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22.11.13Kommentieren

Venture Capital

Warum der Trend unattraktiver wird

 

Erst kürzlich hat McKinsey in der Studie „Berlin gründet“ festgestellt, dass Berlin zwar die besten Voraussetzungen hat, sich zur führenden Gründermetropole Europas zu entwickeln, aber im internationalen Bereich durchaus Nachholbedarf hat. 2012 investierten laut Studie deutsche und ausländische Risikokapitalgeber in Berlin 133 Millionen Euro in Start-ups, in Baden-Württemberg hingegen nur 24 Millionen Euro, in Bayern 19 Millionen Euro und in Hamburg lediglich 14 Millionen Euro. Da stellt sich schnell die Frage, warum in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich weniger Geld in junge Unternehmen investiert wird.

 

 

Ein Beitrag von Paul Jozefak

 

Early-Stage-Firmen häufig uninteressant

Venture Capital Geber zögern häufig, wenn es darum geht, Unternehmen in der anfänglichen Seed-Phase zu unterstützen. Sie bedenken nicht, dass gerade junge Unternehmen weitaus weniger Kapital als noch einige Jahre zuvor benötigen und schrecken gleichzeitig davor zurück, in der frühen Phase in Start-ups zu investieren. In Deutschland lässt sich daher ein genereller Rückzug von internationalen VC-Fonds, die ihre Mittel für Early-Stage-Firmen einsetzen, verzeichnen.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Venture Capital Geber auf dem Markt nicht in der Lage sind, außerhalb der finanziellen Mittel die notwendigen Werte zu vermitteln, die dringend benötigt werden, um Unternehmen lokal wie auch international wachsen zu lassen. Viele Gründer sind zu unerfahren und haben noch kein Start-up gegründet oder Erfahrung damit gesammelt. Jene Gründer brauchen „Nachhilfe“ und Mentoren, die anfangs beratend zur Seite stehen.

Unternehmertum als Risiko

Unternehmen in Europa zu gründen wird immer noch mit einer großen Skepsis betrachtet. Unternehmertum gilt als zu großes Risiko und weniger als Chance. Es wird zuallererst mit Misserfolg assoziiert – wie zum Beispiel Insolvenz oder Schließung. Häufig laufen Ideen vorab ins Leere. Meist werden bisherige Exits von Venture Capital geförderten Unternehmen betrachtet, die nicht groß genug sind, um zukünftige Investitionen rechtfertigen zu können. Die Anzahl von Exits innerhalb der vergangenen fünf Jahre, die größer als 200 Millionen Euro waren, ist dürftig, vergleicht man die Zahlen etwa mit den Vereinigten Staaten. Und das obwohl weniger Eigenkapital bei europäischen Start-ups benötigt wird.

Innovationslabor als Chance

Die Angst des Versagens und der potentielle Verlust des eigenen Kapitals macht es daher für viele Gründer unattraktiv, eigene Ideen über Venture Capital Fonds zu fördern und wachsen zu lassen. Liquid Labs als Innovationslabor bietet dahingegen die Möglichkeit, ein Unternehmer zu sein und gleichzeitig Risiken eingehen zu können. Wir lassen Gründer ihren Weg und ihre Ideen verfolgen, aber bieten in unserem Unternehmen die Möglichkeit zu lernen und Mentoren als Unterstützung an. Michael Backes, Mitgründer von Liquid Labs und ich sind als erfahrene VCs und Geschäftsführer direkt in jede Firma involviert und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben zudem ein unterstützendes Netzwerk von anderen Gründern, die alle an einem Strang ziehen und sich gegenseitig beraten. Darüber hinaus zahlen wir Gehälter, die über dem Durchschnitt liegen und unsere Gründer haben stets die Möglichkeit, sich mit ihrem Unternehmen auszugliedern und dadurch Eigenkapital und finanzielle Prämien zu bekommen. Das Start-up-Kapital von bis zu 250.000 Euro wird von Liquid Labs gestellt und der Gründer trägt kein Risiko. Darüber hinaus zahlen wir alle Kosten, die mit dem Unternehmen zusammenhängen, wie beispielsweise Gehälter, Miete und administrative Kosten. Zudem haben wir eine enge Beziehung mit der gesamten OTTO-Gruppe, wodurch es einfach ist, erste Testkunden zu finden, um einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Umdenken erforderlich

Auch die McKinsey Studie stellt fest, dass bei der Finanzierungsphase von Start-ups in der Wachstumsphase in Deutschland Nachholbedarf besteht. Liquid Labs ist nur eine Idee und stellt somit eine gute Alternative zu Venture Capital Gebern dar. Es ist auch ein Umdenken auf der Gründerseite erforderlich, denn in der primären Phase geht es nicht nur darum, das große Geld zu machen, sondern innovative Ideen mit Zukunftspotential in Deutschland und Europa umzusetzen.

 

Autor: Paul Jozefak

Gründer und Geschäftsführer von Liquid Labs
Website des Autors
Paul Jozefak

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