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Entgeltumwandlung

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Das Entgelt ist der Verdienst eines Arbeitnehmers. Arbeitnehmer haben seit 2002 einen gesetzlichen Anspruch darauf, Teile ihres Bruttolohns bzw. Bruttogehalts in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) zu investieren und so Steuern und Sozialabgaben zu sparen.

Das Recht auf Entgeltumwandlung ist dem Tarifvorrang untergeordnet: Der Tariflohn kann nur umgewandelt werden, wenn dies im Tarifvertrag vorgesehen ist. Sonderzahlungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Die wichtigsten Merkmale der Entgeltumwandlung im Überblick:

  • Der Arbeitgeber muss sich an der Finanzierung nicht beteiligen, wenn dies im Tarifvertrag nicht ausdrücklich festgelegt ist.
  • Beschäftigte können nur Bestandteile ihres künftigen Gehalts oder Lohns in Anwartschaften auf eine Betriebsrente umwandeln.
  • Eine Entgeltumwandlung können nur pflichtversicherte Arbeitnehmer für Zahlungen im Rahmen des ersten Dienstverhältnisses durchführen. Bei Nebenjobs (Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse VI) ist keine Entgeltumwandlung möglich.
  • Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Gehaltserhöhungen oder vermögenswirksame Leistungen können neben den Zahlungen aus dem laufendem Gehalt umgewandelt werden.
  • Anwartschaften auf eine Betriebsrente, die durch Entgeltumwandlung finanziert wurden, sind sofort unverfallbar. Das bedeutet: Auch bei einem Arbeitgeberwechsel nach kurzer Einzahlungsdauer bleiben dem Arbeitnehmer die erreichten Leistungen erhalten.
  • Scheidet der Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus oder hat er im bestehenden Arbeitsverhältnis – zum Beispiel während der Elternzeit – keine Bezüge, kann er die Alterssicherung mit eigenen Beiträgen fortführen oder beitragsfrei stellen.
  • Eine Entgeltumwandlung ist nicht an einen der bAV--Durchführungswege
    gebunden. Am häufigsten genutzt wird zwar die Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung, doch auch Pensionskasse sind beliebt.
  • Der Anspruch ist im Rahmen einer Förderung durch § 3 Nr. 63 EStG auf 4 Prozent der Beitragsmessungsgrenze der Rentenversicherung West jährlich begrenzt. 2012 beträgt dieser Wert 67.200 Euro. Es können also 2.688 Euro umgewandelt werden. Zusätzlich können 1.800 Euro steuerfrei eingebracht werden, sofern der Arbeitgeber die Versorgungszusage ab dem 1. Januar 2005 erteilt hat und der Arbeitnehmer nicht die Pauschalbesteuerung im Rahmen des § 40b EStG für eine ältere, bis 2004 abgeschlossene Betriebsrente ausnutzt.

    (Stand: 2012)

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