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Teilwert

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Der Begriff Teilwert stammt aus dem Steuerrecht. Er wird zur Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens in der Steuerbilanz herangezogen.

 

Laut der Legaldefinition (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 EStG sowie § 10 Satz 2 BewG) handelt es sich dabei um den Betrag, welchen ein fiktiver Erwerber des gesamten Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises des Unternehmens für das jeweilige Wirtschaftsgut ansetzen würde.
Dabei ist von der Fortführung des Unternehmens (Fortführungsprinzip) auszugehen. Im Regelfall entspricht der Teilwert dem Verkehrswert oder Marktpreis, wobei immer auf die besonderen Verhältnisse des Unternehmens abzustellen ist.

Das Steuerrecht kennt jedoch auch zahlreiche Teilwertfiktionen, die den Teilwert anhand fester Regeln von den Anschaffungskosten beziehungsweise Herstellkosten ableiten. Ein spezieller Teilwert ist in § 6a Abs. 3 EStG für die Höhe der Pensionsrückstellungen definiert.

Das der Berechnung zu Grunde liegende Bewertungsverfahren hat durch die Definition im Einkommensteuergesetz eine größere versicherungsmathematische Bedeutung erlangt und heißt dort Teilwertverfahren. Beim Teilwertverfahren wird der Aufwand für den Aufbau der Pensionsrückstellungen für aktive Mitarbeiter über eine fiktive Prämie (Teilwertprämie) gleichmäßig über die Dienstzeit verteilt.
Dabei wird unterstellt, dass die Zusage in der aktuellen Höhe bereits ab Eintritt in das Unternehmen bestanden hat. Erhöhungen der Zusage beeinflussen somit auch die Prämien der Vergangenheit. Das führt dazu, dass jede Änderung der Zusage eine sprunghafte Veränderung der Pensionsrückstellung bewirkt.


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