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10.04.17Kommentieren

Welche Absicherung für welche Gründungsphase?

Unternehmen gründen im Nebenerwerb

Zahlreiche Gründer, nämlich ganze 60 Prozent, machen sich zunächst nebenberuflich selbstständig. Das ist auch sinnvoll: Im Durchschnitt bestehen Gründungen im Nebenerwerb länger als Gründungen in Vollzeit, so eine Erkenntnis der KfW. Was müssen Sie bei einer nebenberuflichen Gründung beachten und welche Absicherungen werden benötigt?

Nebenerwerb mit eigener Firmafotolia © Thomas Reimer

Was ist bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit zu beachten?

Wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen, dürfen wichtige Themen wie Anmeldung, Versicherungen oder Steuern nicht vernachlässigt werden. Es ist wichtig, den Arbeitgeber über den Beginn der nebenberuflichen Selbstständigkeit zu informieren und gegebenenfalls die schriftliche Zustimmung einzuholen.

Wer sich nebenberuflich selbstständig macht, muss keine zusätzlichen Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Allerdings ist unbedingt Rücksprache mit der Krankenkasse zu halten, denn der Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit kann eine Erhöhung der Beiträge bedeuten. Es ist ratsam, die Beiträge möglichst früh zu erhöhen, denn sonst können empfindliche Nachforderungen entstehen. Die nebenberufliche Gründung bietet Vor- und Nachteile, die sorgfältig abzuwägen sind.

Vorteile:

  • Testphase, um das wirtschaftliche Potential zu ergründen
  • Reduzierung des finanziellen Risikos
  • mehr Zeit zur Entwicklung der Geschäftsidee
  • Erhöhung des bisherigen Einkommens

 

Nachteile:

  • Doppelbelastung oft unterschätzt
  • Kunden, Lieferanten und Partner können wegen nebenberuflichem Betrieb Abstand nehmen
  • weniger flexibel aufgrund der Hauptbeschäftigung

 

Wie sichere ich mich ab?

Durch die Nebentätigkeit entstehen finanzielle Risiken, weshalb Sie den Nebenerwerb versichern sollten. Es ist sinnvoll, wenn Sie Ihr Start-up absichern, den Schutz sukzessive ausbauen und an das expandierende Geschäft anpassen. Sie sind gut beraten, sich bei einem Experten Hilfe zu suchen, sodass die richtige Entscheidung zur richtigen Unternehmensphase getroffen wird. Unabhängige Berater erstellen einen persönlichen Vergleich verschiedener Tarife und Optionen aufgrund Ihrer individuellen Situation, zum Beispiel auf www.finanzvergleich100.de.

 

Gründerphase - Einstieg im Nebenberuf

Zunächst bleibt die gesetzliche Krankenversicherung bestehen, doch es kann durch den Nebenverdienst zu höheren Beiträgen kommen. Die KrankenversicherungKrankenkasse sollte informiert werden und Sie können gegebenenfalls durch einen Krankenkassenvergleich überprüfen, ob sich ein Wechsel lohnt. Zunächst bleibt auch die gesetzliche Sozialversicherung bestehen, also Arbeitslosen,- Unfall,- und Pflegeversicherung, solange Ihre hauptberufliche Tätigkeit überwiegt.

Wichtig ist die Haftpflichtversicherung. Die private Haftpflichtversicherung greift nur begrenzt für die nebenberufliche Tätigkeit, weshalb Sie unbedingt Ihre Police kontrollieren sollten. Es lohnt sich, wenn Sie von Anfang an Ihr Startup absichern – etwa mit einer Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung. Wenn Sie beispielweise unbeabsichtigt ein Urheberrecht verletzen, weil Sie ein Foto für Ihre Werbung oder Homepage verwendet haben, kann das auch nach Jahren zu einer Abmahnung führen und Schadensersatz begründen. Gewerbeversicherungen bieten einen hohen Risikoschutz, mit dem Sie Ihr Start-up absichern können. Je nachdem, in welchem Bereich Sie nebenberuflich tätig sind, können Sie die Gewerbeversicherungen individuell auf den Bedarf anpassen.

