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15.11.12Kommentieren

Fachbeitrag

Kreditkartennutzung - Kreditkarte vs. Business-Kreditkarte

Die Kreditkarte kann sowohl für private als auch für geschäftliche Transaktionen genutzt werden. Für Selbstständige und Unternehmer stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, für alle geschäftlichen Transaktionen eine separate Business-Kreditkarte anzuschaffen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Vorteile die Nutzung einer Business-Kreditkarte für Ihr Unternehmen mit sich bringt und worauf Sie bei der Auswahl einer Business-Kreditkarte achten sollten.

Ein Beitrag von Kilian Fromeyer

Kreditkarte als Zahlungsmittel vielfältig einsetzbar

Als Zahlungsmittel bietet die Kreditkarte vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So kann die kleine Plastikkarte bei Einkäufen im Geschäft als Ersatz für Bargeld dienen und hat sich inzwischen auch als Zahlungsmittel für Einkäufe im Internet etabliert. Außerdem lässt sich mit der Kreditkarte in Verbindung mit der PIN Bargeld am Bankautomaten abheben. Die Nutzung der Kreditkarte ist dabei nicht nur aufs Inland beschränkt. Vielmehr handelt es sich bei der Kreditkarte um ein weltweit anerkanntes Zahlungsmittel: Mittlerweile gibt es mehr als 25 Millionen Akzeptanzstellen verteilt auf über 300 Länder. Das erspart gleichzeitig auch den lästigen Geldumtausch bei Reisen ins außereuropäische Ausland.

Kreditkarte bietet mehr Sicherheit als Bargeld

Die Kreditkarte ist nicht nur sehr praktisch im Umgang, sondern bietet im Vergleich zu anderen Zahlungsmitteln noch weitere Vorteile. Ein großer Pluspunkt der Kreditkarte ist das hohe Maß an Sicherheit, dass die Kreditkarte als bargeldloses Zahlungsmittel bietet. Falls die Kreditkarte gestohlen wird, hält sich der finanzielle Schaden in Grenzen, denn der Karteninhaber kann die gestohlene Kreditkarte telefonisch sperren lassen und damit eine weitere Nutzung durch den Dieb verhindern. Für Schäden, die bis zur Sperrung der Karte entstanden sind, haftet der Bestohlene dann in der Regel nur bis zu einer Summe von maximal 50 Euro. Wird hingegen die Geldbörse mit Bargeld gestohlen, ist der finanzielle Verlust für den Bestohlenen oftmals wesentlich größer.

Die Nutzung einer Kreditkarte als Zahlungsmittel ist auch dahingehend vorteilhaft, dass mit der Kreditkarte, sofern es sich nicht um eine Prepaid-Kreditkarte handelt, Anschaffungen vorfinanziert werden können. Der Kreditkartennutzer kann mit der Kreditkarte während des laufenden Abrechnungszeitraums einkaufen, muss den Einkauf aber erst zum Ende des Abrechnungszeitraums bezahlen. Bis zum Abrechnungszeitpunkt wird dem Kreditkartennutzer somit ein kurzfristiger, zinsloser Kredit gewährt.

Trennung von privaten und geschäftlichen Ausgaben

Geschäftliche Zahlungen mit der privaten Kreditkarte abzuwickeln, mag auf den ersten Blick ganz praktisch erscheinen. Man spart sich den Aufwand, eine zusätzliche Kreditkarte zu beantragen und muss keine zusätzlichen Kosten tragen. Mit steigender Zahl geschäftlicher Transaktionen kann es jedoch schnell passieren, dass man den Überblick über die Ausgaben verliert. Durch die Verwendung einer separaten Business-Kreditkarte ist es hingegen möglich, private und geschäftliche Ausgaben exakt zu trennen. Der Geschäftskunde erhält eine detaillierte Aufstellung aller geschäftlichen Transaktionen, die mit der Business-Kreditkarte getätigt worden sind. Für die Buchhaltung bedeutet dies eine enorme Arbeitserleichterung, was sich letztlich auch in einer Zeit- und Kostenersparnis widerspiegelt.

