Bei Verstoß gegen das Stichtagsprinzip, das heißt bei einer unzulässigen Vorwegnahme künftiger Einkommens- und Lohnentwicklungen, kann die Verpflichtung beim Betriebsausgabenabzug nach § 4d EStG (Unterstützungskasse) oder bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen nach § 6aEStG (Pensionszusage) nur insoweit berücksichtigt werden, wie sie die 75 Prozent-Grenze nicht überschreitet. Das heißt wird als Altersversorgung zum Beispiel 80 Prozent des letzten Aktivgehalts zugesagt, können steuerlich nur 75 Prozent geltend gemacht werden.


zurück zur Übersicht >

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer