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03.11.08Kommentieren

Factoring

Finanzieller Anschub für Unternehmen im Aufwind

Gute Kunden, viele Aufträge, aber trotzdem knapp bei Kasse? Bei
Mittelständlern wird die Kapitaldecke leicht zu dünn, auch - oder gerade
wenn - sie sich aktiv weiterentwickeln, restrukturieren oder in ihre
Zukunft investieren. Factoring kann die Lösung sein. Dieses
Finanzierungsinstrument eignet sich auch für den Mittelstand, wenn es
richtig dimensioniert ist und flexibel gehandhabt wird.

Ein Beitrag von Wolfgang Reiserer

Passt Factoring zu meinem Unternehmen?

Factoring als Standardpaket ist für kleine und mittlere Unternehmen
uninteressant. Erst individuelle Lösungen machen Factoring attraktiv - damit kann das Unternehmen die Kosten senken und das Factoring in seinen
bestehenden Finanzierungsmix einpassen. Wer über Factoring nachdenkt, sollte zunächst die folgenden Punkte beachten.

Die Situation des Unternehmens
Hat das Unternehmen positive Zukunftsaussichten? Haben die Debitoren eine
gute Bonität? Kann das Unternehmen die Kosten des Factoring tragen?

Finanzierungsbedarf
Welche Leistungen des Factors braucht das Unternehmen, welche nicht?
Eine gute Beratung klärt Nutzen und Kosten der einzelnen Angebote.

Der geeignete Factoring-Partner
Bietet er individuelle Lösungen oder nur Standardpakete? Ist die Beratung persönlich, werden eigene Vorschläge und Anfragen positiv aufgenommen?
Zählen bereits Unternehmen ähnlicher Größe und/oder Branche zu seinen Kunden? Prüfen Sie die Service-Qualität: Wie schnell wird das Geld überwiesen? Bei einer Erfassung der Rechnungsdaten beim Factoring-Nehmer kann eine Liquiditätsversorgung innerhalb von 24 Stunden erwartet werden.

Die Einstiegsgrenze für Factoring
Häufig wird ein Jahresumsatz von einer Million Euro als Einstiegsgrenze genannt. Moderne Internet-Technologie macht es jedoch heute möglich, Factoring bereits für Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 50.000 Euro einzusetzen.

Flexibiliät - was heißt das eigentlich?

In der Verhandlung mit dem Factoring-Unternehmen zeigt sich, wie flexibel es auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen kann. Doch in welchen Punkten gibt es überhaupt Verhandlungsspielraum, welche Bandbreite sollte ein guter Factor dem Mittelstandsunternehmen bieten?

Flexible Wahl der Forderungen - "Auswahl-Factoring"
Nur die Forderungen einiger ausgewählter Debitoren werden an den Factor verkauft - um die verbleibenden Debitoren kümmert sich das Unternehmen weiterhin selbst. Eine solche Lösung ist günstig, wenn nur wenige Debitoren für große Außenstände verantwortlich sind.

Flexibles Debitorenmanagement
Der Factor übernimmt das (unangenehme und zeitaufwendige) Mahnen bei
hoher Debitorenanzahl. Das schafft Zeit für Kreativität und die eigentlichen Schwerpunkte des Unternehmens. Doch es geht auch anders: Die Forderungen werden verkauft, das Mahnwesen verbleibt jedoch beim Unternehmen. Diese Variante eignet sich für Unternehmen, die nah bei ihren Kunden sind - also wenige Kunden und eine hohe Beziehungsintensität aufweisen. Sie kümmern sich weiterhin um ihre Mahnungen und haben dafür geringere Factoringkosten.

Flexible Kombinationen
Factoring-Unternehmen, die sich auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisieren, können lohnende Einzellösungen anbieten, beispielsweise eine Kombination mit Einkaufsfinanzierung.

Flexibler Einsatz von Factoring
Factoring nur für die produzierende Industrie und nur für den B2B-Bereich?
Das galt früher einmal. Factoring ist heute auch ein Instrument für Handel und Dienstleistungen. Sogar bei Umsätzen mit Endverbrauchern kann Factoring eingesetzt werden, internet-basierte Käufe auf Rechnung sind im Factoring finanzierbar. Die Regel, dass keine zu große Debitorenkonzentration vorliegen darf, gilt heute auch nicht mehr - fallweise kann sogar bei 100%iger Konzentration zusammengearbeitet werden (wenn z.B. ein Software-Freelancer nur für einen großen Kunden arbeitet).

Der richtige Partner für Ihr Unternehmen

Dank moderner Internet-Technologie ist Factoring für viel mehr Unternehmen einsetzbar als noch vor wenigen Jahren. Auch kleine Mittelständler, Beratungsfirmen oder Handelsunternehmen können durch Factoring ihre Liquidität erhöhen und nebenbei ihre Bilanzstruktur, ihre Ratings und Lieferantenkonditionen verbessern.

Wirtschaftlich ist Factoring jedoch nur dann, wenn die Unternehmer eine qualifizierte Wahl treffen. Factor ist nicht gleich Factor: Stellen Sie Ihren zukünftigen Partner auf den Prüfstand! Seine Beratungsleistung besteht darin, den Bedarf und die Eignung Ihres Unternehmens zu klären und dann das richtige Angebot zu machen. Gutes Factoring passt wie ein Handschuh: nicht zu groß und nicht einengend, Sicherheit ebenso wie Bewegungsfreiheit bietend. Wenn der Unternehmer Factoring als Erleichterung und als Zugewinn an Freiheit und Zeit erfährt, passt der Handschuh.

Autor: Wolfgang Reiserer

Geschäftsführender Gesellschafter
Website des Autors
Wolfgang Reiserer

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