Liquiditätsvorteil durch Business-Kreditkarte

Die Nutzung einer Business-Kreditkarte hat für das Unternehmen aber noch einen weiteren Vorteil: Durch die Nutzung einer Business-Kreditkarte wird die Liquidität des Unternehmens geschont. Im Vergleich zu einer normalen Kreditkarte für private Ausgaben bietet die Business-Kreditkarte nämlich ein um 10 bis 20 Tage verlängertes Zahlungsziel. Das bedeutet, dem Unternehmen wird über den Abrechnungszeitpunkt hinaus nochmals ein zinsloser Kredit von bis zu 20 Tagen gewährt. Je nach Zeitpunkt der Kreditkartenzahlung kann sich daraus für das Unternehmen ein Liquiditätsvorteil von bis zu 50 Tagen ergeben.

Zusatzleistungen bei der Business-Kreditkarte

Verglichen mit privaten Kreditkarten bieten Business-Kreditkarten oftmals auch noch eine ganze Reihe weiterer Zusatzleistung an. Diese Leistungen sind vor allem für die Anforderungen von Geschäftsreisenden ausgelegt. Die angebotenen Zusatzleistungen reichen von einem kostenlosen Zugang zu exklusiven Flughafen-Lounges bis hin zu einem persönlichen Buchungsservice. Darüber hinaus sind Business-Kreditkarten häufig mit einem umfangreichen Versicherungspaket für Geschäftsreisende verknüpft. Dieses Versicherungspaket kann beispielsweise eine Gepäckversicherung, eine Reiseunfallversicherung oder eine Reiserücktrittsversicherung enthalten.

Viele Business-Kreditkarten ermöglichen den Geschäftskunden außerdem die Teilnahme an Rabatt- und Bonusprogrammen ausgewählter Partnerunternehmen. Vielfach wird auch die Möglichkeit geboten, die Business-Kreditkarte mit dem Logo des Unternehmens zu versehen. Wer sich eine Kreditkarte anschaffen will, sollte jedoch trotz aller Annehmlichkeiten bedenken, dass die Mehrzahl dieser Zusatzleistung über einen Aufpreis bzw. eine höhere Grundgebühr finanziert wird.

Gebührenstruktur bei Business-Kreditkarten

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Business-Kreditkarte, spielen auch die damit verbundenen Kosten eine ganz entscheidende Rolle. Zunächst einmal muss für die Business-Kreditkarte unabhängig von der Nutzung eine Jahresgebühr entrichtet werden. Die schwankt je nach Anbieter zwischen 30 Euro und 70 Euro pro Jahr. Bei einigen Anbietern wird die Jahresgebühr gestaffelt und mit steigendem Kreditkartenumsatz herabgesetzt. Wer eine Premiumvariante mit umfangreichen Zusatzleistungen bevorzugt, muss allerdings in jedem Fall etwas tiefer in die Tasche greifen.

Neben der Jahresgebühr müssen zudem die Gebühren, die beim Einsatz der Kreditkarte anfallen, berücksichtigt werden. Dazu zählt zum einen die  Auslandseinsatzgebühr, die immer dann fällig wird, wenn die Kreditkarte für Auslandseinkäufe in einer Fremdwährung verwendet wird und sich je nach Anbieter auf 1% bis 2% des getätigten Umsatzes beläuft. Die Barabhebungsgebühr in Höhe von 1,50% bis 5% des am Automaten abgehobenen Betrags wiederum fällt an, wenn mit der Kreditkarte Bargeld am Automaten abgehoben wird.

Zusätzliche Kreditkarten für Angestellte

Unternehmer, die einen oder mehrere Angestellte beschäftigen, müssen sich darüber hinaus überlegen, ob sie ihre Angestellten ebenfalls mit einer eigenen Kreditkarte ausstatten wollen. Für die Zusatzkarten muss dann pro Karte ein Aufschlag gezahlt werden. Doch gerade, wenn Ihre Angestellten häufiger auf Geschäftsreise geschickt werden, kann sich das schnell rentieren, da die Abrechnung der Reisekosten wesentlich vereinfacht wird. Außerdem ist es dank der Kreditkarte nicht mehr erforderlich, vor einer Geschäftsreise Bargeld an den Angestellten auszuzahlen.

