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15.09.16

Lösungsoptionen

Liquiditätsprobleme als Selbständiger

Für die Entscheidung, selbstständig tätig zu werden, gibt es unterschiedliche Gründe. Die einen reizt die Freiheit, die damit verbunden ist, die anderen erhoffen sich von diesem Schritt einen stabilen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Doch die Selbstständigkeit ist auch mit verschiedenen Pflichten und Risiken verbunden. Eine Gefahr, die gerade beim Start in die Selbstständigkeit droht und doch von vielen verdrängt und unterschätzt wird, sind Liquiditätsprobleme.

Für die Entscheidung, selbstständig tätig zu werden, gibt es unterschiedliche Gründe. Die einen reizt die Freiheit, die damit verbunden ist, die anderen erhoffen sich von diesem Schritt einen stabilen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Doch die Selbstständigkeit ist auch mit verschiedenen Pflichten und Risiken verbunden. Eine Gefahr, die gerade beim Start in die Selbstständigkeit droht und doch von vielen verdrängt und unterschätzt wird, sind Liquiditätsprobleme.

Vor allem, wenn der Weg der Selbstständigkeit als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit gewählt wurde, stehen in der Regel nicht besonders umfangreiche Mittel aus dem privaten Vermögen zur Verfügung, um so entsprechende Engpässe zu überbrücken. Die Anschaffung von Technik und Betriebsmaterial kostet auf der einen Seite Geld, auf der anderen Seite sprudeln die Einnahmen noch nicht so stark wie erhofft. Auch ein unerwartet hoher Steuerbescheid kann die Liquiditätssituation von einem Tag auf den nächsten verschärfen. Doch auch wenn es schwierig scheint, gibt es durchaus auch für Selbstständige die Möglichkeit, an Fremdkapital zu gelangen, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Folgende Möglichkeiten sollten dabei in jedem Fall in Erwägung gezogen werden:

  • Kreditlinie bei der Hausbank
  • Spezielle Kredite für Selbstständige
  • Factoring

Liquidität ist für Unternehmer überlebenswichtig - nur so können Rechnungen jederzeit gezahlt werden.

Bildquelle: fotolia Urheber: Coloures-pic Liquidität ist für Unternehmer überlebenswichtig - nur so können Rechnungen jederzeit gezahlt werden.

Kreditlinie von der Hausbank – der Dispo für Unternehmer

Gerade was die Finanzierung angeht, haben es Selbstständige häufig nicht unbedingt leicht. Viele Selbstständige können ein Lied davon singen, wie sie bei ihrer Bank mit der Bitte um einen Kredit abgewiesen wurden. Eine KfW-Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2016 ergab, dass ca. 27% aller Start-Ups Probleme haben, überhaupt einen Kredit von der Bank zu bekommen. Denn Banken erwarten bei der Vergabe von Darlehen vor allem eines: Sicherheiten. Wer diese privat oder im Zusammenhang seiner Selbstständigkeit in Form von Betriebsvermögen nicht bieten kann, hat in der Regel schlechte Karten.

Trotzdem sollten Selbstständige auf der Suche nach Kapital zur Überbrückung von finanziellen Engpässen die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Denn insbesondere Banken, die sich auf die Belange von Selbstständigen spezialisiert haben, bieten durchaus die Möglichkeit, an das benötigte Geld zu kommen. Vorausschauende Selbstständige beantragen am besten frühzeitig bei ihrem Kreditinstitut eine Kreditlinie. Ähnlich wie bei einem Dispositionskredit, der im Rahmen der privaten Kontoführung eingeräumt wird, erhält der Selbstständige über sein Geschäftskonto einen sogenannten Kontokorrentkredit. Besonders gut stehen die Chancen auf eine Kreditlinie, wenn bereits seit einigen Monaten regelmäßig Einnahmen zu verzeichnen sind, was von Seiten der Bank als Sicherheit gewertet wird.

In aller Regel wird aber zusätzlich eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) verlangt. Dabei handelt es sich um nichts anderes, als die Offenlegung der laufenden Einnahmen und Ausgaben. Die Bank kann sich so einen Eindruck verschaffen, wie solide das Geschäftsmodell des Selbstständigen bereits funktioniert. Für die Erstellung einer BWA gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hierzu zählen:

  • Steuerberater
  • Software
  • Vorlagen / Formulare

Wer bereits mit einem Steuerberater zusammenarbeitet, kann diesen beauftragen. Ebenso ist es möglich, eine BWA selber zu erstellen. Unter Umständen wird hierfür seitens der Bank auch ein eigenes Formular zur Verfügung gestellt. Gerade Selbstständige mit wenig Erfahrung in diesen Dingen sollten aber dabei die Hilfe von Experten nutzen. Denn selbst kleinere Darstellungsfehler können schnell dazu führen, dass die Bank einen negativen Eindruck gewinnt und eine Kreditlinie verweigert.

