bAV - Entgeltumwandlung

Entgeltumwandlung

Seit der Rentenreform müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit geben, einen Teil ihres Lohns oder Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu investieren - die sogenannte Entgeltumwandlung. Diesen Anspruch haben auch Arbeitnehmer in Teilzeit und selbst geringfügig Beschäftigte.



Grundsätzlich stehen für die Entgeltumwandlung alle Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung offen, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einen dieser Durchführungswege einigen. Kommt es nicht zu einer Einigung, so kommt es zu einer gesetzlichen Vorgabe.

Der Arbeitgeber sollte sich also frühzeitig mit den Modellen der betrieblichen Versorgung auseinandersetzen und sich nicht erst durch die Forderung der Mitarbeiter nach Entgeltumwandlung von dem Thema "überrumpeln" lassen. So kann in Ruhe der für das Unternehmen passende Durchführungsweg gesucht werden.

Dem Arbeitnehmer steht allerdings kein Anspruch auf Entgeltumwandlung zu, soweit eine durch Entgeltumwandlung finanzierte betriebliche Altersversorgung bereits besteht. Schöpft die bereits bestehende Entgeltumwandlung aber den möglichen Betrag noch nicht aus, so kann der Arbeitnehmer die Differenz noch umwandeln.

Kurz zusammengefasst:

  • Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ein Teil seiner künftigen Entgeltansprüche für seine betriebliche Altersversorgung verwendet wird.
  • So verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Lohns beziehungsweise Gehalts, um dafür später eine Betriebsrente zu erhalten.
  • Neben den Zahlungen aus laufendem Gehalt können auch Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sowie Gehaltserhöhungen oder vermögenswirksame Leistungen umgewandelt werden.
  • Der Arbeitgeber muss sich an der Finanzierung nicht beteiligen, es sei denn, im Tarifvertrag wurde dies ausdrücklich festgelegt.
  • Der Anspruch ist auf vier Prozent der BBG der Rentenversicherung West (derzeit 2.856 Euro, Stand 2014) pro Jahr begrenzt. Zusätzlich können grundsätzlich 1.800 Euro steuerfrei eingebracht werden.
  • Wird bereits eine betriebliche Altersversorgung über eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abgewickelt, können diese Wege auch für die Entgeltumwandlung genutzt werden. Falls der Arbeitgeber sich nicht auf einen Durchführungsweg festlegen will, muss er eine Direktversicherung anbieten.
  • Das Recht auf Entgeltumwandlung ist dem Tarifvorrang untergeordnet. Dies bedeutet: Tariflohn darf nur dann umgewandelt werden, wenn der gültige Tarifvertrag dies ausdrücklich vorsieht. Ausnahme: außertarifliche Sonderzahlungen sind von dieser Regelung nicht betroffen.
  • Die Anwartschaften auf eine Betriebsrente, die durch Entgeltumwandlung finanziert wurden, sind sofort unverfallbar. Dies heißt: Auch bei einem Jobwechsel nach nur kurzer Einzahlungsdauer bleiben dem Arbeitnehmer die bis zum Ausscheiden erreichten Leistungen erhalten.
  • Scheidet der Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus oder erhält er im bestehenden Arbeitsverhältnis - zum Beispiel während einer Elternzeit - keine Bezüge, kann er die Alterssicherung mit eigenen Beiträgen fortführen oder beitragsfrei stellen.

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