Die passenden Business-Kreditkarte finden

Wer sich dazu entschlossen hat, eine Business-Kreditkarte anzuschaffen, muss sich im nächsten Schritt Gedanken darüber machen, welchen Kreditkartenanbieter er bevorzugt. In Deutschland bieten die folgenden vier Kreditkartengesellschaften Business-Kreditkarten an:

  • American Express
  • Diners Club
  • MasterCard
  • Visa

Während American Express und Diners Club ihre Karten selbst herausgeben, müssen Kreditkarten von MasterCard und Visa Card bei einer Bank oder Sparkasse beantragt werden. Eine interessante Variante für Geschäftskunden ist das von einigen Banken angebotene Kartendoppel. Hierbei erhält der Kunde sowohl eine MasterCard als auch eine Visa Card. Eine der beiden Karten wird dann nur für private Einkäufe genutzt, während die andere Karte ausschließlich für geschäftliche Trankaktionen vorgesehen ist. Bei der Auswahl der passenden Kreditkarte gilt es außerdem abzuwägen, ob die günstigere Standardvariante ausreicht oder aber die teurere Premiumvariante mit entsprechenden Zusatzleistungen sinnvoll ist.

Kreditkartenabrechnung - Ausgaben clever verwaltet

Die Abrechnung der Kreditkartenumsätze erfolgt monatlich. Hierbei stehen zwei Abrechnungsvarianten zur Auswahl. Die Kreditkartenumsätze können entweder zentral über ein einzelnes Firmenkonto oder zunächst über die Privatkonten der einzelnen Mitarbeiter abgerechnet werden, so dass diesen die Aufwendungen später erstatten werden müssen. Sofern ein entsprechender Kreditrahmen vereinbart wurde, kann die Rückzahlung statt in einer Einmalzahlung auch in Raten erfolgen (Revolvierender Kredit). In diesem Fall werden allerdings Soll-Zinsen berechnet.

Die Business-Kreditkarte im Überblick

Eine Kreditkarte kann nicht nur für private Einkäufe genutzt werden, sondern auch im geschäftlichen Umfeld eingesetzt werden. Durch die gleichzeitige Nutzung der privaten Kreditkarte für geschäftliche und private Transaktionen kann man jedoch schnell den Überblick über die Ausgaben verlieren. Abhilfe kann hier eine separate Business-Kreditkarte schaffen. Mit einer Business-Kreditkarte lassen sich geschäftliche und private Ausgaben problemlos auseinanderhalten. Das erleichtert die Buchhaltung später ungemein. Die Nutzung einer Business-Kreditkarte hat aber noch einen weiteren positiven Nebeneffekt. Durch das verlängerte Zahlungsziel ergibt sich für das Unternehmen ein Liquiditätsvorteil von bis zu 50 Tagen. Darüber hinaus bietet eine Business-Kreditkarte zumeist eine Reihe nützlicher Zusatzleistung für Geschäftsreisende wie etwa einen Buchungsservice oder ein Versicherungspaket. Falls Sie Ihre Angestellten häufiger auf Geschäftsreise schicken, sollte Sie in Erwägung ziehen, diese ebenfalls mit einer Kreditkarte auszustatten, um die Reiskostenabrechnung zu erleichtern.

Die abschließende Checkliste zeigt noch einmal auf, worauf sie bei der Auswahl der passenden Business-Kreditkarte unbedingt achten sollten.

Checkliste Business-Kreditkarte:

  • Kosten für die Business-Kreditkarte (Jahresgebühr, Auslandseinsatzgebühr, Barabhebungsgebühr)
  • Wahl des Kreditkartenanbieters (American Express, Diners Club, MasterCard, Visa)
  • Verlängertes Zahlungsziel (10 Tage oder 20 Tage)
  • Welche Zusatzleistungen werden benötigt? (Reiseservice, Versicherungen, Bonusprogramm)
  • Werden zusätzliche Karten für Angestellte benötigt? (ja oder nein)
  • Abrechnung der Kartenumsätze (Mitarbeiterkonto oder Firmenkonto)

Autor: Kilian Fromeyer

Geschäftsführer
Kilian Fromeyer

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