Liquidität per Kredit

Eine zweite Möglichkeit, um an Geld zu kommen, stellt ein Kredit dar. Ein regulärer Kredit hat zunächst den Vorteil, dass der im Vergleich zu einem Kontokorrentkredit etwas günstiger angeboten wird. Selbstständige, die private Sicherheiten, wie etwa eine Immobilie, vorweisen können, sollten sich überlegen, ob sie dies nutzen, um besonders günstige Kreditkonditionen zu erhalten. Gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind Hypothekendarlehen sehr günstig. Kommt eine solche Variante dagegen nicht in Betracht, kommt der Selbstständige auch in diesem Fall um die BWA nicht herum. Außerdem werden von den Banken in der Regel mindestens zwei Steuerbescheide gefordert, mit denen die Geschäftstätigkeit der letzten Jahre nachgewiesen wird.

Erster Ansprechpartner für einen Kredit kann dabei zunächst die Hausbank sein. Darüber hinaus bieten viele Direktbanken die Möglichkeit, günstige Kredite wie z.B. bei sofortkredite-24.com online abzuschließen. Dabei sollten Anleger bedenken, dass Kredite mit kurzen Laufzeiten tendenziell niedrigere Zinsen nach sich ziehen. Wenn es also wirklich nur um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass geht, sind kurzfristige Kreditlaufzeiten vorzuziehen. Neben Vorteilen bietet ein Kredit aber durchaus auch Nachteile:

Vorteile eines Bankkredits (im Vergleich zur Kreditlinie)

  • Bessere Konditionen
  • Einfachere Beantragung

Nachteile

  • Neben BWA müssen in der Regel auch zwei Steuerbescheide vorgelegt werden
  • Laufzeit und Summe sind fix und machen den Kredit vergleichsweise unflexibel

 

Factoring – Die Forderungen zu Geld machen

Eine dritte Möglichkeit, die durch einige Banken aber auch durch private Dienstleister angeboten wird, ist das sogenannte Factoring. Dabei werden Forderungen, die der Selbstständige gegenüber Auftraggebern hat, in Liquidität umgewandelt. Im Bereich mittelständischer Unternehmen handelt es sich dabei um eine durchaus gängige Methode, um ausstehende Rechnungen in flüssiges Betriebskapital umzuwandeln. Und auch Kleinunternehmer bzw. Selbstständige können durchaus von einem solchen Angebot profitieren. Auch hier sollten allerdings die Konditionen genau in den Blick genommen werden. Gerade private Dienstleister verlangen für diesen Service mitunter sehr hohe Gebühren. Erster Ansprechpartner sollte aus diesem Grund eine Bank sein. Bevor überhaupt Geld auf dieser Basis fließt, wird aber auch hier von Seiten der Bank bzw. des privaten Anbieters die Substanz der Forderung geprüft. Interessant und vor allem aussichtsreich ist diese Möglichkeit vor allem dann, wenn mit festen Vertragspartnern langfristige Zahlungsziele ausgehandelt worden. Besteht eine stabile Geschäftsbeziehung, sind Banken oder Dienstleister eher dazu bereit, entsprechende Forderungen als Sicherheiten zu akzeptieren.

Fazit –Beschaffung von Liquidität für Selbstständige ist schwierig, aber nicht unmöglich

Für Selbstständige, die gerade erst eingestiegen sind, können sich Liquiditätsengpässe schnell zu einer Gefahr entwickeln. Wer dann nicht schnell aus dem privaten Vermögen zuschießen kann, steht mitunter schnell wieder vor dem finanziellen Aus. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, für eine ausreichende Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs zu sorgen. Neben einer Kreditlinie können Selbstständige auch versuchen, sich um einen Kredit zu bemühen. Unter Umständen stellt auch das Factoring, also die Übertragung von Forderungen an die Bank oder externe Dienstleister, eine Lösung dar.

Schlagworte zu diesem Artikel

  • Liquidität

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