 

Tipp: Fertigen Sie eine Liste mit möglichem Gefährdungspotential an und lassen Sie sich beraten, welche Gewerbeversicherungen zu Beginn existentiell sind. Bestehen Sie darauf, dass die Policen jederzeit erweiterungsfähig sind, sodass Sie Ihren Bedarf flexibel anpassen können.

 

Übergang in die Vollzeit-Selbstständigkeit

Sobald Sie für die selbstständige Tätigkeit mehr Zeit aufwenden und mehr Gewinn erzielen als mit Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit, ist es an der Zeit, das Nebengewerbe zum Hauptgewerbe umzumelden. Das bedeutet, Sie sind nicht mehr angestellt und müssen Ihren Nebenerwerb versichern. Je nach Tätigkeit ist eine private Unfallversicherung nötig, denn Sie sind der Motor Ihres Unternehmens – und wenn dieser ausfällt, muss ein finanzieller Ausgleich her. Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht mehr, sobald Sie in Vollzeit selbstständig sind.

Sobald das Gewerbe Gewinne generiert, die Spielräume zulassen, ist es außerdem sinnvoll, in eine private Altersvorsorge zu investieren, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Als Selbstständiger können Sie sich entscheiden, ob Sie als freiwillig Versicherter in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben oder sich privat versichern möchten. Um in der GKV verbleiben zu können, müssen Sie mindestens die letzten zwölf Monate durchgehend gesetzlich versichert gewesen sein oder in den letzten fünf Jahren mindestens 24 Monate lang in der GKV versichert gewesen sein.

Die private Krankenversicherung (PKV) ist häufig attraktiv, da für Selbstständige der Arbeitgeberanteil der gesetzlichen Krankenkasse entfällt. Das bedeutet, dass Sie die gesamten Beiträge allein stemmen müssen. Durch die Wahlmöglichkeiten der PKV können Sie den Tarif und die Leistungen besser an Ihre finanziellen Möglichkeiten anpassen. Aber Vorsicht: Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse ist die PKV für gewöhnlich keine Familienversicherung, das heißt, Sie müssen Ehepartner oder Kinder möglicherweise gesondert absichern.

Optionale Versicherungen

Wenn Sie nicht nur Ihr Start-up absichern möchten, sondern auch Ihre Arbeitskraft, lohnt es sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nachzudenken. Die BU leistet für den Fall, dass Sie krankheitsbedingt die zuletzt ausgeübte Tätigkeit voraussichtlich länger als ein halbes Jahr nicht ausüben können. Wichtig ist, dass Sie nur das tatsächliche Einkommen, das Sie in der Selbstständigkeit als Gewinn generieren, absichern können.

Falls Sie Familie haben, kann eine Risiko-Lebensversicherung Ihre Lieben im Todesfall vor finanziellen Ausfällen schützen. Die Risiko-Lebensversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie Haupt- oder Alleinverdiener sind oder wenn große Kredite bedient werden müssen. Diese Versicherung zahlt ausschließlich im Todesfall eine zuvor festgelegte Summe an die Begünstigten aus. Sie ist daher schon relativ günstig zu haben.

Auch die Gewerbeversicherungen müssen ein Upgrade erfahren, wenn Sie hauptberuflich selbstständig tätig sind.

Tipp: Erst bei finanzieller Stabilität sollten Sie den Versicherungsschutz weitreichend ausbauen. Rechnen Sie alle Versicherungen zusammen, die Ihnen einen vollumfänglichen Schutz bieten. Erst, wenn Sie finanziell in der Lage sind, die Beiträge alle für ein Jahr im Voraus zu zahlen, sollten Sie mehr als das Nötigste versichern.

Bei finanzieller Stabilität ist es ratsam, im Rahmen der Gewerbeversicherungen eine Inhaltsversicherung oder eine Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen. Die Inhaltsversicherung ist sinnvoll, wenn Sie eigene Büroräume haben, da diese bei Verlusten aufgrund von Einbruch oder anderen Schäden leistet. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung zahlt, wenn der Betrieb beispielsweise aufgrund von Krankheit oder anderer externer Faktoren vorübergehend nicht aufrecht erhalten werden kann.

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