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28.10.08Kommentieren

Fachbeitrag

Factoring für Steuerberater und Unternehmen

Ausreichende Liquidität ist nicht nur für Unternehmen, sondern mehr und mehr auch für Steuerberater ein wichtiges Thema. Laut einer aktuellen Studie von Euler Hermes aus 2007 sind schlechte Zahlungsmoral von Kunden (82 Prozent), Managementfehler, z.B. fehlendes Controlling (79 Prozent), nicht erkannte Finanzierungslücken (76 Prozent) oder ein unzureichendes Debitorenmanagement (64 Prozent) die Hauptgründe für Forderungsausfälle und Insolvenzen. Liquidität ist damit oftmals Gesprächsthema zwischen Steuerberater und Mandant, denn angesichts der oben genannten Punkte muss verstärkt auf Liquiditätssicherung und Forderungsmanagement geachtet werden. Dies gilt auch für Kanzleien selbst, die immer wieder mit Bitten ihrer Mandanten konfrontiert werden, sie mögen einen Zahlungsaufschub für Beratungsrechnungen gewähren.

Ein Beitrag von Julia Kinzler

Gesetzliche Neuerung für Steuerberater

Bislang konnten Steuerberater zwar ihre Mandanten mit Hilfe von Factoring bei der Sicherung der Liquidität unterstützen, hatten aber selbst nicht die Möglichkeit, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Das 8. StBÄndG ist seit 11. April 2008 in Kraft, so dass künftig auch Steuerberater Factoring für ihre Kanzlei in Anspruch nehmen können. Die entscheidende Änderung stellt in diesem Zusam-menhang die Neufassung des § 64, Absatz 2 StBerG dar: Diese erlaubt es Steuerberatern, ihre Ge-bührenforderungen an Dritte abzutreten und/oder zum Einzug zu übertragen. Dadurch werden Finan-zierungs- und Einzugsvarianten möglich, wie sie z. B. bei Ärzten seit langem üblich sind.

Welche Vorteile bietet Factoring?

Factoring schafft Liquidität sofort nach Rechnungsstellung, hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen, Entlastung und Kostenersparnis im Forderungsmanagement, ein besseres Unternehmensrating durch Bilanzoptimierung und ermöglicht ein automatisches Wachstum der Finanzierung mit dem Umsatz. 

Wie funktioniert Factoring für Steuerberater / Mandanten?

Mit Factoring gewinnt der Steuerberater bzw. der Mandant zusätzliche Liquidität aus seinen Außen-ständen. Nach Leistung des Steuerberaters an seine Mandanten bzw. des Mandanten an seine ge-werblichen Abnehmer  werden die zugehörigen Rechnungsdaten an den Factor übermittelt.

Diese kauft die Forderungen im Rahmen vorab definierter Kauflimite an. Mit diesem Forderungsankauf übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko. Bis zu 90 Prozent des Kaufpreises werden dem Steuerberater bzw. dem Mandanten sofort ausbezahlt.

Der Rest wird zunächst als Sicherheit für eventuelle Rechnungskürzungen seitens der Abnehmer bzw. der Mandanten einbehalten. Dieser Sicherheitseinbehalt wird bei Zahlung durch den Mandanten bzw. Abnehmer oder spätestens 120 Tage nach Fälligkeit ausgezahlt. Beim Full-Service-Verfahren übernimmt der Factor das gesamte Forderungsmanage-ment inklusive Mahn- und Inkassowesen.

Autor: Julia Kinzler

Leiterin Marketing
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Julia Kinzler

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