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08.10.14Kommentieren

Fachbeitrag

Finanzierung der Unternehmensnachfolge als Herausforderung

Carl-Jan von der Goltz, Geschäftsführer Maturus Finance GmbH

Der demografische Wandel beschäftigt seit Jahren nicht nur die Politik und mittlerweile hat der Alterungs-Trend auch den Kern der deutschen Wirtschaft erreicht: den Mittelstand.

Wie aus einer Studie der

DZ-Bank zum Thema Nachfolgeregelung hervorgeht, wird die Anzahl der

altersbedingten Unternehmensnachfolgen weiter zunehmen. Im Rahmen der

durch die GfK Enigma durchgeführten Untersuchung wurden 1.000

Unternehmen mit einem Jahresumsatz

zwischen 500 Tausend Euro und 125 Millionen Euro befragt. Demnach geht

die DZ-Bank davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren 50 Prozent der

rund 300.000 in Deutschland ansässigen mittelständischen Unternehmen

altersbedingt eine Übergaberegelung finden müssen. Sowohl Unternehmer

als auch potentielle Nachfolger müssen sich dann auch dem Thema Finanzierung

stellen. Neben dem Kaufpreis werden Übernahmeinteressenten mit

Steuerbelastungen und potentiellen Investitionskosten durch häufig

notwendige Neuausrichtungen  konfrontiert.

Demografischer Wandel sorgt für steigende Unternehmensnachfolgen


Als besonders problematisch erweist sich, dass im alternden Deutschland

nicht nur Fachkräfte rar werden, sondern sich außerdem der

familieninterne Nachwuchs immer häufiger gegen eine Karriere im Betrieb

von Vater oder Mutter entscheiden. Dieser Trend wird durch das Wittener

Institut für Familienunternehmen

bestätigt. Die Gründe liegen hier nach Angaben des Instituts sowohl in

der Verschiebung der Interessen der potentiellen Nachfolger als auch in

den gestiegenen Ansprüchen der Unternehmensführung

an die Qualifikationen des Nachfolgers. Familienexterne Lösungen werden

deshalb weiter zunehmen. Unabhängig jedoch, ob eine familieninterne

oder -externe Lösung angestrebt wird, die Unternehmensnachfolge stellt

eine erhebliche finanzielle Belastung für den Übernahmeinteressenten

dar. Wird das Unternehmen extern veräußert, bereitet oftmals die

Finanzierung des Kaufpreises Schwierigkeiten. Bei Familiennachfolgen

kommen zumeist Erbschaftssteuerbelastungen

hinzu. Rund 40 Prozent der von der DZ-Bank befragten Unternehmen

erwarten auf Grund der Finanzierungsproblematik Nachteile bei der

Findung eines Kaufinteressenten. Im Rahmen des Übergabeprozesses wird

häufig auch eine Neuausrichtung des Unternehmens nötig. Diese kann

Investitionen beinhalten, die die Liquidität

des Nachfolgers entweder gar nicht erst zulässt oder stark einschränkt.

Bei der Finanzierung von Nachfolgeprozessen sind Hausbanken eher

zurückhaltend und können oft keine ausreichenden Linien zur Verfügung

stellen, gerade wenn das Unternehmen keine Top-Bonität

hat. Alternative Finanzierungsmodelle können hier eine interessante

Möglichkeit sein, um zusätzliche Liquidität zum Beispiel für die

Auszahlung von Altgesellschaftern oder die strategische Neuausrichtung

zu generieren. Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes bietet sich

zur Liquiditätsbeschaffung beispielsweise eine Sale &

Lease-Back-Lösung an.

Finanzierung der Unternehmensnachfolge durch Sale & Lease Back


Der Vorteil von Sale & Lease Back

liegt in der Liquiditätsgenerierung aus dem Unternehmen selbst heraus.

Stille Reserven, die in Form von gebrauchten Maschinen oder

industriellen Anlagen gebunden sind, werden beim Sale & Lease Back

gehoben und frische Liquidität geschaffen. Die Besonderheit hierbei ist,

dass die Bonität des Unternehmens nicht im Vordergrund steht -

entscheidend ist die Werthaltigkeit des Maschinenparks. Dieses Verfahren

bietet sich vor allem für produktionslastige Unternehmen an, zum

Beispiel aus der Maschinen- und Anlagenbaubranche, der

Lebensmittelindustrie, der Kunststoffverarbeitung, der Druckereibranche,

Werkzeugbau oder Metallbearbeitung. Der Ablauf: Bei Sale & Lease

Back wird der Bestand an gebrauchten Maschinen an die Leasing-Gesellschaft

verkauft und unmittelbar zurückgeleast. Die Maschinen können ohne Pause

weiter genutzt werden und der Kaufpreis wird sofort ausgezahlt. Der

Unternehmer hat somit im Rahmen einer Innenfinanzierung neue Liquidität geschaffen und kann mit dem Verkaufserlös Investitionen tätigen, ohne dass es zu Stillstandszeiten oder Produktionsausfällen

kommt. Verfügt das Unternehmen über einen werthaltigen Maschinenpark

steht dieser flexiblen und schnellen Finanzierung nichts im Wege. Damit

stellt Sale & Lease Back eine alternative Art der Finanzierung dar,

die sofort in das Unternehmen eingebracht werden kann und so einen

fließenden Generationenwechsel ermöglicht.

 

Autor: Carl-Jan von Goltz

Carl-Jan von Goltz

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